Ausserhalb von Kindhausen, an einem idyllischen Ort in der Nähe des Schützenhauses und neben einem Feuerwehrteich auf Gemeindegebiet, wird das neue Schwalbenhaus aufgebaut. Anita Weibel, Präsidentin der Naturschutzgruppe Bergdietikon, freut sich auf das Schwalbenhotel, das auf einem eigenen Platz stehe.

Die Vögel lassen beim Anflug ihren Dreck auf den Boden fallen. «Auch an den Hausfassaden hinterlassen die Schwalben Spuren, was die meisten Leute nicht tolerieren», sagt sie. Aus diesem Grund helfe ein Schwalbenhotel. Der gewählte Standort dafür sei nahe der Zivilisation. «Die Schwalben werden hoffentlich an diesen Ort fliegen», so Weibel.

Immer weniger Lehm für Nestbau

Die Bewohner des neuen Schwalbenhauses seien Mehlschwalben, sagt Weibel. «Für uns bedeutet es, einen Beitrag zu leisten, dass die Schwalben überleben» sagt sie. Schliesslich brauchen sie Nistgelegenheiten für ihre Nachkommen.

Ein weiteres Problem sei, dass die Mehlschwalben immer weniger Lehm für den Nestbau auf dem Boden finden. «Heutzutage werden die meisten Wege geteert und die Schwalben finden deswegen kein Material für ihren Nestbau», so Weibel.

Das Schwalbenhotel sei das erste seiner Art in der Gegend. «Bisher sind in Kindhausen nur künstliche Nester, die von Schwalben bewohnt werden, vorhanden», sagt Weibel. Die Vogelwarte Sempach empfehle, in der Nähe eines Schwalbenhauses Nester aufzustellen.

Eine Kostenfrage

Am 3. November feiert die Naturschutzgruppe ihr 30-Jahr-Jubiläum. Aus diesem Grund sei Anita Weibel auf die Idee mit dem Schwalbenhotel gekommen. Sie habe von Schwalbenhäusern im Baselland gelesen und erkundigte sich, was ein solches Haus kosten würde. Leider seien die Kosten dafür zu hoch gewesen, sagt sie. So musste die Idee wieder auf Eis gelegt werden. Jedoch während ihres Sommerurlaubes in Österreich entdeckte Weibel vor ihrem Hotel ein Schwalbenhaus. Von der Hoteldirektion erhielt sie die Adresse des Erstellers.

Dabei handelte es sich um einen Schreiner aus Bennwil im Baselland, sagt sie. Als Weibel den Schreiner kontaktierte, erfuhr sie, dass das von ihm angebotene Schwalbenhotel kleiner als das ursprünglich ins Auge gefasste Haus sei und auch weniger koste. Nun stand der Erstellung eines Schwalbenhauses in Kindhausen nichts mehr im Wege. «Unsere Mitgliederversammlung unterstützte das Projekt», so Weibel. Auch die Sponsorensuche sei erfolgreich verlaufen. Alles in allem haben Planung und Bau ungefähr ein Jahr und drei Monate beansprucht, sagt sie.

Alle sind willkommen

Die Erstellung des Schwalbenhauses sei für Anita Weibel ein schönes Erlebnis. Sie freue sich über das neue Heim für die Mehlschwalben. Am 15.Oktober wird das neue Schwalbenhaus in der Nähe des Schützenhauses in Kindhausen aufgestellt und eingeweiht. Anschliessend wird es einen Imbiss geben. «Wer gerne mitfeiern möchte, sollte sich anmelden, damit wir genügend Proviant besorgen können», so Weibel.

Mehr Informationen über Naturschutzgruppe und über die Einweihung des Schwalbenhauses sind auf www.naturschutzgruppe-bergdietikon.ch zu finden.