Es ist kurz vor Jahresende und die Schule Dietikon hat ihre Vorsätze nicht nur fürs nächste, sondern für die kommenden vier Jahre gefasst. An einer Medienkonferenz präsentierte Schulvorstand Reto Siegrist (CVP) gestern gemeinsam mit Christoph Schätti (CVP), dem ersten Vizepräsidenten der Schulpflege, und Iris Schühle (SVP), der zweiten Vizepräsidentin der Schulpflege, acht Ziele für die Legislaturperiode 2018 bis 2022. Im Vordergrund stehen dabei vor allem Digitales, Frühförderung und Schulraum, aber auch die Realisierung von Tagesschulen.

«Die Schule Dietikon soll mit dem digitalen Zeitalter Schritt halten können», sagte Siegrist. Diesbezüglich hegt die Schulpflege die konkretesten und greifbarsten Pläne. «2019 und 2020 werden wir für 2 Millionen Franken die IT-Infrastruktur erneuern», erklärte der Schulvorstand. Seit 2008 arbeitet die Schule mit dem Programm «Kits für Kids», das Schülerinnen und Schülern auf den verschiedenen Schulstufen Medienkompetenz vermitteln soll. Nun gelte es, die Einrichtung aufzustocken. Künftig sollen alle Schulräume über eine Standardausrüstung verfügen. Zudem sollen Lehrpersonen die Medienkompetenz ihrer Schüler bewerten können. Doch auch für administrative Abläufe will die Schule Dietikon gewappnet sein. «Wir könnten uns etwa vorstellen, eine Schul-App entwickeln zu lassen, mit dem wir Eltern, aber auch die Schülerinnen und Schüler informieren und erreichen können», sagte Siegrist. Oder man könne gar mit der Stadt zusammenspannen und ein Dietikon-App lancieren.

Erste Tagesschule im Limmatfeld

Ein weiteres wichtiges Ziel der Schule ist es, flächendeckend über zeitgemässen und flexibeln Schulraum zu verfügen. Derzeit besteht vor allem im neuen Quartier Limmatfeld Bedarf. Die Schule rechnet bis Mitte 2019 mit 250 Kindern, die dort wohnen. Dann sind nämlich die 170 Wohnungen der Baugenossenschaft des Eidgenössischen Personals im Limmatfeld bezugsbereit. Der Stadtrat plant daher auf dem stadteigenen Areal Stierenmatt ein Schulhaus. 2026 soll die Bildungsstätte mit zwölf Klassenzimmern stehen. Damit die Kinder aus dem Limmatfeld aber nicht mehr so einen langen Schulweg auf sich nehmen müssen, soll ab dem Jahr 2021 ein Provisorium nördlich des Bahnhofs entstehen. Man sei derzeit im Gespräch, um einen geeigneten Standort zu finden, verriet Siegrist. Auch wenn die Kinder des Limmatfelds derzeit noch das Nachsehen haben, dürfte sich das mit dem neuen Schulhaus 2026 ändern. Die Schule beabsichtigt, dort die erste Tagesschule zu realisieren. Das ist nämlich auch ein Ziel der Schule Dietikon. «Durch die etappenweise Einführung von Tagesschulen steigert die Schule ihre Attraktivität. Es ist uns wichtig, dass wir unseren Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf leisten», sagte Siegrist. In Planung ist ein Sanierungskonzept für die bestehenden Schulhäuser. «Dietikon hat viel alten Schulraum, der Unterhalt benötigt», so Siegrist.

Eine grosse Herausforderung sieht die Schule in der Frühförderung und Elternbildung, die sie sich ebenso zum Ziel gesetzt hat. «Wir stellen fest, dass immer mehr Kindergartenkinder beim Schuleintritt gravierende Entwicklungsdefizite aufweisen.» Mit der Frühförderung könne man Kompensation leisten, so Siegrist. Die Schule Dietikon engagiert sich dafür bereits, unter anderem gibt es die Spielgruppe Plus. Das Angebot soll ausgebaut werden. Genauso wichtig sei aber auch die Elternbildung. «Eltern können einen wichtigen Beitrag zum Schulerfolg ihrer Kinder leisten.» Die Schule Dietikon hat sich zudem auf die Fahne geschrieben, ein guter Arbeitgeber zu sein. «Unser Ziel ist, dass die Mitarbeitenden gute Leistungen bei hoher Zufriedenheit erbringen», sagte Siegrist. Man wolle die Fluktuationsrate so tief wie möglich halten. Um die Zufriedenheit der Mitarbeitenden zu messen, wolle man etwa alle zwei Jahre Zufriedenheitsumfragen durchführen.

Eigenheiten bewahren

Ein weiteres Anliegen der Schule ist, dass sie als Einheit wahrgenommen wird, aber gleichzeitig jede der fünf Schuleinheiten ein eigenes Profil aufweise. «Jede Schülerin und jeder Schüler der Schule Steinmürli spielt zum Beispiel Mundharmonika. In der Schule Luberzen legt man dahingegen viel Wert auf kreatives Malen. Davon zeugen Flächen im Schulhaus, die von den Schülern bemalt werden», sagte Siegrist. So habe jede Schuleinheit ihre Eigenheiten, die es zu bewahren gelte.

In den kommenden vier Jahren setzt die Schulpflege zudem den Fokus auf klare und regelmässige Kommunikation. Und zu guter Letzt will die Schulpflege die Individualität, die Begabung und die Interessen der Schülerinnen und Schüler fördern. «Wir wollen sie so gut wie möglich auf die Anforderungen der Berufswelt vorbereiten», sagte Siegrist. Dazu wolle die Schule auch die Gegebenheiten in Dietikon nutzen. «76 verschiedene Nationen mit 32 Sprachen sind in unserer Schule vertreten. Von dieser multikulturellen Umgebung und Vielfalt wollen wir profitieren und sie nicht als Hindernis sehen.» Um all diese Ziele zu erreichen, werde man viel Herzblut benötigen, so Siegrist. «Sie stellen klare Herausforderungen dar, doch wir wollten keine Ziele definieren, die wir morgen schon gelöst haben.»