Dietikon
Schulraum im Limmatfeld: «Wir sind unter Zugzwang»

Angesichts all der neuen Bewohner wird die Bereitstellung von Schulraum immer dringender. Geplant ist, dass sich die Stadt im Weidenhof an der Heimstrasse einmietet. Der Mietvertrag für ein Schulhaus in Dietikon soll im Herbst vors Volk kommen.

Bettina Hamilton-Irvine
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Die «kleine Stadt» wächst: Blick auf den Rapidplatz vom Dach der Westhöfe; links der Lindenhof.

Die «kleine Stadt» wächst: Blick auf den Rapidplatz vom Dach der Westhöfe; links der Lindenhof.

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«Was soll denn der ganze Zirkus?» Wer am Samstag im neuen Dietiker Stadtteil Limmatfeld vorbeikommt und sich diese Frage stellt, dem sei vergeben. Und es gibt auch eine einfache Antwort darauf: Mit einem Zirkusfest wird der Rapidplatz offiziell eingeweiht. Gleichzeitig wird der Platz, der mit seinen 6000 Quadratmetern einst grösser als der Bundesplatz sein wird, symbolisch der Stadt Dietikon übergeben.

Doch kein Hotel im Limmatfeld

Heute ist zwar erst die Hälfte des Rapidplatzes fertiggestellt. Trotzdem sei jetzt der richtige Moment, um «eine weitere Etappe auf dem Weg zum Ziel» zu feiern, sagte die Dietiker Standortfördererin Jasmina Ritz gestern an einer Medienorientierung.

Das Ziel ist in diesem Fall eine eigene «kleine Stadt», wie es die Firma Halter nennt, die das Gebiet entwickelt. Bis im Jahr 2016 sollen alle elf Baufelder mit insgesamt rund 600 Wohnungen fertiggestellt und das Limmatfeld von 2000 bis 3000 Personen bewohnt sein. Dazu kommen 1500 bis 2000 Arbeitsplätze sowie eine Schule, ein Kindergarten, eine Kinderkrippe, Läden und Restaurants.

Nun doch nicht Teil des Limmatfelds wird hingegen das früher einmal eingeplante Hotel. Es hätte ursprünglich auf dem Baufeld Limmathof zu stehen kommen sollen – dort, wo auch der 80 Meter hohe Limmattower geplant ist.

Doch nun wurde das Projekt Hotel sistiert, wie Ritz gestern sagte. Der Interessent, ein internationaler Investor, habe die Marktsituation nochmals geprüft und sich aus wirtschaftlichen Gründen zurückgezogen. Die bereits in Dietikon ansässigen Hotels Conti und Sommerau dürften sich darüber freuen. «Die Hoteliers haben sicher aufgeatmet», sagte Ritz. Und auch die Stadt ist mit der Alternative – statt des Hotels werden mehr Wohnungen gebaut – zufrieden. Denn die neuen Wohnungen im Limmatfeld seien ausgesprochen beliebt, so Ritz: «Die gehen immer weg.»

Tatsächlich sind in den bereits bezogenen Gebäuden Erlenhof, Westhöfe und Lindenhof so gut wie alle Wohnungen vermietet. Auch im Zedernhof, der im Oktober bezogen wird, sind bereits rund drei Viertel aller Wohnungen vermietet.

Stadt will sich einmieten

Angesichts all der neuen Bewohner wird auch die Bereitstellung von Schulraum immer dringender. Geplant ist, dass sich die Stadt im Weidenhof an der Heimstrasse einmieten wird; dort soll es Raum für zwölf Primarklassen geben. Die Zeit drängt, wie Stadtschreiberin Karin Hauser sagte: «Wir sind unter höchstem Zugzwang. Wir brauchen ein Schulhaus im Limmatfeld.» Deshalb soll noch vor dem Sommer der Mietvertrag von Stadtrat und Gemeinderat bewilligt werden, im Herbst soll dann die Volksabstimmung folgen.

Zirkusfest zur Einweihung des Rapidplatzes diesen Samstag, 10.30 bis 18 Uhr und Sonntag, 11 bis 17 Uhr.