Im Gegensatz zum Stadtpräsidium war die Wahl in die Schulpflege heiss umkämpft. Dies war gestern Nachmittag im Schlieremer Stadthaus auch akustisch hörbar. Als Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP) die Gewählten bekannt gab, war der Applaus besonders gross.
Neben neun Bisherigen liessen sich drei Neue für die zehnköpfige Behörde zur Wahl aufstellen. Einzig Susanne Wilke (SP) trat nicht mehr an. Verloren ging der Sitz für die Sozialdemokraten aber nicht. Marivel Sáez konnte ihn für sich beanspruchen. Sie wurde mit 734 Stimmen neu gewählt. «Ich freue mich sehr über das Resultat», sagte die 36-Jährige. Sie habe nicht damit gerechnet, dass ihr der Einzug in die Schulpflege gelingen würde. «Ich bin ein neues Gesicht. Die Leute kennen mich noch nicht.» Sáez hat zwei kleine Kinder. Daher rühre auch ihr Interesse für die Schulpflege. «Seit dem ich Mutter bin, befasse ich mich intensiv mit dem Thema Schule.» Es sei wichtig, dass die Stadt Strukturen schaffe, die es berufstätigen Müttern ermögliche, Beruf und Kinder unter einen Hut zu bringen. Dafür wolle sie sich in der Behörde einsetzen, so Sáez.

Alter als Vorteil 

Das zweite neue Gesicht in der Schulpflege ist die 20-jährige Tamina Grädel (SVP). Sie erhielt 717 Stimmen und wird zum jüngsten Behördenmitglied der Stadt. «Ich freue mich sehr, dass es geklappt hat. Ich hätte es nicht erwartet», sagte die Biomedizinstudentin. Sie habe sich aufgrund ihres Alters keine grossen Chancen ausgerechnet. «Einige sagten, es sei ein Vorteil, andere sagten das Gegenteil.» Grädel will sich in der Schulpflege für Gleichberechtigung starkmachen. «Jedes Kind soll dieselben Möglichkeiten haben.»

Weniger erfreulich ging die Wahl für die bisherige Schulpflegerin Christine-Françoise Naumann (parteilos) und für die neu kandidierende Liselotte Ünle-Petzt (GLP) aus. Beide erreichten mit 592 respektive 470 Stimmen zwar das absolute Mehr von 466 Stimmen, schieden aber als Überzählige aus. Mit dem besten Resultat wiedergewählt wurde Heidi Altherr (SP) mit 998 Stimmen. Auf sie folgte Nicole Bachmann (FDP) mit 982 Stimmen. Doris Sonja Epprecht (CVP) erzielte 898 Stimmen. Auch bestätigt wurden Barbara Kriech (FDP) mit 796 und Parteikollege Ronald Eicher mit 752 Stimmen. Petra Steffen (SVP) holte sich 741 und Rolf Werth (Quartierverein) 724 Stimmen. Das Schlusslicht bildete Christian Martin (SVP) mit 712 Stimmen. Die Stimmbeteiligung lag bei rund 20,5 Prozent.