Mit Fotoapparat, Bleistift und Notizbuch versammeln sich die Sechstklässler des Schlieremer Schulhauses Hofacker in der obersten Etage des Einkaufzentrums Lilie. In den nächsten Monaten dürfen sie das Einkaufszentrum verschönern. Die Schulkinder gestalten zwei Aussenwände von Aufzügen und ein grosses Mobile, das unter der Decke des Einkaufszentrums aufgehängt werden soll.

Von Grund auf selbst entwerfen

An dieser Stelle hängt bislang nur der Haken zur Aufhängung des Kunstwerkes. Doch die Schüler sprudeln nur so vor Ideen. Vor ihrem inneren Auge scheinen sie bereits klare Vorstellungen davon zu haben, was sie basteln möchten. «Wir könnten Kaffeetassen, Esswaren und Kleidung aus Pappe basteln und aufhängen», schlägt eine Schülerin vor. «Oder eine ganze Familie mit einem grossen Einkaufswagen», meldet sich ein anderer Schüler aufgeregt. Immer mehr Kinder strecken ihre Finger in die Luft und wollen ihre Ideen mit der ganzen Klasse teilen.

Nadine Behrend, die Lehrerin der Klasse, freut sich auf das Projekt. «Ich finde es gut, dass die Kinder von Grund auf etwas entwerfen und erfinden können», sagt sie. So könnten die Schüler austesten, ob ihnen das Gestalterische liegt.

Zudem sei sie sich sicher, dass die Kinder durch das Projekt einen engeren Bezug zu ihrem Wohnort Schlieren bekämen. «Indem die Schüler etwas für die Öffentlichkeit schaffen, werden sie auch selbst der Stadt besser Sorge tragen», so Behrend. Die Schulkinder freuen sich auf die bevorstehenden Mal- und Bastelstunden im Lilienzentrum. Die 11-jährige Enkeleda ist schon ganz nervös: «Ich habe noch nie bei einem solchen Projekt mitgewirkt.

Ich werde meiner Familie sofort alles zeigen, wenn wir fertig sind», sagt sie. Auch der 12-jährige Karththikan möchte unbedingt allen Verwandten seine Malereien präsentieren. «Ich gestalte gerne Dinge und könnte mir vorstellen, später auch einen Beruf auszuüben, bei dem meine Kreativität gefragt ist», sagt er.

Projekt läuft bis Ende Jahr

Man habe sich im Einkaufszentrum Lilie habe schon länger überlegt, wie die Liftkerne neu gestaltet werden könnten, sagt Ayda Ergez, Marketingleiterin des Einkaufszentrums. «Da Kinder immer besonders kreative Ideen haben, fragten wir die Schlieremer Schulklassen an.» Ausserdem engagiere das Lilienzentrum für Projekte immer gerne Einwohner von Schlieren. Mit Nadine Behrend habe man jemanden gefunden, der mit sehr viel Engagement an die Sache herangeht, so Ergez «Ich bin sehr glücklich über die Zusammenarbeit», sagt die Marketingleiterin. Sie könne sich vorstellen, nächstes Jahr ein ähnliches Projekt zu starten.

Am 28. September findet die erste öffentliche Präsentation der Ideen in der «Lilie» statt. Bis zum 30. November sollen die Liftkerne bemalt und das Mobile aufgehängt sein.