Wenn für die Schulkinder die Sommerferien starten, beginnt für Hauswart Kevin Welti die anstrengendste Zeit im Jahr gerade erst. Auf den Hauswart des Schulhauses Wolfsmatt warten derzeit unzählige schweisstreibende Reinigungs- und Reparaturarbeiten. Sein Vorteil: Er kennt die Anlage in und auswendig. Denn schon seine Schulzeit hat der Dietiker hier verbracht.

Der gelernte Polymechaniker ist nun seit drei Jahren Hauswart und hat sich im Keller des Schulhauses sein eigenes Reich eingerichtet. Neben seiner Werkstatt finden sich hier auch ein Ersatzteillager und dutzende Konzentrate mit Mischungen für die Putzmittel. Hilfe bei der Grundreinigung bekommt Welti von insgesamt neun Putzfrauen, die sich auf die vier Trakte des Schulhauses verteilen. Schon bei Betreten der Schulhausgänge riecht es nach Seifenwasser. Neun Stunden am Tag steht das Team jeden Tag dieser Woche im Einsatz. Welti selbst kehrt jeweils nach dem Abendessen mit seiner Familie nochmals ins Schulhaus zurück und arbeitet weiter. Denn für gewisse Arbeiten sei es bei den momentanen Temperaturen einfach zu heiss, als dass man diese tagsüber zu erledigen könne, sagt er. Vor allem die Reinigung der Böden sei eine anstrengende Angelegenheit. Die ganze Versiegelung müsse heruntergeschrubbt werden. Danach werden die Böden neutralisiert und erneut gestrichen.

Aufregen bringt nichts

Nebst dem ganzen Dreck, der sich über das Schuljahr angesammelt hat, muss Welti zahlreiche Schäden reparieren. Eingeschlagene Scheiben, abgerissene Geländer, Schmierereien und Abfall warten auf den Hauswart. Obwohl es ärgerlich sei, wenn ständig Dinge kaputt gemacht würden, bringe es aber nichts, sich gross darüber aufzuregen, so Welti. Er denke meistens gar nicht lange darüber nach und repariere es einfach. Und trotz all diesen Vorkommnissen: Hauswart in einer anderen Institution als einer Schule zu sein, komme für ihn nicht infrage, sagt der 27-Jährige. Er schätze die abwechslungsreiche Arbeit im Wolfsmatt. Langweilig werde ihm nie. «Wenn ich wollte, könnte ich Tag und Nacht durcharbeiten und wäre noch immer nicht fertig», sagt er. Seine Pendenzenliste sei immer mindestens zwei Seiten lang und fülle sich sofort wieder, sobald er etwas davon erledigt habe. Mit Kindern versteht sich Welti ebenfalls gut aus. Er hat selbst deren drei zu Hause. Sein ältester Sohn kommt nächstes Jahr ebenfalls in den Kindergarten im Schulhaus Wolfsmatt.

Damit die Kinder an der Schule rundum zufrieden sind, wird Welti auch gerne einmal kreativ. So hat er die neue Garderobe für die Hortkinder selbst gebastelt und diese Woche neue farbige Platten auf dem Boden verlegt. Er nehme seine Arbeit sehr ernst, so der Hauswart. Wenn er etwas repariere, dann genau und wenn er putze, dann so, dass es glänze. Mit dem Job des Hauswarts sei er schliesslich gross geworden. Schon seit Vater war Hausmeister und ist es heute noch im Dietiker Zentralschulhaus. Oft durfte Welti seinem Vater aushelfen und hat so einen Einblick in den Beruf bekommen. Schon immer sei deshalb für ihn klar gewesen, dass er auch einmal Hauswart werden möchte.

Auszeit in Spanien

Nach einer Woche Dauerschrubben freut sich Welti auf seine wohlverdienten Ferien. Drei Wochen Spanien würden ihm helfen, die stressige Zeit schnell wieder zu vergessen. Danach komme er entspannt zurück an seinen Arbeitsplatz und beginne mit dem Putzen wieder von vorne.