Das EWZ (Elektrizitätswerk der Stadt Zürich) hat bekanntlich gegen die Zonenplanänderung für die Erweiterung des Primarschulhauses Nassenmatt rekurriert. Nun hat es den Rekurs zurückgezogen. Wieso? «Weil wir einen privaten Gestaltungsplan ausgearbeitet und damit Rechtssicherheit geschafft haben und die Vorschriften nun eingehalten werden können», erklärt Gemeindepräsident Hans Jahn auf Anfrage.

Immissionsgrenzwert einhalten

Das EWZ erhob den Rekurs, weil ein Teil des in die Zone für öffentliche Bauten umgezonten Landes im Strahlungsbereich der Starkstromleitung Obfelden-Birmensdorf liegt (die az Limmattaler Zeitung berichtete). Dies gilt zwar auch für einen weiteren Teil der bestehenden Schul- und Sportanlage und des Mehrzweckgebäudes. Wichtig ist, dass im ganzen Areal der Immissionsgrenzwert eingehalten wird, also keine Gefahr besteht», bemerkt Hans Jahn zur Gesamtsituation. Für Einzonungen muss aufgrund der Bundesverordnung aber der 100-fache schärfere Planungswert eingehalten werden. Dieser Umstand war seitens des Planers und seitens des zuständigen kantonalen Amts bei der Vorprüfung der Vorlage übersehen worden.

Mit dem privaten Gestaltungsplan Nassenmatt sollen nun die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung von Bauten und Anlagen mit Orten mit empfindlicher Nutzung geschaffen werden, was eine Schulhausanlage zweifellos darstellt. Damit wird ein wichtiger Grundsatz der Raumplanung umgesetzt, wonach nachteilige Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung vermieden werden sollen.

Schrittweise zur Gesamtvorlage

«Durch den Rekurs nach dem Gemeindeversammlungsbeschluss wurde die Genehmigung der Einzonung blockiert. Zur Überwindung der kniffligen Situation konnten wir nach einigen Diskussionen mit dem Kanton und dem EWZ eine Vereinbarung unterzeichnen, wie wir schrittweise zu einer korrekten und genehmigungsfähigen Gesamtvorlage gelangen. Die Vereinbarung ist mittlerweile bis auf die abschliessende Genehmigung durch die kantonalen Behörden umgesetzt. Wenn das EWZ den Rekurs nicht zurückgezogen hätte, hätten wir die ganze Einzonungsvorlage nicht beim Kanton zur Genehmigung vorlegen können», betont der Gemeindepräsident.

Derzeit läuft die öffentliche Auflage für den Gestaltungsplan. «Nach Ablauf der Frist werden wir dem Kanton Ende August das Gesamtpaket einreichen», blickt Hans Jahn voraus. «Dazu gehören neben der Einzonungsvorlage und dem Gestaltungsplan auch die ergänzende Aufnahme der Gestaltungsplanpflicht für die betroffene Ecke des Grundstücks in die Bauordnung.»

Die Schule kann ihre wegen der Bevölkerungszunahme in Aesch dringend notwendig gewordene Erweiterung der Schulanlage Nassenmatt nach Plan fortsetzen, wie Petra Mörgeli, Präsidentin der Primarschulgemeinde, gegenüber der az Limmattaler Zeitung bestätigt.

Im Gestaltungsplan wurde festgesetzt, in welchem Abstand zur Hochspannungsleitung die als Orte mit empfindlicher Nutzung einzustufenden Schulhausbauten errichtet werden dürfen. «Im Gestaltungsplan sind verschiedene Metrungen aufgeführt, die zeigen, wie verschieden hoch in gewissen Abständen zur Leitung gebaut werden darf», erklärt Mörgeli. In Bereichen der Bauzone, wo der Planungswert überschritten sein wird, könnten beispielsweise Garagen, Archivräume, Parkplätze oder Grünflächen ohne Kinderspielplätze gebaut werden, wie im erläuternden Bericht zum Gestaltungsplan festgehalten wird.

Architekturwettbewerb und Urne

Die Schulpflege lancierte am 13.Juli einen Architekturwettbewerb mit vier Teams. Am 21.November müssen sie ihre Entwürfe einreichen. Ende 2012 werde die Schulpflege entscheiden, welches Projekt realisiert werde, erklärt Petra Mörgeli. Im nächsten Jahr wird man die Stimmbevölkerung an der Urne über einen Kredit abstimmen lassen. Im September werde sich die Schulpflege überlegen, ob man vor der Urnenabstimmung eine Informationsveranstaltung durchführen wolle. Über den finanziellen Umfang des Erweiterungsprojekts des Schulhauses Nassenmatt lägen derzeit noch keine Angaben vor, sagt die Schulpräsidentin.

Die ausserordentliche Gemeindeversammlung vom 28.September 2011 hatte der Änderung des Zonenplans deutlich zugestimmt; dies allerdings in Unkenntnis der Beeinträchtigung eines Teils des Gebiets durch die Hochspannungsleitung.