Uitikon

Schulhaus statt Mehrzweckbau: Uitikon berät 24,5-Millionen-Schulhaus

Was eigentlich ein Mehrzweckbau für 18,3 Millionen hätte werden sollen, musste wegen des Bevölkerungswachstums umgeplant werden.

Frappante Unterschiede sind auf den ersten Blick zwischen den beiden Visualisierungen des Neubaus auf der ­Uitiker Allmend kaum zu erkennen. Die eine stammt vom Zeitpunkt der Bekanntgabe des Siegers des Architekturwettbewerbs von Mitte Jahr, die andere ist aktuell. Während sich in dieser Zeit die Form nur geringfügig veränderte, ist der Inhalt ein komplett anderer. An der Informationsveranstaltung von Dienstagabend stellten die Verantwortlichen aus Schulpflege und Architekturbüro das überarbeitete Projekt vor. ­Anstelle der Sanierung der bestehenden Schulräume, des Baus eines Gemeinschaftszentrums, eines Jugendraums und einer Doppelturnhalle plant die Schulgemeinde nun ein Schulhaus samt Dreifachturnhalle zu bauen.

«Neben einer sehr viel stärkeren Verdichtung in den Quartieren wird das Neubauquartier Leuen-Waldegg schneller entwickelt als ursprünglich angenommen. Daher brauchen wir mehr Schulraum», sagte Michèle Rüegg Hormes (FDP). Die Ressortvorsteherin Bauten und Schulraumplanung erklärte, dass man zum Schluss gekommen sei, das Gemeinschaftszentrum und den Jugendraum aus dem Projekt auszugliedern und anstelle davon sechs Klassenzimmer mit Gruppenräumen sowie Werkstätte, einen Mehrzweckraum, Räume für Lehrpersonen und Material zu erstellen. «Wir bauen somit einen neuen Schulstandort für die Sekundarstufe, wodurch die Mittelstufe im Schwerzgrueb stark entlastet wird», so Rüegg Hormes.

1,8-Millionen-Kredit kommt im Februar an die Urne

Das Bevölkerungswachstum sei auch der Grund gewesen, weshalb man anstelle einer Doppel- eine Dreifachturnhalle erstellen wolle. Obwohl der ­Flächenunterschied beider Varianten nur geringfügig sei, ermögliche eine Dreifachturnhalle mehr Flexibilität bei der Nutzung. Nicht zuletzt auch für die örtlichen Vereine. Am kommenden Dienstag wird die Gemeindeversammlung im Rahmen der «Budgetgmeind» das Projekt vorberaten. Im Februar folgt dann der Entscheid des Stimmvolkes an der Urne über einen Projektierungskredit von knapp 1,8 Millionen Franken. Bereits Anfang 2021 könnte die Projektierungsphase abgeschlossen sein. Sagt dann auch das Stimmvolk Ja zu einem Projektkredit von voraussichtlich rund 24,5 Millionen Franken, könnte das Schulhaus Allmend schon 2024 bezogen werden.

Beim ursprünglichen Projekt war man noch von Baukosten von rund 18,3 Millionen ausgegangen. Arthur Blaser (FDP), Finanzvorstand der Schule, betonte, dass sich die Mehrkosten aufgrund der zusätzlichen Flächen ergeben hätten. Unterm Strich wurden aus 2200 Quadratmetern deren 3800. «Die Kosten pro Quadratmeter bewegten sich beim Wettbewerbsprojekt und bei der überarbeiteten Version im ­selben Rahmen. Es wurden bei der Weiterbearbeitung also keine kostspieligeren Ideen gewählt», sagte er.

Wie wird gezahlt? Eigenmittel oder Fremdfinanzierung?

Opposition oder Kritik gab es von den rund 50 Anwesenden der Infoveranstaltung von Dienstag nicht. Viel eher erkundigten sich die Anwesenden zu Detailfragen. Etwa wie denn die Turnhalle genau angefahren werde, damit sie auch optimal von den Vereinen ­genutzt werden könne, wollte ein Herr wissen. Dies sei eine Frage, die ­während der Projektierungsphase geklärt werde, wie der anwesende Architekt Jann Stoos erklärte.

Weiter erkundigte sich ein Besucher über die Finanzierung. Er fragte, ob man den Bau aus Eigenmitteln oder durch Fremdkapital bezahlen wolle. Dies sei noch nicht geklärt, sagte ­Blaser. Beide Varianten seien denkbar.

«Sind Sie sich sicher, dass dieses Schulhaus nicht schon in wenigen Jahren wieder zu wenig Platz bietet?», lautete eine weitere Frage. Sie wurde wohl in Anlehnung an das geplante Stadtzürcher Schulhaus Freilager in Albisrieden gestellt, das gemäss Vermutungen der Grünen bereits vor dem Baustart zu klein ist. Schulpräsident Reto Schoch (CVP) antwortete, man gehe davon aus, dass der Neubau Allmend der Sekundarstufe ausreichend Platz biete für die kommenden Jahrzehnte.

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