Schlieren

Schulhaus Reitmen: Das erwartet Sie im 75-Millionen-Bau

Ein Jahr vor der Vollendung des Schulhauses Reitmen lädt die Stadt zur Baustellenbesichtigung

Sichtbeton dominiert zurzeit den Raum im zweiten Obergeschoss des Schultrakts, wo dereinst Sekundarschüler in elf Klassenzimmern unterrichtet werden. Beton wird auch an den Wänden in fast allen weiteren Zimmern des neuen Schulhauses Reitmen in Schlieren West zu sehen sein. «Nach dem Innenausbau ergibt dies ein harmonisches Gesamtbild», sagt Eugen Hajas. Er begleitet als Projektleiter der Stadt Schlieren den 75,5-Millionen-Bau und führt gemeinsam mit Finanz- und Liegenschaftsvorsteherin Manuela Stiefel (FDP) sowie Mitgliedern der Baukommission die Bevölkerung heute ab 10 Uhr durch den Rohbau. Der Limmattaler Zeitung gewährt er noch vor der öffentlichen Führung einen Blick hinter die Bauabschrankungen. Das Schulzimmer in der zweiten Etage beeindruckt: Durch das Scheddach – auf der Südseite ist es mit Sonnenpanels ausgestattet auf der nördlichen mit Fensterscheiben – strömt viel Tageslicht in den Raum. «Die Lehrer müssen hier umso mehr aufpassen, dass die Jugendlichen während der Lektion nicht aus dem Fenster schauen», scherzt Hajas.

Das Herz des neuen Schulhauses Reitmen ist der sogenannte Schultrakt. In den nach Osten gewandten Zimmern führt ein Handwerker derzeit die letzten Gipserarbeiten aus. Hier geht es im Vergleich zu anderen Orten der Baustelle ruhig zu und her. In den hohen Räumen zieht ab dem Schuljahr 2017/18 der Mittagstisch der Schule ein. In den drei identischen Zimmern auf der Südseite werden die Kindergärtner dereinst unterrichtet. Ihnen steht pro Zimmer ein Spielplatz, direkt vor dem Gebäude zur Verfügung. «Eine Mauer zur angrenzenden Ecofaubourg-Überbauung wird es nicht geben», sagt Hajas. Man habe eine Öffnung hin zum Innenhof der Nachhaltigkeits-Siedlung angestrebt.

Blick bis zum Gubrist

In den beiden Obergeschossen werden in neun beziehungsweise elf Klassenzimmern Primar- und Sekundarschüler unterrichtet. «Das Spezielle ist, dass diese Etagen über zwei verschiedene Treppenaufgänge erreichbar sind», so Hajas.

Über eine Passerelle im zweiten Obergeschoss des Schultrakts gelangt man in den sogennanten Spezialtrakt. Der viergeschossige gegen die Badenerstrasse gewandte Bau soll den Lärm dämmen. Die Räume darin dienen dereinst als Lehrerzimmer, Büros und Sitzungszimmer. In der obersten Etage, deren Decke vergleichbar mit dem Scheddach leicht gebeugt ist, werden derzeit die meterhohen Fenster eingebaut. Sind die drei Räume einmal fertig, werden sie als Handarbeits- und Holzwerkstätte genutzt. Dann sind auch die Gerüste weg und die Schüler haben direkte Sicht auf die Solarpanels des Schultrakts. Weiter hinten bei den Gleisen ist das Turnhallen-Gebäude ersichtlich und in der Ferne werden sie Gubrist und Altberg sehen.

Der Blick von der Passerelle nach unten, ein schmaler Weg trennt die beiden Gebäude, zeigt emsiges Treiben. Derzeit sind zwischen 70 und 80 Arbeiter auf der Baustelle tätig. Diese schlängeln sich mit Holzlatten auf den Schultern oder Verkleidungselementen unter den Armen zwischen den mit Gerüsten versehenen Fassaden durch.

Sportplatz auf dem Dach

Durchschnitten wird das Gelände des Schulhauses Reitmen von der Parkallee, deren Weiterführung vom Bahnhof bis zum westlichsten Zipfel Schlierens von im Gestaltungsplan Schlieren West vorgeschrieben ist. Derzeit mischen dort Bauarbeiter eine spezielle Betonmelange, die mittels Kran auf das Dach des Baus, direkt an die SBB-Gleise angrenzend, gehievt wird. «Dabei handelt es sich um einen gelenkschonenden Bodenbelag», so Hajas. Denn auf dem Dach des Sporthallentrakts, der eine Dreifachturnhalle sowie eine Aula beherbergt, entsteht ein zusätzlicher Sportplatz. Die Betonmischung wird derzeit von drei Bauarbeitern ebenmässig auf dem Dach verteilt. In einem nächsten Schritt sollen die filigranen Eisenstäbe, die alle paar Meter meterweit in den Himmel ragen mit einem Gitter verbunden werden: Dies wird das Ballfangnetz. Direkt per Lift angeschlossen ist das Dach mit dem Gerätelager im Souparterre. So können Geräte und Matten auch einfach auf das Dach transportiert werden.

Mit diesen Rundgängen wolle man der Öffentlichkeit zeigen, wofür ihr Geld eingesetzt wird, sagt Hajas. Aus seiner Sicht handle es sich bei diesem Schulhausbau um ein absolutes Juwel für die Stadt. Bis heute wurden Werkverträge und Vereinbarungen in der Grössenordnung von 55 Millionen Franken abgeschlossen, die Verantwortlichen sind zuversichtlich, dass sie den im November 2013 gesprochenen Kredit in der Höhe von 75,5 Millionen Franken einhalten können.

Ab 10 Uhr findet je nach Andrang alle 40 Minuten ein Baustellen-Rundgang statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1