Dietikon
Schulhaus Limmatfeld: Es kann noch Jahre dauern

Wer im Gebiet Silbern-Lerzen-Stierenmatt bauen will, braucht weiterhin viel Geduld. Gemäss Stadtrat kann es noch einige Jahre dauern, bis ein neues Schulhaus steht.

Bettina Hamilton-Irvine
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Weil die Moorschutzverordnung fehlte, war die Entwicklung im Gebiet Silbern jahrelang blockiert.

Weil die Moorschutzverordnung fehlte, war die Entwicklung im Gebiet Silbern jahrelang blockiert.

Sandra Ardizzone

Es will und will nicht vorwärtsgehen im Dietiker Arbeitsplatzgebiet Silbern-Lerzen-Stierenmatt. Eigentlich hätte dieses Jahr die Moorschutzverordnung in Kraft gesetzt werden sollen – notabene mit 20 Jahren Verspätung, denn der Bund hat die Kantone verpflichtet, ihre Flachmoore bis spätestens 1997 formell zu schützen. Doch aufgrund eines Rekurses wird der Moorschutz ein Fall für die Richter. Und so lange die Moorschutzverordnung nicht in Kraft ist, ist auch der vom Stimmvolk im Jahr 2012 angenommene Gestaltungsplan für das Gebiet sistiert und das lange ersehnte Schulhaus Limmatfeld kann nicht gebaut werden.

Vielleicht bis vor Bundesgericht

Es könne noch einige Jahre dauern, bis dieses erstellt werden könne, schreibt der Dietiker Stadtrat nun in der Antwort auf eine kleine Anfrage von CVP-Gemeinderat Reto Siegrist. Weil die Naturschutzorganisation Birdlife sowie einige betroffene Grundeigentümer Rekurs gegen die Moorschutzverordnung eingelegt haben, müsse man sich darauf einstellen, dass der Fall möglicherweise bis ans Bundesgericht weitergezogen werden könnte, so der Stadtrat. Doch nur schon bis zu einem erstinstanzlichen Urteil ist mit einer Verzögerung von mindestens einem Jahr zu rechnen, wie Stadtpräsident Otto Müller (FDP) Ende Mai sagte, als klar wurde, dass Rekurs eingelegt wird.

Doch nach Vorliegen der rechtskräftigen Moorschutzverordnung spreche dann baurechtlich nichts mehr gegen ein Schulhaus am vorgesehenen Standort im Gebiet Stierenmatt, schreibt der Stadtrat nun: «Das Grundstück ist bereits im Eigentum der Stadt.» Der einzige Unsicherheitsfaktor sei jedoch, wie generell bei Bauvorhaben, dass Rekurs gegen das Projekt eingereicht werden könnte.

Für andere Grundeigentumsbesitzer in dieser Gegend könnte es unter Umständen sogar noch länger dauern, bis sie bauen können. Zumindest, wenn Einbauten ins Grundwasser vorgesehen sind. Denn die Stadt plant, ein System des Grundwassermessnetzes einzurichten. Bis man so weit sei, dauere es vom Zeitpunkt, wenn die Moorschutzverordnung rechtskräftig ist, etwa vier Monate, schreibt der Stadtrat in seiner Antwort. Danach müsse mit einer Messzeit von rund einem Jahr gerechnet werden, bis die gewünschten Messwerte Bauwilligen zur Verfügung gestellt werden könnten. Der Stadtrat weist aber auch darauf hin, dass es jedem Bauherrn freigestellt ist, die notwendigen Nachweise für Einbauten ins Grundwasser selber erarbeiten zu lassen: «In diesem Fall muss nicht zugewartet werden, bis die Messdaten der Stadt zur Verfügung stehen.»

Standort ist geeignet

Nicht nötig sind Einbauten ins Grundwasser beim Schulhaus Limmatfeld, das in der Nähe des städtischen Werkhofs realisiert werden soll. Deshalb könne mit der Planung nach Inkraftsetzung der Schutzverordnung «unverzüglich begonnen werden», schreibt der Stadtrat. Das Grundstück wurde in einer Standortabklärung 2013 als geeignet evaluiert. Ein externes Büro hat zudem 2015 eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, die den Standort ebenfalls als geeignet erachtet – unter Berücksichtigung der Vorschriften der zukünftigen Moorschutzverordnung.