Oberengstringen
Schulhaus könnte die Abwärme sinvoll nutzen

Wie lässt sich die Abwärme, die das geplante Rechenzentrum auf dem Areal der ehemaligen Blumenbörse produziert, sinnvoll nutzen? Diese Frage beschäftigt den Oberengstringer Gemeinderat seit längerem.

Sandro Zimmerli
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Die ehemalige Blumenbörse wird in ein Rechenzentrum umgebaut. Danach steht der Gemeinde die Abwärme gratis zur Verfügung.

Die ehemalige Blumenbörse wird in ein Rechenzentrum umgebaut. Danach steht der Gemeinde die Abwärme gratis zur Verfügung.

Sandro Zimmerli

Vergangenen Freitag hat die Firma Equinix angekündigt, dass in den kommenden Wochen die Bagger auffahren werden und der Umbau der ehemaligen Blumenbörse in ein Rechenzentrum beginnt. Dabei wies Marco Dottarelli, Managing Director von Equinix Switzerland, darauf hin, dass die Gemeinde Oberengstringen, die Abwärme des Rechenzentrums gratis nutzen könne. Allerdings müsse die Gemeinde die nötigen Investitionen zum Abtransport der Abwärme tragen.

Arbeitsgruppe «Erweiterung Schulhaus»

«Es wäre sinnvoll, diese Energie zu nutzten und sie nicht verpuffen zu lassen», sagt Oberengstringens Bauvorstand René Beck. Möglich sei, dass man die Abwärme im Zusammenhang mit der Erweiterung des in unmittelbarer Nachbarschaft der ehemaligen Blumenbörse befindlichen Schulhauses Allmend zum Heizen nutzen könne. In der Arbeitsgruppe «Erweiterung Schulhaus» sei das Thema kürzlich diskutiert worden.

LED: Umrüstung an Fussgängerstreifen

Was mit der Abwärme des Rechenzentrums geschieht, ist noch offen. Weiter ist Oberengstringen dafür bei einem anderen Energiethema. Vor kurzem wurde die Beleuchtung in den Unterführungen beim Zentrum und beim «Gasibrüggli» auf LED umgerüstet. Der Gemeinderat erklärte damals, dass er auch bei der Strassenbeleuchtung auf dieser Schiene weiterfahren wolle. Im Bereich Lanzrain Süd und am Staldenweg wurde das Vorhaben bereits realisiert. Nun ist man wieder einen Schritt weiter. «Wir wollen bei sämtlichen Fussgängerstreifen die Beleuchtung auf LED umrüsten. Sowohl auf der Zürcherstrasse als auch auf allen Gemeindestrassen», sagt Bauvorstand René Beck. Bis im Juni erwarte der Gemeinderat eine Offerte der EKZ. Damit wäre gewährleistet, dass man einen Betrag zur Umrüstung in das Budget 2013 aufgenommen werden könnte. (zim)

«Wir können uns vorstellen, dass wir den bestehenden Technikraum im Schulhaus nicht mehr erneuern und stattdessen einen neuen Heizungsraum bauen, wo die Abwärme des Rechenzentrums aufbereitet wird», so Beck.

Die Erweiterung des Schulhauses Allmend wird notwendig, weil die Schule mehr Platz braucht für die Einrichtung von Gruppenräumen. Derzeit laufen die Planungen für dieses Vorhaben. «Dabei wird auch die Möglichkeit der Nutzung der Abwärme des Rechenzentrums in unsere Überlegungen miteinbezogen», sagt Beck.

Keine Abwärme für Nachbarhäuser

Sicher ist, dass die Abwärme nicht für das Heizen der Mehrfamilienhäuser rund um die ehemalige Blumenbörse genutzt werden kann. Diese Idee hat sich zerschlagen, nachdem die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) eine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt haben. «Sie kamen zum Schluss, dass in der Nachbarschaft zu wenig Potenzial für die Nutzung der Abwärme vorhanden ist», hält Beck fest.

Ob die Gemeinde bei einer allfälligen Nutzung der Abwärme für das Schulhaus nochmals das Gespräch mit den EKZ sucht, ist noch offen. «Auch die Erdgas AG Zürich bietet solche Dienstleistungen zur Nutzung von Abwärme an», so Beck.

Während die Gemeinde bezüglich der Nutzung der Abwärme noch abwartet, ist sie bei einem anderen Energiethema – der Umrüstung auf Sparlampen – einen Schritt weiter. (siehe Kontext).