Dietikon
Schüler entdecken spielerisch den Wald

Viertklässler lernen im Rahmen von «Baumwelten» mit einem Umweltpädagogen die Funktion der Bäume kennen.

Anina Gepp
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Umweltpädagoge Stephan Kelzer erklärt den Kindern die Funktion der Bäume
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Der 9-jährige Elion klettert am liebsten auf Bäume
Baumwelten in Dietikon
Mit vereinten Kräften schleppen die Kinder Äste für ihr Waldsofa an
Stephan Kelzer hilft den Schülern beim bauen des Waldsofas
Lehrer Christian Grau begrüsst das Programm Baumwelten, da viele seiner Schüler selten an der frischen Luft sind
Die 9-jährige Jessi studiert ihren Lieblingsbaum

Umweltpädagoge Stephan Kelzer erklärt den Kindern die Funktion der Bäume

Anna Gepp

Die 9-jährige Jessi Ingram hat den Kopf in den Nacken gelegt und blickt fasziniert in die Baumwipfel des Dietiker Waldes. Welcher wohl der schönste aller Bäume ist? Die Schülerin entscheidet sich für eine schmale Eiche, die noch ein paar wenige orange gefärbte Blätter trägt. Jedes Kind der vierten Klasse von Lehrer Christian Grau hat den Auftrag bekommen, sich für ein Lieblingsexemplar zu entscheiden. Der Umweltpädagoge Stephan Kelz, der den Tag mit den Schülern im Wald leitet, steht ihnen beratend zur Seite.

Weil heute vielen Kindern der Bezug zur Natur fehlt, schickt die Non-Profit- Organisation «Lunge Zürich» jährlich 1300 Primarschüler aus dem Kanton Zürich im Rahmen von «Baumwelten» für insgesamt vier Tage im Jahr in den Wald. Dort sollen die Kinder den Wald mit einem Umweltpädagogen spielerisch kennen lernen und einen engeren Bezug zur Natur bekommen. Gestern fand für die Dietiker Schulklasse des Schulhauses Steinmürli der erste dieser Tage an der frischen Luft statt.

Eine neue Erfahrung

Das selbst gebaute Waldsofa, für das alle Kinder grosse Äste angeschleppt und kreisförmig ausgelegt haben, ist der Mittelpunkt des Geschehens. Zwischen allen Aktivitäten bildet es den Treffpunkt für Gespräche. Hier erklärt Kelzer den Schülern die Funktion des Waldes sowie die Bedeutung einer intakten Umwelt. «Wer weiss, wie viele Adern ein Blatt hat?», fragt Kelz in die Runde. Die Kinder beginnen zu rätseln. Dass es tatsächlich nur zwei sind, erstaunt die Schüler. Im Anschluss darf jedes Kind vorsichtig eine Baumknospe auspacken. Kelz erklärt, dass im Inneren der Knospe bereits ein Blatt heranwächst, das sich im Frühling entfalten wird.

Für viele der Kinder ist der Tag im Wald eine ganz neue Erfahrung. Der 9-jährige Elion Berisha würde sich beispielsweise nie alleine in die Natur trauen: «Ich hätte Angst», sagt er. Dennoch finde er es spannend, auf Bäume zu klettern und am Mittag eine Wurst am Lagerfeuer zu essen.

Lehrer Grau ist froh um das Projekt «Baumwelten». Er hofft, dass Kinder dadurch auch privat wieder mehr Zeit draussen oder im Wald verbringen.