Laura Stierli, Sie sind Präsidentin von 750 Schülerinnen und Schülern. Was ist Ihre Hauptaufgabe?

Laura Stierli: Ich muss die Schülerorganisation koordinieren, lege Sitzungen fest und leite sie. Ich verteile die Aufgaben und lanciere die verschiedenen Anlässe. Das ist meine Hauptaufgabe. Ich halte aber auch die Eröffnungsrede für Neueintretende. Ich habe auch den meisten Kontakt zum Schülerorganisations-Berater, der uns Tipps geben und Zimmer für uns bereitstellen kann. Ich vermittle auch Nachhilfeunterricht.

Haben Sie Einfluss auf die Schulpolitik der Kantonsschule Limmattal?

Nicht gross. Die Schülerorganisation ist verpflichtet, mit drei Leuten am Lehrerkonvent teilzunehmen. Dort werden wir immer direkt informiert, was bei den Lehrern so läuft.



Aber ein Mitspracherecht haben Sie nicht.

Am Lehrerkonvent haben wir bei Abstimmungen auch je eine Stimme.

Was bedeutet das 40-Jahr-Jubiläum aus Sicht der Schülerorganisation?

Die Schülerorganisation hat keinen grossen Einfluss aufs Jubiläum. Wir sind glücklich und froh, dass uns die Schulleitung zur Feier eingeladen hat, und freuen uns sehr auf diesen Event.

Was ist das Wichtigste, das die Schülerorganisation in den vergangenen vierzig Jahren erreicht hat?


Ich denke, da kann man nicht einen bestimmten Event nennen. Aber der Kanti-Ball ist jedes Jahr ein Highlight für Schüler und Lehrer.

Haben Sie schulpolitisch etwas erreicht?

Nein, in meinem Amtsjahr nicht, es gab aber auch keine Probleme von der Schülerschaft her. Wenn es grössere Probleme gibt, treten diese bei den Evaluationen hervor, bei der die Schüler die Schule bewerten können. Diese sind nicht durch die Schülerorganisation organisiert. Wir sind eher für kleinere Anliegen da.

Begehen die Schüler ihre eigenen Feierlichkeiten?

Für Schüler gibts eine separate öffentliche Feier am folgenden Tag.

Wie ist das Verhältnis zwischen den Schülern und der Lehrerschaft?


Wir haben im Allgemeinen ein recht gutes Verhältnis. Es gibt aber Unterschiede nach Altersstufen. Ich persönlich habe in oberen Klassen bessere und persönlichere Verhältnisse erlebt als in jüngeren Jahren. Besonders auch im Zusammenhang mit der Maturitätsarbeit. In höheren Klassen bekommt man auch mehr Mitspracherechte, zum Beispiel können wir im Schwerpunktfach mitbestimmen, welche Themen wir gerne noch behandeln möchten.

Gibt es auf Ebene Schülerorganisation und Schulleitung regelmässige Kontakte?

Ja, hauptsächlich mit Prorektor Harald Pierhöfer. Er ist unsere Ansprechperson aus der Schulleitung und zuständig, uns Bewilligungen zu erteilen. Mit dem anderen Prorektor Andreas Messmer und mit dem Rektor Werner De Luca haben wir weniger Kontakt.

Wieso soll ein Bewerber die Kantonsschule Limmattal wählen und nicht ein Gymi in Zürich?

An der Kanti Limmattal kann man aus einem grossen Bereich von Profilen auswählen. Mein Pam-Profil wird nur an drei Schulen im Kanton Zürich angeboten. Auch besteht die Möglichkeit, Wirtschaft und Bio-Chemie mit Immersion zu wählen, das heisst, einzelne Fächer auf Englisch unterrichtet zu bekommen.

Gibt es noch mehr Vorteile?

An der Kanti Limmattal bietet man eine grosse Auswahl an Freifächern an. Das geht von Handarbeit über Chinesisch bis zu Russisch. Unsere Skilager sind auch immer ausgebucht und sehr beliebt.

Die Kantonsschule Limmattal gilt als streng. Sehen Sie das auch so?


(lacht) Ich habe sicher schon davon gehört. Es ist ein Mythos. Ich kann die Situation aber schlecht beurteilen, weil ich andere Gymnasien nicht kenne. Ich würde sagen, Strenge bedeutet nicht gleich schlecht. Wir werden gefördert und lernen auch viel.

Es scheint Ihnen an der Kanti zu gefallen.

Ja, ich bin zufrieden. Ich hatte eine schöne Schulzeit und habe viel gelernt.