«Er ist ein netter Junge! Er erledigt seine Arbeiten zuverlässig und gut» oder «Gratuliere zu diesem Projekt». So klingen die Kommentare, die zufriedene Kunden auf der Jobplattform www.schuelerjobs-uitikon.ch hinterliessen. Initiantin des Projekts ist das Elternforum Uitikon Waldegg. Astrid Lienhart, die das Projekt betreut, hat ein klares Ziel vor Augen: «Teenager sollen den Umgang mit Geld lernen. Wie man es verdient, aber auch wie man es danach bedächtig ausgibt», sagt sie.

Bereits 15 Jobs vermittelt

Die Handhabung ist einfach. Auf der Website können arbeitswillige Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren Inserate aufschalten, die ihre Dienste anpreisen. Gian, Kantischüler mit guten Noten, bietet Vorbereitungskurse für die Gymiprüfung, während die zwölfjährige Sanya gerne Hunde ausführen würde. Menschen, die gezielt eine Arbeitskraft für kleine spezifische Arbeiten wie Autowaschen oder Rasenmähen suchen, können diese ebenfalls ausschreiben. So wurden während fünf Monaten, in denen die Plattform inzwischen online ist, 15 Jobs vermittelt. Die Zahl, die nach wenig klingt, relativiert Lienhart damit, dass das Angebot noch nicht grosse Bekanntheit erlangt habe. «Die Jugendlichen in Uitikon schätzen die Jobvermittlung.

In den meisten Fällen sind die Aufträge nach nur wenigen Stunden vergeben», so Lienhart. Das Potenzial die Nachfrage auf Kundenseite zu steigern ist laut Lienhart gross: «Beinahe jeder hat ein schmutziges Auto, ergo hätte auch beinahe jeder einen Schülerjob zu vergeben.»

Kinder mit Luxus verwöhnt

Neben den monetären Verdiensten erhalten die Teenager noch eine Lektion fürs Leben. «Heute haben Jugendliche enorm hohe materielle Ansprüche. Speziell bei uns in Uitikon gibt es bereits viele Kinder, die Luxusgüter besitzen», sagt Lienhart. Genau hier entstehe eine Diskrepanz, denn der Wert der eigenen Arbeit und der Wert der Luxusgüter klaffe auseinander. «Genau dafür wird ein Bewusstsein geschaffen und die Motivation, eine solide Ausbildung zu absolvieren gestärkt».

Für Lienhart ist zentral, dass Schüler den Wert der Arbeit begreifen, sie unterstreicht, dass sie Kunden auch mal bremst, wenn es um die Bezahlung geht. «Viele möchten die Arbeit mit bis zu 25 Franken pro Stunde entlöhnen, aber dies wäre am Ziel vorbeigeschossen.» 15 Franken, die ein Schüler stündlich verdienen könne, seien unter dem Gesichtspunkt, dass gewisse Arbeitnehmer ohne Ausbildung auf dem freien Markt nur geringfügig mehr verdienen, sehr fair.

Beflügelt von den positiven Rückmeldungen, die sie von den Kunden und Teenagern erhalten hat, glaubt Lienhart an den Erfolg der Jobbörse. Nun sei es wichtig, dass sich noch mehr Auftraggeber finden, die den Jugendlichen die Möglichkeit geben, Verantwortung zu übernehmen und ein bisschen Geld zu verdienen.