Das eindeutigste Indiz dafür liefert die zusätzliche Zielgruppe der 5. und 6.-Klässler: 31 Jugendliche haben sich während der Pilotphase im Schuljahr 2012/2013 bei der Jugendarbeit gemeldet, ihre Ideen und Wünsche eingebracht und einige auch gleich selbst verwirklicht. «Das ist eine verhältnismässig hohe Zahl», sagt Meerwein. Und damit auch eine Bestätigung, dass mit dem neuen Konzept nicht an den Jugendlichen vorbei geplant wurde.

Auf Partizipation ausgerichtet

Mehr Nähe zu den Jugendlichen - das war denn auch einer der Kernpunkte der Neuausrichtung der Jugendarbeit. Dieses Ziel erreichte die Jugendarbeit mit einem einfachen Mittel: Sie gab dem Urdorfer Nachwuchs in der Schule die Möglichkeit, per Fragebogen selbst zu bestimmen, wo Defizite bestehen und wie man diese beheben kann. Das gesamte Konzept sei auf eine starke Partizipation der Jugendlichen ausgerichtet, erklärt Meerwein. «Wir wollten ihnen kein fixfertiges Programm hinstellen, mit dem sie dann vielleicht gar nicht viel anfangen können.»

Stärkere Einbindung der Schule

Als weiterer Schwerpunkt der Neuausrichtung wurde die Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendarbeit strukturell verankern. Vor allem im Bereich der Information ist das wichtig: «Jeweils zu Beginn des Schuljahres zeigen wir den Jugendlichen und auch deren Eltern auf, was die Jugendarbeit anbietet», so Köbeli. Zudem sei es der Gemeinde wichtig gewesen, dass alle Akteure, die mit der Jugendarbeit zu tun haben - dazu gehören auch Vereine und Kirchen -, sich regelmässig austauschen können.

Jüngere Zielgruppe angesprochen

Eine entscheidende Neuerung erfuhr die Jugendarbeit mit der Erweiterung der Zielgruppe um die 5. und 6. Primarklassen. «Die Jugendarbeit ist in Urdorf mit seiner Nähe zur Stadt Zürich für jüngere Schüler wichtiger als für ältere. Ab Schulabschluss orientieren sich die Jugendlichen mehr in Richtung Zürich», so Meerwein.

Im Pilotjahr wurden nun bereits einige Projekte realisiert. So wurde in Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit das Film- und Fotoprojekt «weR» auf die Beine gestellt, das mit einer Ausstellung am Urdorffäscht 2014 seinen Abschluss findet. Weiter wurden Streetfussball-Turniere und ein Graffitiworkshop organisiert, zudem beteiligt sich die Gemeinde zusammen mit Schlieren, Dietikon und Oberengstringen an den «Midnight Sports»-Events. Weitergeführt werden zudem Freizeitangebote wie der Ferienspass und die Schüler- und Ice- Discos.

Erster Erfolg: Halfpipe

Dass die Gemeinde die Wünsche der Jugendlichen ernst nimmt, zeigt sich auch am Halfpipe-Projekt, das sich zurzeit in Planung befindet. Über 200 Schülerinnen und Schüler hatten im Dezember 2012 einen Antrag für eine bessere Skateranlage auf dem Basketballplatz Embri unterschrieben. «Der Gemeinderat wird demnächst darüber befinden», so Meerwein.