Dietikon/Schlieren
Schon 15 Depots: Biohof baut Netz von Abholstationen aus

Die Milchprodukte-Abos des Dietiker Hofes Im Basi laufen gut: Die Genossenschafter können ihre Produkte nun auch in Schlieren abholen.

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Rosmarie Minder, Fabian Brandenberger und Anita Triaca freuen sich über die positiven Rückmeldungen der Abonnenten.
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In der hofeigenen Käserei stellen Minder und zwei weitere Mitarbeiterinnen die Milchprodukte her.
Der Käse wird in einem Keller gelagert.
Ansonsten gehören Milch, Joghurt und Quark zu den Standardprodukten des Abos.
An einem Automaten auf dem Hof kann man die Produkte auch direkt kaufen.
In diesem Stall leben die 25 Kühe des Biohofs Im Basi.
«Die Leute schätzen, dass sie mit eigenen Augen sehen können, dass es unseren Kühen gut geht. Das schafft Transparenz", sagt Triaca.
Der Hof bietet nun im fünften Jahr seine Milchprodukte-Abos an.

Rosmarie Minder, Fabian Brandenberger und Anita Triaca freuen sich über die positiven Rückmeldungen der Abonnenten.

Sandra Ardizzone

«Diesen Frieden im Stall gibt es sonst fast nie», sagt Fabian Brandenberger und blickt auf seine 25 Kühe, die ruhig an ihrem Platz liegen. Er führt den Dietiker Biohof Im Basi gemeinsam mit seiner Frau Anita Triaca. Die beiden bieten seit 2016 Milchprodukte-Abonnements an. Die derzeit rund 250 Abonnentinnen und Abonnenten zahlen Anfang Jahr ihren Betrag ein und erhalten dafür wöchentlich unter anderem Milch, Käse, Joghurt und Quark. Die Produkte können sie bei verschiedenen Depots im Limmattal und in Zürich abholen. Anfang Oktober ist eine Abholstation im Schlieremer Zentrum an der Sägestrasse dazugekommen. Es ist bereits die fünfzehnte.

«Für den Standort Schlieren haben wir uns entschieden, weil wir bereits einige Depots in der Stadt Zürich haben und Schlieren somit auf unserer Route liegt», erklärt Triaca. Weitere Abholstationen befinden sich in Dietikon und Urdorf. «Der neue Depotkühlschrank in Schlieren wird bisher noch nicht so stark genutzt», sagt Brandenberger. Er hoffe, dass sie noch etwas an Bekanntheit gewinnen könne, denn für das kommende Jahr seien noch einige wenige Aboplätze frei.

Die Abonnenten, die auch Teil der Genossenschaft «basimilch» sind, übernehmen das Verteilen der Produkte auf die verschiedenen Depotstandorte. Sie leisten jährlich zwei bis vier Arbeitseinsätze. Zu den Tätigkeiten gehören auch das Abwaschen von leeren Gläsern oder das Abpacken der Milchprodukte.

«Ohne die Mithilfe unserer Abonnenten könnten wir die Arbeit auf dem Hof nicht stemmen», sagt Triaca. Einerseits helfen die Genossenschafter immer wieder gerne, andererseits sei diese Bedingung auch ein Knackpunkt, der bei einem Neuabschluss eines Abos überwunden werden müsse, sagt Brandenberger.

Durch das Abokonzept kann Food Waste vermieden werden

Die Mitarbeit auf dem Hof durch die Genossenschafter sei ein Weg, wie sich die Konsumenten mit dem Hof und seinen Produkten identifizieren können, sagt Rosmarie Minder, die in der Käserei des Hofs arbeitet. «Es ist schön, dass wir unsere Abonnenten kennen. Durch die persönliche Beziehung bleiben sie uns meist treu», fügt sie hinzu.

Ein Vorteil des Abonnement-Konzepts sei zudem, dass so Food Waste vermieden werden könne. «Wir produzieren nur so viel, wie bestellt wird», sagt Brandenberger. Zudem werden die Produkte der Abos in Glasbehälter abgefüllt, die retourniert und wiederverwendet werden.

Neben den Abonnements verkauft der Biohof Im Basi auch Produkte direkt ab Hof über einen Automaten. Gemeinsam mit Minder sind zwei weitere Mitarbeiterinnen zu insgesamt 170 Stellenprozent in der Käserei des Hofs im Einsatz. Für die Arbeit auf dem Hof ist mit Triaca und Brandenberger eine weitere Mitarbeiterin zuständig. «Der Hof wie auch die Käserei sind Sieben-Tage-Betriebe», sagt Triaca.

«Die Rückmeldungen unserer Abonnenten sind sehr gut», sagt Triaca. «Die Leute schätzen, dass sie mit eigenen Augen sehen können, dass es unseren Kühen gut geht. Das schafft Transparenz.» Ein weiterer Vorteil sei, dass sie nicht vor dem Gestell aus einer riesigen Auswahl an Produkten aussuchen müssen.

Qualität ist ihnen wichtiger als Wachstum

Mit den etwa 250 Abos, die der Biohof Im Basi nun bereits im fünften Jahr verkauft, seien die Kapazitäten des Hofs ziemlich ausgelastet, sagt Brandenberger. Ausbauen wolle man den Hof daher nur minim. Wachstum sei nicht das Ziel. «Vielmehr wollen wir unsere Qualität aufrechterhalten.» Die Anzahl Kühe stehe zudem in einem guten Verhältnis zur Fläche des Bodens, um diesen fruchtbar zu halten. «Dass wir eines Tages eine weitere Abholstation – beispielsweise in Unterengstringen – er­öffnen, schliessen wir aber nicht aus.»