«Wir haben heute keinen Einfluss auf die Schliessung der Chübelackerstrasse. Das ist Sache des Kantons», betonte Gemeindepräsident Hanspeter Haug gestern Abend an der Weininger Gemeindeversammlung im Quartierzentrum Föhrewäldli in der Fahrweid.

Gleichwohl war der Chübelacker ein grosses Thema bei der Diskussion um den Gestaltungsplan für das Gubrist-Areal. Die Bewohner des Chübelackers sahen ihre Chance gekommen, ein Zeichen zu setzen gegen die Neugestaltung der Kreuzung von Zürcher- und Umfahrungsstrasse, die für sie mitbringt, dass die Chübelackerstrasse zur Sackgasse wird und nicht mehr wie früher in die Zürcherstrasse einmündet.

Und so kam von einem der Quartierbewohner der Antrag auf eine Abänderung des Gestaltungsplans, in dem die vom Kanton geplante neue Strassengestaltung bereits eingezeichnet ist. Man solle das W aus dem Plan entfernen, das symbolisiert, dass das südliche Ende der Chübelackerstrasse neu ein Wendeplatz wird. Dieser Änderungsantrag wurde mit 34 zu 23 Stimmen abgelehnt.

Danach wurde der unveränderte Gestaltungsplan mit 62 zu 5 Stimmen genehmigt. 71 Stimmberechtigte waren an der Gemeindeversammlung anwesend.

Mit dem Ja zum Gestaltungsplan Gubrist-Areal ist nun der Weg frei für die Entwicklung des Gebiets rund um das Gubrist-Portal respektive die Siedlungsreparatur, die erst durch den jahrelangen Kampf der Gemeinde Weiningen und deren Präsident Hanspeter Haug überhaupt möglich wurde. Das Bundesamt für Strassen (Astra) war verpflichtet worden, eine 100 Meter lange Überdeckung des Gubrist-Westportals zu projektieren. Auf dem Deckel selber ist eine Fläche für eine öffentliche Nutzung geplant, wo unter anderem ein Feuerwehrgebäude gebaut werden soll.

Als nächstes stand die Verwaltungsreform 2018 an, in der insbesondere eine Erhöhung des Stellenplans der administrativen Gemeindeverwaltung um 150 Prozent vorgesehen ist. «Wir haben immer mehr operative Handlungen auf der Gemeindeverwaltung, die wir extern vergeben müssen, weil wir einfach die Ressourcen nicht mehr haben, um das selber zu bewältigen», erklärte Gemeindepräsident Haug. Ausserdem gebe es immer mehr Überstunden, die vergütet werden müssten.

Haug erinnerte sich auch an seine Kindheit. Damals bestand das Gemeindehaus noch aus einem Sitzungszimmer, einer Wohnung des Polizisten und einer Wohnung des Gemeindeschreibers. Später wurde das Gemeindehaus immer mehr ausgebaut.

Die Verwaltungsreform, die von der Gemeindeversammlung einstimmig angenommen wurde, soll mitunter die Anstellung eines Hochbausekretärs ermöglichen, was den Hochbauvorsteher und den Gemeindeschreiber entlasten soll.

Um aufzuzeigen, dass die Reform nötig ist, nannte Schulpräsident Mario Okle einige spannende Zahlen: So habe in den letzten zehn Jahren die Anzahl Bauerlasse um 28 Prozent zugenommen. Die Kosten für externe Bauingenieure nahmen um 50 Prozent zu. Bei 15 Prozent mehr Einwohnern sei die Anzahl Stellenprozente um nur 10 Prozent gestiegen. Mit der nun genehmigten Erhöhung betrage der Stellenanstieg im Zehnjahresvergleich 15,8 Prozent.

Nach Genehmigung der Verwaltungsreform sagte die Gemeindeversammlung auch einstimmig Ja zur Kreditabrechnung über den Einbau eines Personenlifts in das Schlössli. Mit zwei Gegenstimmen wurde danach auch die Jahresrechnung 2017 angenommen.

Als Delegierter für die Delegiertenversammlung des Zweckverbandes Seniorenzentrum Im Morgen in Weiningen wählte die Gemeindeversammlung wiederum Peter Sporri.

Nach der Abhandlung der Traktanden kam es zur grossen Verabschiedung. Der grösste Abschied galt – nach 24 Jahren im Gemeinderat – dem Gemeindepräsidenten Hanspeter Haug. Er erhielt eine Weininger Wappenscheibe, auf der neben den traditionellen Symbolen wie dem Weininger Wappen auch die Überdeckung des Gubrist-Portals abgebildet ist.

«Sie machen mich verlegen», sagte Haug nach dem langen Applaus, zu dem der ganze Saal aufstand. Zum Schluss gab Haug den Gemeindehausschlüssel an den bisherigen Schulpräsidenten und neuen Gemeindepräsidenten, Mario Okle, und sagte ihm: «Du bist jetzt der Chef.» Ein historischer Moment.

Nach 22 Jahren im Gemeinderat wurde zudem Finanzvorstand Rolf Bärenbold verabschiedet, der einen Holzbär mit dem Weininger Wappen erhielt. Weiter wurden verabschiedet Bauvorstand Hans-Peter Stöckl, die Rechnungsprüfer André Treina und Oskar Steinacher sowie die Schulpflegemitglieder Heidi Schärer und Manuel Rodriguez.