Spital Limmattal
Schlussstrich unter Privatisierungspläne

Das Spital Limmattal kommt nicht zur Ruhe. Die Klinik löst Verträge mit H-Service auf. Zudem kommt es Anfang 2011 zu Neuwahlen im Verwaltungsrat.

Matthias Kessler und Jürg Krebs
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Schlussstrich unter Privatisierungspläne

Schlussstrich unter Privatisierungspläne

Limmattaler Zeitung

Eine «von Sachlichkeit geprägte Aussprache» sei es gewesen, welche die Delegierten des Spitalverbands Limmattal an ihrer Versammlung vom Mittwochabend führten – dies schreibt das Spital Limmattal in einer gestern Donnerstag verschickten Mitteilung.

Dabei beschlossen sie, ohne hitzige Diskussionen oder Wortgefechte, die Auflösung des Managementvertrags mit der Firma HServices und beendeten damit die vom Verwaltungsrat in den letzten Monaten verfolgten Privatisierungspläne.

Weichen werden gestellt

«Der Entscheid wurde von den Delegierten mehrheitlich bedauert», sagt Max Walter, der als Vizepräsident des «Limmi»-Verwaltungsrats das Gremium nach dem sofortigen Rücktritt von Spitalpräsident Thomas Hächler leitet.

Man sei sich im Klaren, wie schwierig sich die Gesamtsituation darstelle – aber nach all der Kritik an den Plänen, eine Zusammenarbeit von Trägergemeinden und Privaten anzustreben, aufgrund der dadurch entstandenen Unruhe, insbesondere innerhalb des Spitals, habe «ein Schlussstrich» gezogen werden müssen.

Mit der Beendigung der Zusammenarbeit mit HServices, die vom Spitalverband für die geleistete Arbeit bezahlt, des Weiteren aber nicht entschädigt wird, soll laut Walter die Suche nach einem Spitaldirektor, einer Spitaldirektorin vorangetrieben werden.

Das Stellenprofil sei erarbeitet, die Personalberatungsfirma Mercuri Urval mache sich nun daran, geeignete Personen zu finden. «Wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten sechs bis neun Monaten die Direktion besetzen können», so Walter. Bis dahin übernimmt Pflegedirektorin Heidi Kropf diese Aufgabe.

Auch auf strategischer Ebene sind in den nächsten Monaten die Weichen zu stellen. Einerseits wird ein neuer Spitalpräsident gesucht; Walter, Gemeindepräsident von Regensdorf und erster Nicht-Limmattaler an der Spitze des Spitalverbands, wird die Aufgabe nach eigener Aussage lediglich bis zur Wahlversammlung im Januar oder Februar 2011 ausführen.

Andererseits kann nach dem definitiven Ja zu den neuen Verbandsstatuten (Ausgabe vom Montag) der Verwaltungsrat von fünf auf sieben Personen erweitert werden, auch externe Fachleute sind wählbar.

Walter ist der Meinung, dass beispielsweise die Wahl einer juristisch versierten und einer in Finanzfragen erfahrenen Person Sinn mache. Eine siebenköpfige Findungskommission, bestehend aus drei Verwaltungsräten und vier Delegierten, soll mit der Suche betraut werden.

Sanierung spätestens 2015

Die Arbeiten im Zusammenhang mit dem Neubau des Spitals ruhen, bis die Baukommission, die im Dezember tagt, einen Vorschlag zuhanden der Delegiertenversammlung ausgearbeitet hat.

Bereits steht fest, dass durch die Verzögerungen beim Neubau Anpassungen und Sanierung am bestehenden Gebäude unausweichlich sind. Spätestens um das Jahr 2015 herum müssen die Gemeinden gemäss Walter einen zweistelligen Millionenbetrag für diese Arbeiten einkalkulieren.

Für Thomas Hächler ging am Mittwochabend nach sechs Jahren im Präsidium «eine unglaublich interessante und bereichernde Zeit» zu Ende. Es sei aber richtig, jetzt zurückzutreten. Die anstehenden Entscheidungen müssten von einem neuen Verwaltungsrat gefällt werden, um Glaubwürdigkeit zu erlangen.