Dietikon

Schluss mit Corona-Hilfe: Die Mieter der Stadt zahlen wieder selber

Corinne Frischknecht, Inhaberin der Buchhandlung Scriptum, freute sich über die Krisenhilfe der Stadt.

Corinne Frischknecht, Inhaberin der Buchhandlung Scriptum, freute sich über die Krisenhilfe der Stadt.

64000 Franken kostete der Dietiker Mietzinserlass infolge Corona. Zehn Betriebe profitierten von dem Programm.

Die Stadt Dietikon zeigte sich in der Coronakrise kulant gegenüber ihren Mietern: Zehn verschiedenen Betrieben wurde die Miete während mehrerer Wochen oder gar Monate erlassen. Schliesslich mussten Restaurants und verschiedene Geschäfte geschlossen bleiben. Vom städtischen Mietzinserlass profitierten unter anderem die Buchhandlung Scriptum, das Kulturzentrum Gleis 21 und die Taverne zur Krone.

Diese Hilfe ist ­inzwischen vorbei. Nun zieht sie Bilanz 64000 Franken hat die Corona-Hilfe für Mieter gekostet, wie Peter Baumgartner, Leiter der Hochbauabteilung der Stadt Dietikon, auf Anfrage sagt. Es wurde also nur rund die Hälfte des Geldes beansprucht, das zur Verfügung stand. Ende März hatte der Dietiker Stadtrat auf Antrag der Liegenschaftenverwaltung 122000 Franken als Budgetposten für die Mietzinserlasse genehmigt.

Ursprünglich zehn und am Schluss nur noch ein Betrieb

Seit Anfang Juli stellt die Stadt Dietikon ihre Mietzinsen wieder wie vor der Coronakrise in Rechnung. Begonnen hatten die Mietzinserlasse rückwirkend per Mitte März. Damals begann der Lockdown in der Schweiz – Restaurants und weitere Geschäfte wurden geschlossen.

Während im ersten Monat des Programms, also von Mitte März bis Mitte April, zehn Betriebe von einem vollumfänglichen Erlass der Miete profitieren konnten, war es von Mitte April bis Mitte Mai nur noch die Hälfte. Fünf Betriebe zahlten dank der teilweisen Lockerung am 27. April immerhin einen Teil der Miete wieder. Die Liegenschaftenverwaltung hat regelmässig aufgrund der Einschränkungen und Lockerungen die Mietzinserlasse angepasst.

Von Mitte Mai bis Mitte Juni wurde niemandem mehr die gesamte Miete erlassen. Nur noch zwei Gastrobetriebe erhielten eine Reduktion der Mietkosten, da nach wie vor nicht die volle Restaurantkapazität genutzt werden konnte. In der zweiten Junihälfte wurde dann nur noch einem Gastrobetrieb eine Mietzinsreduktion gewährt. Ab Juli mussten wieder alle Mieter ohne Unterstützung der Stadt ihre Mieten begleichen.

Die Mieter der Stadt Dietikon waren für die Unterstützung während der Coronakrise dankbar. So sagte beispiels- weise die Inhaberin der Buchhandlung Scriptum, Corinne Frischknecht, im Mai gegenüber der «Limmattaler Zeitung», dass sie über diese Unterstützung «extrem froh» sei. Besonders schätzte sie die Unkompliziertheit der Stadt. Anton Kiwic, Hochbauvorstand der Stadt Dietikon, betonte, dass die Stadt mit dieser Solidarität dem Lädelisterben entgegenwirken wolle.

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