Herr Brühlmann, was ging Ihnen durch den Kopf, als sie den Sketch von Giacobbo/Müller zum Thema «Ferien in Schlieren» sahen?

Toni Brühlmann-Jecklin: Zunächst musste ich einmal leer schlucken. Dann wunderte ich mich sehr darüber, dass man in Leutschenbach offensichtlich nicht mitbekommen hat, dass sich in Schlieren viel getan hat in den letzten zehn Jahren. Da wurden viele alte Klischees wie etwa der Auto-Occasionshandel und Schlieren als Durchfahrtsstadt angesprochen.

Was hat sich denn seither betreffend dieser Klischees verbessert?

Ganz wichtig waren sicher die verkehrsberuhigenden Massnahmen, wie die Reduktion der Fahrspuren im Bereich der Badener-/Zürcherstrasse. Dann wurde der riesige Auto-Occasionshandel auf dem Färbi-Areal aufgelöst. Der letzte Auto-Occasionsmarkt, der im Sketch zu sehen war, wird in Bälde auch verschwinden und Neubauten weichen. Und schliesslich hat mit dem Bau des Parkside Gebäudes auch die Umgestaltung des Zentrums begonnen.

Auf viele Besucher wirkt der Stadtplatz noch immer eher wie Brachland denn wie eine Begegnungszone.

Das stimmt. Im Moment ist das ein leerer Verkehrsplatz und sicher unschön anzusehen. Die Massnahmen im Zusammenhang mit der Limmattalbahn sollten diesbezüglich jedoch viel bewirken. Gemäss Plan sollte der neue Platz bis 2014 realisiert werden können.

Diese Massnahmen scheinen offensichtlich wenig zu nützen, was das Image Schlierens angeht.

Der Sketch hat mir bewusst gemacht, wie schwierig es ist, festgefahrene Bilder aus den Köpfen der Menschen zu bringen. Das wird wohl noch seine Zeit dauern, bis sich das ändert. Es hat mich aber vor allem überrascht, dass gerade die Medien da nicht näher an der Aktualität sind und in diesem veralteten Bild Schlierens verhaftet bleiben.

Wie die Einwohnerumfrage zur Lebensqualität der SP gezeigt hat, sind die Schlieremer selbst sehr zufrieden mit ihrer Stadt. Wie relevant ist überhaupt, was Auswärtige über Schlieren denken?

Na ja, grundsätzlich ist es für uns sicher wichtig, unser Image zu verbessern. Aber es sind ja nicht nur die Schlieremer, die sich hier wohl fühlen - Viele Leute in Zürich haben Schlieren entdeckt und wollen hier wohnen.

Wird die Giacobbo/Müller-Sendung vom Sonntag behördenintern thematisiert?

Ja sicher. Ich habe unsere Kommunikationsbeauftragte darum gebeten, eine Kopie des Sketchs aufzutreiben, damit wir ihn als Anschauungsmaterial verwenden können. Die «Schweiz Aktuell»-Sendung hat 2004 dazu geführt, dass alle politischen Lager in der Stadt an einem Strick zogen, um das Image Schlierens zu verbessern. Diesen Willen zur Verbesserung wird hoffentlich auch der Bericht vom Sonntag wieder verstärken.