Schlieren
Schlierens Anwohner sollen beim Parkieren bevorzugt werden – aber nur leicht

Eine neue Verordnung soll für Entspannung auf öffentlichen Parkplätzen sorgen. Der Gemeinderat hat nochüber die Vorlage des Stadtrats zu befinden.

Raphael Biermayr
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Anwohner von Schlieren sollen weniger fürs Parkieren bezahlen.

Anwohner von Schlieren sollen weniger fürs Parkieren bezahlen.

Limmattaler Zeitung

Parkplätze sind – gerade in Städten – ein kostbares Gut. Und ein beständiger Grund für Auseinandersetzungen. In Schlieren enervieren sich Bewohner der Bundtalstrasse über Spitalangestellte, die auf den Besucherparkplätzen dauerparkieren und Busse um Busse zahlen (die Limmattaler Zeitung berichtete). Ganz generell ist es für die Anwohner im Spitalquartier schwierig, einen freien Platz in der blauen Zone zu finden.

Dies hat die dort wohnhafte CVP-Gemeinderätin Heidemarie Busch dazu bewogen, im vergangenen Mai eine kleine Anfrage an den Stadtrat zu stellen und kürzlich eine Motion nachzulegen. Das Ziel: Die beiden Verordnungen über das Parkieren bei Tag und bei Nacht sollen überholt und die Anwohner bevorzugt werden. Busch und die zehn Mitunterzeichner berufen sich dabei auf Äusserungen des Stadtrats im Jahr 1998, als die blaue Zone in Schlieren eingeführt wurde.

Mit dem Wunsch nach Überarbeitung haben Busch und Co. bei der Exekutive jedenfalls offene Türen eingerannt. In einer Weisung stellt der Stadtrat nun die Anpassung und Zusammenlegung der beiden Verordnungen vor. Der Gemeinderat soll an einer der nächsten Sitzungen darüber befinden. Die vorgeschlagenen Änderungen sind moderat. Die Wichtigste: Nur noch Anwohner und ortsansässige Geschäftsbetriebe sollen Parkkarten für mehrere der insgesamt vier Zonen in Schlieren beziehen können. Nach aktueller Verordnung können auch Auswärtige davon profitieren.

Keine Änderung in einzelner Zone

Allerdings dürfte dieser Fall eher selten vorkommen. Gemeinderätin Busch hat mit ihrer Motion denn auch etwas anderes im Sinn: Sie will eine klare Bevorzugung der Anwohner in einer einzigen Zone, damit die Parkplätze in Wohnquartieren zum Beispiel nicht von auswärtigen Arbeitnehmern belegt sind. «Die Schlieremer Einwohner haben kaum noch die Möglichkeit, ihre Autos in der Nähe ihres Wohnsitzes abzustellen, wenn dieser nah an einer grossen Firma liegt», heisst es dazu im Motionstext. Busch wollte sich gestern nicht zu den Änderungsvorschlägen der Exekutive äussern, weil sie sich zuerst eingehender damit befassen will.

Der zuständige Stadtrat Pierre Dalcher sagt, man wolle den angewiesenen Arbeitnehmern von auswärts nicht grundsätzlich die Möglichkeit nehmen, in Schlieren zu parkieren. Zumal sie sowieso nur eine Parkkarte erhalten würden, wenn sie nachweisen könnten, dass sie keinen Parkplatz auf dem Betriebsgelände erhielten. Dies werde von der Stadt überprüft. «Diese Leute sind durch ihren Arbeitgeber ja mit Schlieren verbunden», führt der SVP-Politiker aus. Sein Motto: «Ich will nicht wegen ein paar wenigen die Allgemeinheit ändern.»

Die Situation an der Bundtalstrasse
geht ihm jedoch gegen den Strich.
Zwar lasse sich durch die zuständige Stadtpolizei keine tägliche, mehrmalige Kontrolle organisieren. Doch die Polizisten würden häufiger dort vorbeischauen. Das läppert sich für die renitenten Parksünder: Ab vier Stunden Standzeit kostet eine Busse 100 Franken, ab zehn Stunden wird der Stadtrichter eingeschaltet, der eine Strafe bis zu 500 Franken aussprechen kann. «Ich würde Ärger mit meiner Frau kriegen, wenn ich so viel für Bussen zahlen würde wie einige dort», sagt Dalcher lachend.