Schlieren will Unterstützung bei Wohnungsuche fortsetzen

Zufriedene Klienten ohne zusätzliche Kosten: Das Ende 2020 auslaufende Projekt Infopoint Wohnen soll unbefristet weiterlaufen.

Florian Schmitz
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Das Projekt Infopoint Wohnen Schlieren (IPW) unterstützt Bewohnerinnen und Bewohner Schlierens, die sich nicht selbstständig auf dem Wohnungsmarkt zurechtfinden, bei der Suche nach einem neuen Zuhause. Aber das 2017 lancierte Nachfolgeprojekt zur Wohnhilfe Schlieren läuft Ende Jahr aus.

Der Stadtrat ist sehr zufrieden mit der von der Asylorganisation Zürich (AOZ) angebotenen Dienstleistung. Um den Infopoint Wohnen Schlieren unbefristet weiterbetreiben zu können, will der Stadtrat künftig weiterhin jährlich 65000 Franken ins Budget aufnehmen, wie er in einer Mitteilung schreibt. Weil die wiederkehrende Ausgabe die Kompetenzlimite des Stadtrats von 60000 Franken knapp übersteigt, muss das Gemeindeparlament die Leistungsvereinbarung mit der AOZ noch genehmigen.

Diese sieht vor, dass die AOZ zum Betreiben des Infopoints an der Badenerstrasse 1 jährlich 71480 Franken erhält. Die Differenz zum städtischen Beitrag steuert die katholische Kirche bei, wie im entsprechenden Stadtratsbeschluss zu lesen ist. Während der dreijährigen Pilotphase unterstützen die reformierte und die katholische Kirche Schlieren das Projekt jährlich je 10000 Franken.

Reformierte unterstützen das Angebot nicht mehr

Die reformierte Kirche entschied sich gegen ein weiteres Engagement. Sie beurteile den Infopoint durchweg positiv, heisst es im Stadtratsbeschluss. Aber die finanzielle Unterstützung sei keine Aufgabe der reformierten Kirchgemeinde und stehe im Konflikt mit den inzwischen notwendig gewordenen Sparzielen. Dass sich der städtische Beitrag trotz Wegfall nicht erhöht hat, sei dank den Bemühungen der AOZ, die Kosten zu senken, möglich gewesen, schreibt der Stadtrat weiter.

Die jährlichen Ausgaben werden laut Exekutive aber nicht den Schlieremer Haushalt zusätzlich belasten: «Es ist davon auszugehen, dass die Kosten über die entstehende Aufwandsminderung finanziert werden können.» Weil das aktuelle Projekt bis Ende 2020 läuft, liegt noch keine abschliessende Auswertung vor. Aber die bisherigen Erfahrungen hätten gezeigt, dass dank dem Infopoint Wohnen Schlieren weniger Personalressourcen in der Stadtverwaltung, insbesondere in der Abteilung Soziales, benötigt wurden. Zudem habe die Stadt dank günstigeren Wohnverhältnissen Sozialhilfekosten eingespart.

Auch die Klientinnen und Klienten seien sehr zufrieden mit der Dienstleistung, heisst es weiter. Laut einer Umfrage schätzen sie es, sich mit ihren Anliegen an eine Fachstelle wenden zu können. In den ersten beiden Projektjahren bearbeitete der Infopoint durchschnittlich 68 Fälle und unterstützte damit jährlich 151 Wohnungssuchende. Bei einem Drittel der Fälle verlief die Wohnungssuche dank der Unterstützung erfolgreich. Bei den jährlich 26 Fällen, bei denen Sozialhilfebezüger betroffen waren, lag die Erfolgsquote bei der Wohnungssuche bei 42 Prozent. Jährlich wurden insgesamt 217 Beratungen durchgeführt. Von der Dienstleistung Gebrauch machten insbesondere Familien, Einkommensschwache, Menschen mit Migrationshintergrund und überschuldete Personen. Die Beratungen der AOZ funktionieren nach dem Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe, damit Betroffene ermächtigt werden, sich besser im Wohnungsmarkt zurechtzufinden.