Schlieren
Wieder mehr Blitzer? FDP-Parlamentarier wünscht sich mehr Radarfallen in Schlieren

Markus Weiersmüller (FDP) ärgert sich über Geschwindigkeitsexzesse auf Kantonsstrassen. In einer Kleinen Anfrage will er nun vom Stadtrat wissen, wieso der Staat einstige Blechpolizisten entfernen liess.

Lukas Elser
Drucken
Dieser Blitzkasten stand vor Jahren an der Badenerstrasse, unmittelbar vor der Ortstafel am Ortseingang von Schlieren, wenn man von Zürich her kommt. Heute ist er weg.

Dieser Blitzkasten stand vor Jahren an der Badenerstrasse, unmittelbar vor der Ortstafel am Ortseingang von Schlieren, wenn man von Zürich her kommt. Heute ist er weg.

Archivbild: Jürg Krebs

Könnte man in Schlieren wieder etwas mehr Radarfallen aufstellen? Diese Frage steht im Zentrum eines Vorstosses von Gemeindeparlamentarier Markus Weiersmüller. In einer Kleinen Anfrage will der FDP-Politiker vom Stadtrat wissen, wieso man die einstigen Blitzkästen auf den Kantonsstrassen entfernen liess.

So habe die Kantonspolizei vor einigen Jahren noch zwei relativ gut sichtbare Ampelblitzer auf Schlieremer Stadtgebiet unterhalten: Einen an der Engstringerkreuzung und einen anderen an der Badenerstrasse, dort, wo heute die Sommerbeiz steht. Und an der Zürcherstrasse am Ortseingang in Fahrtrichtung Schlieren habe ein dritter Kasten gestanden.

Jetzt stellt Weiersmüller bedauernd fest:

«Von diesen drei Blitzern existiert heute leider kein einziger mehr.»

Weiersmüller: «Verrohung der Sitten im Strassenverkehr»

Vor dem Hintergrund, dass seit einigen Jahren «eine Verrohung der Sitten im Strassenverkehr zu beobachten» sei, auch auf Schlieremer Kantonsstrassen «immer mehr gerast» werde und man laufend «von neuen Höchstwerten bei Tempoüberschreitungen während mobilen Geschwindigkeitskontrollen» lese, verlangt Weiersmüller nun vom Stadtrat Rechenschaft:

«Wie beurteilt der Stadtrat den Wegfall dieser Verkehrsüberwachungs-Systeme aus Sicht der Verkehrssicherheit?»,

fragt er kritisch. Weiersmüller möchte vom Stadtrat erfahren, wieso die drei Blitzer ersatzlos entfernt worden sind.

Und er will wissen, ob die Stadtregierung wieder für Ersatz sorgen wird. Als mögliche Standorte schlägt er die Engstringerkreuzung und die bereits angesprochene Badener- respektive Zürcherstrasse vor.

Gemäss Weiersmüller ist der Kanton das Problem, nicht die Stadt

Gegenüber der «Limmattaler Zeitung» unterstreicht Weiersmüller, dass er das Hauptproblem nicht im Bereich der Gemeindestrassen sehe. Diese kontrolliere die Stadtpolizei genügend. Die Kantonspolizei hingegen kontrolliere ihre Kantonsstrassen in Schlieren viel zu wenig. Weiersmüllers persönliche Einschätzung:

«Wenn ein Raser Pech hat, wird er hier einmal von hundert Malen geblitzt.»

Was jetzt getan werden muss, ist für ihn eindeutig: «Die Stadt Schlieren muss mehr Druck machen, schliesslich befinden sich die Strassen immer noch auf unserem Gebiet.» Weiersmüller fordert, dass die drei Blitzer ersetzt und im besten Fall sogar zusätzliche Apparate aufgestellt werden.

Zustände wie in Zürich, wo gefühlt an jeder Strassenecke ein Blitzer steht, wolle er nicht, sagt Weiersmüller. Es dürfe aber auch nicht sein, dass Autofahrer gleich nach dem Ortsschild Schlieren zum Rasen eingeladen würden, weil sie wüssten, dass sie hier sowieso nichts zu befürchten hätten.

Weiter unterstreicht Weiersmüller, dass es ihm nicht darum geht, die Staatskassen mit Bussgeldern zu füllen.

«Es geht mir um die abschreckende Wirkung und nicht darum, Geld zu machen.»

Verkehrssicherheit ist ein Dauerthema in Schlieren

Erst kürzlich hat die Stadtpolizei Schlieren/Urdorf an der immer wieder in der Kritik stehenden Freiestrasse eine Geschwindigkeitskontrolle durchgeführt, dabei aber nur vereinzelte Tempoübertretungen festgestellt.

Das Thema Verkehrssicherheit ist im Schlieremer Parlament dennoch ein Dauerthema. So stand erst vor einigen Monaten besagte Freiestrasse im Fokus der Diskussion. Dabei ging es aber weniger um Geschwindigkeitsüberschreitungen, sondern vielmehr um ein grundsätzlich gefährliches Fahrverhalten gewisser Autofahrer. So machte Beat Kilchenmann (SVP) in einem mittlerweile abgeschriebenen Postulat auf waghalsige Manöver auf der Breitestrasse aufmerksam.

Aktuelle Nachrichten