«Wir haben es überlebt», sagte Patrizia Dreyer nach der Partie gegen Aïre-le-Lignon. Die Kapitänin der Frauen des FC Schlieren spielte damit auf die vielen Fouls an, welche das Duell zwischen den Limmattalerinnen und den Genferinnen geprägt hatten. «Wir wissen ja mittlerweile, wie sie spielen, und haben uns darauf eingestellt», sagte Dreyer. «Aber es ist jedes Mal ein Kampf.»

Ein Kampf, der in der ersten Hälfte vor allem von den Genferinnen mit harten Bandagen geführt wurde. Sieben Minuten waren gespielt, da kam es bereits zur ersten längeren Unterbrechung: Schlierens Torhüterin Sibylle Schmitter musste gepflegt werden, nachdem sie von der Stürmerin Priscilla Hagan im Strafraum attackiert worden war. Hagan stand auch in der nächsten Strafraumszene im Vordergrund, als sie einen Schuss aufs Schlieremer Tor abgab – genau in die Arme von Schmitter.

Mit dieser Chance konnte Aïre-le-Lignon schon zwei gute Offensivaktionen verbuchen, Schlieren noch keine einzige. Doch dann folgte die erste Chance für die Limmattalerinnen, und die hatte es in sich: Dreyer preschte mit dem Ball am Fuss bis in den Strafraum vor, liess Torhüterin Tamara Crétard ins Leere laufen und brauchte den Ball nur noch einzuschieben – 1:0 für Schlieren.

Am Geschehen auf dem Rasen änderte das Führungstor jedoch nichts: Die Genferinnen blieben spielbestimmend. Nach einer knappen halben Stunde kamen sie zu einem Eckball, der von der Schlieremer Defensive zwar entschärft wurde. Doch dann brachten die Limmattalerinnen den Ball nicht weg. Maude Sartoretti profitierte davon und erzielte den Ausgleichstreffer.

Protest der Gäste

Doch die Schlieremerinnen konnten in dieser ersten Hälfte nochmals zurückschlagen. Es lief bereits die letzte reguläre Minute, als Dreyer erneut den direkten Weg zum gegnerischen Tor suchte. Wieder zog sie durch, wieder überlistete sie Crétard und schoss den Ball an der Torhüterin vorbei, ehe dieser noch von Sanja Miljovic über die Linie gedrückt wurde. 2:1 für die Schlieremerinnen – allerdings legten die Gäste beim Schiedsrichter offiziell Protest ein, da das Tor aus ihrer Sicht wegen einer Abseitsstellung nicht hätte zählen dürfen.

In der zweiten Halbzeit passten sich die Schlieremerinnen der Gangart ihrer Gegnerinnen an und leisteten sich ebenfalls die eine oder andere unschöne Aktion. «Wir haben versucht, dagegenzuhalten», sagte Dreyer. Spielerisch mussten die Limmattalerinnen aber weiterhin den Genferinnen das Diktat überlassen. Sartoretti kam zu einer weiteren guten Chance, doch Schmitter konnte im letzten Moment retten. Wenige Minuten später folgte dennoch der Ausgleich für die Gäste: Katharina Wistel hatte im Strafraum den Ball mit der Hand abgewehrt. Strafstoss für Aïre-le-Lignon, den Tiffany Brillantes sicher verwandelte. In der Schlussphase kamen die Genferinnen nochmals zu einer Druckphase, aber es blieb beim 2:2.

Punkt gegen den Abstieg

Für die Schlieremerinnen ist das Remis nach zwei Niederlagen in Serie und einer schwierigen Vorrunde mit nur einem Sieg zumindest ein Teilerfolg – und es bringt den Limmattalerinnen den ersten Zähler ein, seit Trainer Aziz Aniba vor zwei Wochen seinen Posten räumen musste. Damit überwintert Schlieren auf dem siebten Tabellenplatz und bleibt vor Aïre-le-Lignon. Allerdings hat das neuntplatzierte Walperswil, das unter dem Strich klassiert ist, gleich viele Punkte. «Unser Ziel ist es, den Ligaerhalt zu schaffen», sagte Dreyer deshalb. Sie hofft, dass während des Winters auch einige der verletzten Spielerinnen wieder genesen werden. «So gesehen kommt die Winterpause gerade richtig.»