Öffentlicher Verkehr
Schlieren und Zürich rücken näher zusammen: Erste Etappe der Limmattalbahn feierlich eröffnet

Die erste Etappe der Limmattalbahn vom Farbhof in Zürich Altstetten nach Schlieren ist am Freitag eingeweiht worden: Das Komikerduo Lapsus inszenierte die offizielle Feier auf humorvolle Art. Gleichzeitig ist der Spatenstich für die zweite Etappe in den Aargau erfolgt.

Oliver Graf
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Limmattalbahn, 1. Etappe, eröffnet in Schlieren (30. August 2019)
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Feierliche Eröffnung – die Zürcher Regierungsrätin Carmen Walker Späh spielt Minigolf.
Impressionen von der Einweihung der Limmattalbahn in Schlieren, 1. Etappe.
Impressionen von der Einweihung der Limmattalbahn in Schlieren, 1. Etappe.
Impressionen von der Einweihung der Limmattalbahn in Schlieren, 1. Etappe.
Impressionen von der Einweihung der Limmattalbahn in Schlieren, 1. Etappe.
Impressionen von der Einweihung der Limmattalbahn in Schlieren, 1. Etappe.
Impressionen von der Einweihung der Limmattalbahn in Schlieren, 1. Etappe.
SCHWEIZ SCHLIEREN LIMMATTALBAHN Die Zuercher Regierungsraetin Carmen Walker Spaeh bei der Eroeffnung der 1. Etappe der Limmattalbahn in Schlieren am Freitag, 30. August 2019. (KEYSTONE/Walter Bieri)
Impressionen von der Einweihung der Limmattalbahn in Schlieren, 1. Etappe.

Limmattalbahn, 1. Etappe, eröffnet in Schlieren (30. August 2019)

WALTER BIERI

Velo- und Autofahrer, die gestern kurz vor Mittag auf der Zürcherstrasse zwischen Schlieren und Altstetten unterwegs waren, blickten mehrmals verdutzt zum Strassenrand. Denn dort auf einer Wiese hielt der Schlieremer Stadtpräsident Markus Bärtschiger (SP) wild gestikulierend eine Rede. Und genau auf der Stadtgrenze zwischen Schlieren und Zürich stand Limmattalbahn-Geschäftsführer Daniel Issler neben einer Flipchart und sprach in ein Mikrofon.

Was die unbeteiligten Velo- und Autofahrer nicht wussten; Bärtschiger und Issler waren Protagonisten der Einweihungsfeier der Limmattalbahn-Etappe. An den beiden Rednern fuhren – auf der neuen Strecke von Schlieren zum Farbhof in Altstetten – zwei Cobra-Trams voller geladener Gäste vorbei. Gestaltet hatte die Einweihung das lokal verankerte Komikerduo Lapsus – natürlich auf seine eigene Art.

Die gekürzten Reden

Statt Bärtschiger und Issler sowie die weiteren Rednerinnen und Redner einfach auf die Bühne zu bitten, integrierten sie diese auch gleich in eine vorproduzierte Videonummer. Die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) sprang von der Bühne auf dem Schlieremer Stadtplatz hinter die Videoleinwand und stieg so direkt ins alte «Lisebethli» ein. In der alten Limmattaler-Strassenbahn hielt sie dann ihre Rede. Der Aargauer Verkehrsdirektor Stephan Attiger (FDP) sprach derweil von einer verregneten Wiese bei Spreitenbach zu den Gästen. Als Weibel zur Seite stand den beiden im Video natürlich die Lapsus-Figur Bruno Gschwind (Christian Höhener) in seinem orangefarbenen Arbeitskittel. Und Moderator Theo Hitzig, der abseits der Bühne Peter Winkler heisst, konnte mit seiner Fernbedienung durch die Reden switchen – oder sie gleich ganz ausblenden.

So hörten die vielen geladenen Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur von den Ansprachen, die schriftlich in voller Länge vorliegen, zunächst auf dem Stadtplatz und später auf einer Extrafahrt auf der neuen Strecke nur die wichtigsten Fetzen. Walker Späh sprach etwa «von der schönen und aufstrebenden Region Limmattal» und meinte, dass die gesamte Volkswirtschaft des Kantons Zürich und des benachbarten Aargaus von der neuen Stadtbahn profitiere. Attiger sagte, dass «die Region schon lange über die Kantonsgrenzen hinweg einen zusammenhängenden Wirtschafts- und Lebensraum bildet».

Die Bahn als logische Antwort

Schlierens Stapi Bärtschiger wies darauf hin, dass «ohne Stärkung des öffentlichen Verkehrs die Gefahr besteht, dass der Verkehr auf den Strassen weiter zunimmt und die Lebensqualität für die Bewohnerinnen und Bewohner sinkt». Das Zweier-Tram und die Limmattalbahn seien die logische Antwort darauf. Zürichs Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) betonte, dass die Tramverbindung zwischen der Stadt Zürich und Schlieren diejenigen Gebiete besser miteinander verbinde, in denen die stärkste Entwicklung stattfinde. Schlieren und Zürich würden so zusammenwachsen, ergänzte auch der Zürcher Stadtrat Michael Baumer (FDP). Und er wies auf einen Vorteil für die Schlieremerinnen und Schlieremer hin: «Sie können nun direkt mit dem Zweier-Tram ins Letzigrundstadion fahren.»

Hans Egloff, Verwaltungsratspräsident der Limmattalbahn AG und SVP-Nationalrat, zog eine «sehr positive Bilanz». Die erste Etappe sei innerhalb des Budgets und des Zeitrahmens fertiggestellt worden, zudem sei man von schweren Unfällen verschont geblieben.

Die erste Etappe der Limmattalbahn umfasst die Strecke vom Farbhof in Altstetten nach Schlieren Geissweid. Auf ihr verkehrt vorerst das Zürcher Zweier-Tram. Ende 2022 soll die zweite Etappe in Betrieb gehen, die einerseits die Anbindung vom Farbhof an den Bahnhof Altstetten und andererseits die lange Strecke von Schlieren über Urdorf und Dietikon an den Bahnhof Killwangen-Spreitenbach beinhaltet. Der Spatenstich zu dieser nächsten Etappe ist gestern auch bereits erfolgt – Regierungsrat Attiger nahm ihn gleich auf der Leinwand vor.

Bilder von der ersten Limmattalbahn-Testfahrt nach Schlieren:

Erste Testfahrt nach Schlieren
10 Bilder
Hans Egloff freute sich über die erfolgreiche Testfahrt.
So sieht der neue Farbhof von oben aus.
Gesamtprojektleiter Daniel Issler informierte die anwesenden Journalisten vor der Abfahrt darüber, wie die Fahrt ablaufen wird.
Bei jeder Haltestelle werden die Distanzen zwischen Perronkante und Trittbrett gemessen.
Chauffeur René Frieden brachte das Cobra-Tram sicher nach Schlieren Geissweid.
Rund vierzig Personen mit gelben und orangen Westen waren bei der knapp einstündigen Fahrt mit dabei.
Hier steht das Tram bei der Gasometerbrücke.
Hier fährt das Tram bereits auf Schlieremer Boden.
Hier biegt das Tram auf die Wendeschlaufe bei der Schlieremer Geissweid ab.

Erste Testfahrt nach Schlieren

Andrin Winteler

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