Schlieren
SVP-Hemmi: «Allen Beteiligten ist das Problem bekannt, doch unternimmt die Schulpflege viel zu wenig»

Die Forderung der Schlieremer SVP nach mehr Kleinklassen findet beim Stadtrat kein Gehör. Die Partei fordert nun kreative Ansätze im Umgang mit Schulklassen, die unter Störenfrieden leiden.

Alex Rudolf
Drucken
Teilen
Manuela Hemmi (SVP) fordert kreative Lösungen im Umgang mit Störenfrieden im Unterricht.

Manuela Hemmi (SVP) fordert kreative Lösungen im Umgang mit Störenfrieden im Unterricht.

Archivbild: Colin Frei

Die SVP-Parlamentarierin Manuela Hemmi hatte gefordert, dass die Schlieremer Schule altersübergreifende Kleinklassen bildet. Auf diese Weise soll mehr Ruhe einkehren in den Regelklassen. In seiner jüngst erschienenen Antwort auf dieses Postulat weist der Stadtrat nun darauf hin, dass es das Instrument der Sonderklassen laut Volksschulgesetz nur noch in Ausnahmefällen gebe. Wenige solche Klassen bestehen in Schlieren bereits jetzt, das Anliegen sei demnach also erfüllt.

Der Kanton Zürich habe sich für das Prinzip der integrativen Förderung entschieden, wie der Stadtrat weiter ausführt. Wo immer zielführend, solle der Kleinklassenunterricht durch Integration in Regelklassen ersetzt werden. Hemmi ist enttäuscht. Auf Anfrage der «Limmattaler Zeitung» sagt sie:

«Allen Beteiligten ist das Problem, welches eine durchmischte Bevölkerungsstruktur mit sich bringt, bekannt, doch unternimmt die Schulpflege viel zu wenig.»

Sie hätte sich von der Stadt mehr Bereitschaft zum Anpacken erhofft.

Aus Hemmis Sicht werden die guten Schülerinnen und Schüler durch Störenfriede im Lernfortschritt behindert. Sie argumentierte, dass sich bei einer altersübergreifenden Kleinklasse die älteren Kinder um die jeweils jüngeren kümmern könnten.

«Dies überträgt ihnen eine gewisse Verantwortung.» Regelklassen könnten auf diese Weise ohne Störung arbeiten. «Weiter besteht die Möglichkeit, auf ausserschulische und teure Behandlungen zu verzichten und man käme dabei dem Gedanken der integrativen Schulung viel näher», so Hemmi.

Nachdem 2006 das neue kantonale Volksschulgesetz in Kraft trat, entschied sich die Schlieremer Schule, Kleinklassen in bestimmten Sonderfällen zu führen. Zum Beispiel als Aufnahmeklassen für Kinder ohne Deutschkenntnisse. Auch Einschulungsklassen für Kinder, die nach dem Kindergarten noch nicht schulbereit sind, und altersdurchmischte Kleinklassen für Mittelstufe-Kinder mit besonders hohem Förderbedarf seien möglich. Auch für altersdurchmischte Kleinklassen auf der Sekundarstufe für Jugendliche mit hohem Förderbedarf sind möglich.

«Uns von der SVP ist bewusst, dass der Kanton im Bildungswesen viele Vorgaben macht», sagt Hemmi. Und in gewissen Gemeinden funktioniere der Ansatz der integrativen Schule sicherlich bestens. «Für Städte wie Schlieren und Dietikon braucht es jedoch mehr Kreativität», sagt Hemmi. die selber Mutter eines schulpflichtigen Knaben ist. Daher erhoffe sie sich, dass die Stadt Schlieren doch noch vermehrt auf das Instrument der Sonderklassen zurückgreift.

«Das Einführen zusätzlicher Kleinklassen ist weder zielführend noch notwendig», resümiert der Stadtrat und stellt fest, dass das Anliegen von Hemmi bereits erfüllt sei.