Schlieren
Stadtrat erhebt Einsprache gegen SBB-Kandelaber: Er fürchtet, dass Schlieremer Pendler noch länger im Regen stehen könnten

Seit längerer Zeit will die Stadt Schlieren ein längeres Perrondach im Westen ihres Bahnhofs. Die Bahnbetreiberin ist dem Wunsch offenbar nicht nachgekommen.

Lukas Elser
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Die fehlende Überdachung im Westen des Perrons der Gleise 3 und 4 sorgt immer wieder für Klagen.

Die fehlende Überdachung im Westen des Perrons der Gleise 3 und 4 sorgt immer wieder für Klagen.

Lukas Elser

Das Anliegen erscheint so klein und unbedeutend, dass man kaum Widerstand erwartet hätte: Die SBB wollen nur ein paar Lautsprecher und Lampen beim Bahnhof Schlieren erneuern. Das soll in erster Linie für mehr Licht sorgen und den Pendlern dienen. Der Stadt Schlieren passt das aber nicht, wie sich jetzt zeigt. Der Stadtrat hat Einsprache gegen das Projekt erhoben.

Im Fokus stehen die neuen Beschallungs- und Beleuchtungsanlagen, mit denen die Bahnbetreiberin den Perron der Gleise 3 und 4 ausstatten will. Die SBB reagieren mit dieser Massnahme auf Klagen von Kunden, denen der Perronbereich im Westen offenbar zu dunkel war.

Die verbesserte Gesamtsituation steht nicht im Fokus der Kritik des Stadtrats

Und was stört den Stadtrat an einer besseren Lichtsituation auf einem Gelände, das nicht einmal der Stadt gehört? Wie aus dem zugehörigen Beschluss hervorgeht, missfällt ihm nicht etwa die Tatsache, dass der Bahnhof mit moderneren Anlagen ausgestattet wird. Vielmehr geht es ihm um ein Anliegen, das auf den ersten Blick nicht unmittelbar mit dem aktuellen Projekt zusammenzuhängen scheint. Der Stadtrat schreibt:

«Es wird Einsprache gegen das Projekt erhoben und gefordert, im Zuge dieses Projekts auch eine Verlängerung des bestehenden Perrondachs bis zum Abgang West zu realisieren, damit so eine umfassende, vorbehaltlos zukunftstaugliche und sichere Lösung umgesetzt werden kann.»

Der Stadtrat befürchtet, dass die SBB seinem Wunsch wegen des aktuellen Projekts gar nicht oder sehr spät nachkommen könnten.

Wie Hochbauvorstand Stefano Kunz (Mitte) der «Limmattaler Zeitung» bereits bei der Berichterstattung über die Planvorlage gesagt hat, wünscht sich die Stadt bereits seit längerer Zeit eine Erweiterung des Dachs. Die Stadt hatte ihr Anliegen bereits damals bei den SBB deponiert – offenbar aber erfolglos.

Bedeutung der Westunterführung ist grösser geworden

In der Begründung seines Beschlusses schreibt der Stadtrat, dass es wiederholt zu Klagen gekommen sei, weil an der betreffenden Stelle bis jetzt kein Witterungsschutz existiert. Weiter führt der Stadtrat ins Feld, dass infolge der Entwicklung auf dem Rietparkareal und unter Berücksichtigung der gesamtstädtischen Entwicklungsabsichten die Westunterführung an Bedeutung gewonnen habe.

Der Stadtrat erwähnt in diesem Zusammenhang insbesondere die neu erstellte Tramwendeschlaufe Geissweid: «Als wichtiger Umsteigeplatz Limmattalbahn/SBB, welcher Personenflüsse künftig auf diesem Weg zum SBB-Bahnhof bringt, wurde dieser Platz zum eigentlichen ÖV-Knoten ausgebaut.» Werde dabei der Anschluss zum Bahnhof nicht adäquat und sicher gewährleistet, sei «die Sicherheit massiv beeinträchtigt».

Der Stadtrat kritisiert die SBB:

«Weshalb die Gelegenheit zur Entschärfung dieser heute sehr unbefriedigenden Situation mittels Weiterführung der Überdachung nicht genutzt wird, ist für den Stadtrat nicht nachvollziehbar.»

Er appelliert deshalb mit Nachdruck an die Bahnbetreiberin: «Die SBB werden daher dringend ersucht, eine Projektanpassung vorzunehmen, damit eine Verlängerung des Perrondachs gleichzeitig umgesetzt werden kann und für die Stadt Planungssicherheit besteht.»

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