Schlieren
Stadtrat erhält mehr Geld – jetzt will er die Steuern erhöhen

Der Schlieremer Steuerfuss soll um 5 Prozentpunkte erhöht werden. Die finanzielle Situation sei schwierig, sagt der Stadtrat – seine Entschädigungen steigen nächstes Jahr.

David Egger
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Von 111 auf 116 Prozent will der Stadtrat den Schlieremer Steuerfuss erhöhen.

Von 111 auf 116 Prozent will der Stadtrat den Schlieremer Steuerfuss erhöhen.

Urs Jaudas

Nachdem das Parlament letzte Woche unter anderem höhere Entschädigungen für den Stadtrat bewilligt hatte – so erhält der Stadtpräsident neu 108'000 statt 90'000 Franken –, hat die Stadt Schlieren nun mitgeteilt, wie ihr Budget für das Jahr 2022 aussieht. «Aufgrund der schwierigen Finanzsituation der Stadt Schlieren» beantragt der Stadtrat eine Steuerfusserhöhung um 5 Prozentpunkte auf 116 Prozent, wie er in der Mitteilung schreibt. Mit dem neuen Steuerfuss stehen dem Aufwand in der Höhe von 177,2 Millionen Franken Erträge in der Höhe von 171,5 Millionen Franken gegenüber. Dies ergibt einen Aufwandüberschuss – also ein Minus – von 5,7 Millionen Franken.

«Die finanzielle Ent­wicklung mit unausgeglichenen Erfolgsrechnungen, sinkendem Eigenkapital, hohem Investitionsbedarf, ungenügenden Selbstfinanzierungen, hohen ­Finanzierungsfehlbeträgen sowie starker Neuverschuldung schränkt den Handlungsspielraum deutlich ein. Für den Stadtrat ist es deshalb unumgänglich, seine finanzielle Führungsverantwortung mit dem Antrag einer Steuerfusserhöhung wahrzunehmen. In den vergangenen zwei Jahren hat das Gemeindeparlament den Steuerfuss tiefer angesetzt als vom Stadtrat beantragt», argumentiert der Stadtrat in seiner Mitteilung.

Von 80 Prozent in Uitikon bis 123 Prozent in Dietikon – hier finden Sie die Übersicht der Limmattaler Steuerfüsse im Jahr 2021:

Auch zu den Zahlen des Jahres 2021 hat der Stadtrat neue Informationen mitgeteilt. So hatte das Parlament das Budget 2021 mit einem Minus von rund 7,6 Millionen Franken und einem Steuerfuss von 111 Prozent festgesetzt. «Die Prognose von Ende September 2021 rechnet mit einem Defizit von rund 5,4 Millionen Franken», schreibt nun der Stadtrat in seiner Mitteilung. Und: «Die Hochrechnung weist Nettoinvestitionen von 15 Millionen Franken aus. Mit dem erwarteten Defizit liegt die Selbstfinanzierung bei ungenügenden 3 Millionen Franken. Der zu erwartende Finanzierungsfehlbetrag liegt bei 12 Millionen Franken, was zu Lasten der Neuverschuldung geht. Der Selbstfinanzierungsgrad wird bei zirka 20 Prozent zu liegen kommen.» Die Budget-Debatte im Parlament dürfte auch dieses Jahr intensiv werden.

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