Schlieren
Stadtorchester zaubert skandinavische Klänge in die Reformierte Kirche

Die Winterspiele des Stadtorchesters Schlieren stiessen beim Publikum auf Anklang.

Mara Aliotta
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Das Stadtorchester Schlieren trug anlässlich ihrer Winterspiele skandinavische Klänge in die Reformierte Kirche Schlieren.

Das Stadtorchester Schlieren trug anlässlich ihrer Winterspiele skandinavische Klänge in die Reformierte Kirche Schlieren.

Bild: Mara Aliotta

Helle Geigentöne erfüllten am Sonntagabend die Reformierte Kirche Schlieren. Bald gesellten sich die Klänge von Flöten, Celli und weiteren Instrumenten dazu. Mit geschmeidigen Bewegungen leitete Dirigent Hugo Bollschweiler das Orchester. Das Publikum lauschte gespannt.

Um 18 Uhr begann das Stadtorchester Schlieren mit Lars-Erik Larssons «The Winter’s Tale – Four Vignettes» die diesjährigen Winterspiele. Der Flyer versprach «ein Programm voller Kontraste» aus dem hohen Norden. Es hiess, die Oboe und das Englischhorn, gespielt von Anja Ebenhoch, würden «als archetypische Sänger mit ihrem sehnsüchtigen Ton die Geschichten aus der Kälte erzählen».

Ein abwechslungsreiches Programm

Diesen Versprechen kam die Stadtmusik nach. Eine Viertelstunde lang wechselten sich leise, sanfte Melodien mit lauten, schnelleren Passagen ab. Die Zuschauerinnen und Zuschauer applaudierten begeistert, die Musikerinnen und Musiker verbeugten sich danach mit einem Lächeln in ihren Gesichtern. Anja Ebenhoch betrat die Bühne, ihre Oboe in der Hand. Erneuter Applaus. Danach kehrte der Saal zurück zu einer respektvollen Stille.

Die österreichische Oboistin und Englischhornistin absolviert zurzeit ihren Master of Music Performance an der Zürcher Hochschule der Künste. Bereits in ihrer Kindheit und Jugend nahm die Solistin an zahlreichen Wettkämpfen und Konzerten Teil. So hat die 1996 geborene Ebenhoch unter anderem sowohl die International Oboe Academy in Udine in Italien absolviert als auch eine beeindruckende Karriere in verschiedenen Ländern hinter sich.

Das «Concertino für Oboe und Orchester» kam gut an. «Herzlich willkommen im Winter», begrüsste Dirigent Hugo Bollschweiler das Publikum. Auf fünf verschiedenen Kontinenten musizierte er bereits im Laufe seiner Karriere. Er erzählte eine kleine Anekdote über die Enkelin des finnischen Komponisten Jean Sibelius. Sie habe nach einem Konzert ihren Grossvater zitiert. So soll ihr Sibelius zuweilen gesagt haben:

«Meine Musik ist so klar und kalt wie das Wasser.»

Daran müsse er immer denken, wenn er dem kommenden Stück lausche, sagte Bollschweiler. Danach wünschte er dem Publikum einen schönen Abend mit den winterlich-skandinavischen Klängen.

Das Spiel des Schwans begeistert

Anja Ebenhoch hatte in der Zwischenzeit von der Oboe auf das Englischhorn gewechselt. Dessen Klänge stellten im nächsten Stück «The Swan of Tuonela» einen Schwan auf einem Fluss dar. Laut Bollschweiler eines der schönsten Stücke, das man auf dem Englischhorn überhaupt spielen könne. Dem anschliessenden, langen Applaus nach zu urteilen, war das Publikum mit dieser Aussage einverstanden.

Die letzten Stücke spielte das Orchester ohne Ebenhochs Führung. Eineinviertel Stunden lang verwöhnte es die Anwesenden mit klassischen Klängen, manchmal dramatisch, manchmal melancholisch. Zu guter Letzt wurde noch eine Zugabe gespielt.

«Wir sind sehr zufrieden», sagte Bollenschweiler nach dem Konzert. Das Publikum sei auch sehr bestätigend gewesen, meinte er. Kein Wunder, denn bei solcher Musik wird einem selbst bei den winterlichen Temperaturen warm ums Herz.

Das Konzert wird wiederholt

Das Konzert findet am Samstag, 10. Dezember, um 19.30 Uhr in der Katholischen Kirche Würenlos nochmals statt. Billette sind im Vorverkauf auf www.eventfrog.ch/Winterspiele sowie in der Stadtbibliothek Schlieren und telefonisch jeweils freitags zwischen 10 und 12 Uhr unter 056 424 22 43 erhältlich. Die Abendkasse ist eine halbe Stunde vor Konzertbeginn geöffnet.