Sozialhilfe
Schlieren: Sozialinspektorat wird von externer Stelle geführt

Ursprünglich wurde ein Sozialdetektiv gefordert. Nun hat die Stadt für den Versuchsbetrieb die Firma beauftragt, die bereits heute bei Missbrauchsverdacht Fälle prüft.

Sophie Rüesch
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Neu wird in Schlieren ein Sozialinspektorat eingeführt. Die damit beauftragte Firma hingegen hat bereits mit der Stadt zusammengearbeitet. (Archivbild)

Neu wird in Schlieren ein Sozialinspektorat eingeführt. Die damit beauftragte Firma hingegen hat bereits mit der Stadt zusammengearbeitet. (Archivbild)

Keystone

Die Sozialhilfe soll in Schlieren nicht missbräuchlich beansprucht werden. Dafür sorgen soll weiterhin die Firma SoWatch: Sie wurde von der Stadt beauftragt, in einem dreijährigen Versuchsbetrieb das neue Sozialinspektorat der Stadt zu führen. Der Stadtrat hat dafür einen Kredit in der Höhe von 195'000 Franken bewilligt und ein entsprechendes Versuchskonzept genehmigt, wie er in einer Mitteilung schreibt.

Der beauftragten Firma ist die Arbeit mit Schlieremer Sozialhilfebezügern nicht neu. Sie hat für die Stadt schon in der Vergangenheit mögliche Fälle von Sozialhilfemissbrauch geprüft. Deshalb, und weil die Firma generell «über eine grosse Erfahrung bei Fragen der Sozialhilfe verfügt», habe man sich entschieden, die Stelle nicht mit eigenen Mitarbeitern zu führen, so der Stadtrat.

Zuerst wurde Detektiv gefordert

Die Schaffung der neuen Stelle geht aus einer im Januar 2014 eingereichten Motion von SVP-Gemeinderat Thomas Grädel hervor. Er forderte damals aber einen Sozialdetektiv, kein Inspektorat. Doch der Stadtrat weigerte sich, die Motion entgegenzunehmen.

Sie hätte ihn dazu gezwungen, eine Stelle für einen stadteigenen Detektiv zu schaffen. Schon damals verwies die Exekutive auf ihre Zusammenarbeit mit SoWatch, die sie aufgrund einer vergleichsweise hohen Aufklärungsquote als gut bezeichnete.

Grädel liess aber nicht locker: Er wandelte die Motion darauf kurzerhand in ein Postulat um. Mit mehr Erfolg: Das Stadtparlament überwies den Vorstoss im April und verpflichtete den Stadtrat damit immerhin dazu, die Anstellung eines Sozialdetektivs zu prüfen.

Dessen Antwort: Einen Sozialdetektiv, der in einer Stadt von der Grösse Schlierens ohnehin kaum verdeckt ermitteln könnte, will er nicht. Er schlug stattdessen die Schaffung eines professionellen Sozialinspektorats vor, womit sich auch Grädel zufrieden gab.

Die Arbeitsweise eines Inspektorats und eines Detektivs dient zwar demselben Zweck: der Verhinderung von Sozialhilfemissbrauch.

Sie unterscheide sich aber «klar» von derjenigen eines Detektivs, so der Stadtrat: Dieser arbeite ausschliesslich vor Ort und inkognito, um etwa Schwarzarbeit aufzudecken. Demgegenüber kläre ein Inspektor durch Recherchen und Hausbesuche ab, ob sich ein Verdacht erhärte.