Buslinie 307
Schlieren setzt sich gegen den ZVV durch

Die wenig rentable Buslinie 307 wird nun doch das Neubaugebiet erschliessen.

Alex Rudolf
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Ab Ende 2017 wird die Linie 307 nicht mehr das Schlieremer Zentrum erschliessen, sondern den Baumarkt Bauhaus. aru

Ab Ende 2017 wird die Linie 307 nicht mehr das Schlieremer Zentrum erschliessen, sondern den Baumarkt Bauhaus. aru

Die Wirren um die Linienführung der Buslinie 307 zwischen dem Bahnhof Zürich-Altstetten und Schlieren sind geklärt. Ab Dezember 2017 soll der Bus wieder über die Brandstrasse zum Bauhaus führen. Erst kürzlich genehmigte der Stadtrat für den Bau von sieben Bushaltestellen Ausgaben von gesamthaft 520 000 Franken.

Weil diverse Bauarbeiten in Ausführung sind, führt die Linie 307 aktuell über die Engstringerbrücke zum Schlieremer Zentrumsplatz. Die regionale Verkehrskonferenz wollte diesen Kurs beibehalten. Dagegen legte der Stadtrat jedoch im Frühjahr vergangenen Jahres Beschwerde ein, da er der Ansicht war, die Linie solle wie früher über die Rütistrasse und den Färbiweg am Bauhaus vorbeiführen. Zwar wurde dieser Einspruch im vergangenen Herbst abgelehnt, doch der Stadtrat blieb hartnäckig und intervenierte beim Regierungsrat.

Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) unterbreitete dem Stadtrat einen Einigungsvorschlag. Demnach soll die Linie 307 vom westlichen Zipfel der Rietstrasse (künftige Haltestelle Bahnhof Schlieren Nord) über den Rietpark, die Goldschlägistrasse zum Meuchwis/Bauhaus führen, wo auch eine Wendeschlaufe erstellt werden soll. Dieser Kurs soll im Dezember 2017 eingeführt werden. Werkvorstand Stefano Kunz (CVP) ist über diese Lösung erfreut: «Der Stadtrat ist froh, dass sich der ZVV so kompromissbereit zeigte. So konnten wir glücklicherweise auf den Rechtsweg verzichten», sagt er.

335 000 sind gebundene Kosten

Insgesamt belaufen sich die Kosten für die neue Linienführung auf rund 520 000 Franken. Dies verteilt sich auf gebundene Ausgaben von 335 000 Franken für die Erstellung von sechs Bushaltestellen. Eine nicht gebundene Ausgabe sei hingegen der Bau der Wendeschlaufe, die auf 185 000 Franken zu stehen komme.

Erst im Januar dieses Jahres veröffentlichte der Zürcher Regierungsrat eine detaillierte Auflistung der Rentabilität der verschiedenen Verkehrsträger im Kanton Zürich. Darin kam zutage, dass die Linie 307 eine der am wenigsten rentablen Linien im Limmattal ist. Bei jährlichen Kosten von 690 000 Franken spült sie lediglich 138 000 Franken in die ZVV-Kassen. Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt magere 20 Prozent.

Mit der neuen Führung werde die Linie sicherlich besser frequentiert, sagt Kunz. «In diesem Gebiet werden noch viele Wohnungen erstellt und Gewerberaum gebaut. Daher braucht es eine Busverbindung», sagt er. Mit der Haltestelle Goldschlägistrasse sei neu aber auch die Sporthalle Unterrohr mit dem öV erschlossen, was ein Gewinn sei.

Die bis Ende 2017 zu erstellenden Bushaltestellen sind unterschiedlich ausgestaltet. So soll die neue Haltestelle Bahnhof Nord aufgrund der bevorstehenden Neugestaltung der Kreuzung Engstringer-/Brand- und Rütistrasse nur mit der minimal notwendigen Möblierung ausgestattet werden. Dies sei eine Bank, ein Abfalleimer, eine VBZ-Anzeigetafel sowie die Bushaltestellenmarkierung, schreibt der Stadtrat. Gleich sollen auch die Haltestellen am Rietpark (Brandstrasse 28 und 25 ) ausgestaltet werden. Mit der Sanierung der Brandstrasse sowie dem Baustart eines der Geistlich-Areal-Baufelder sollen die Haltestellen zu einem späteren Zeitpunkt behindertengerecht gemacht werden. Die Haltestellen Goldschlägistrasse sollen direkt vor der Merbag (Brandstrasse 55) erstellt und auch bereits behindertengerecht mit einer 16 Zentimeter hohen Wartekante ausgestattet werden. Darüber hinaus will die Stadt noch den Strassenbelag verstärken, damit dieser die «Schubkräfte des Busses» annehmen könne.

Die Endhaltestelle Meuchwis gleich beim Baumarkt Bauhaus wird von Beginn weg mit einer erhöhten Kante ausgestattet werden, wie der Stadtrat im entsprechenden Beschluss schreibt. Hinzu kommt eine Wendeschlaufe für den Bus.

Zeitdruck bei Goldschlägistrasse

Zwar bleibt bis im Dezember 2017, wenn die neue Linie befahren werden soll, noch viel Zeit. Trotzdem muss die Stadt einen ambitionierten Zeitplan einhalten. Denn die Bushaltestelle Goldschlägistrasse muss spätestens bis im September 2016 fertiggestellt sein. «Damit soll ein Konflikt mit dem zusätzlichen Verkehrsfluss der Umleitung der Baustelle an der Hallerkreuzung verhindert werden», so der Stadtrat.