Schlieren
Schlieren passt Regeln zu Vaterschaftsurlaub an, Dietikon hinkt hinterher

Männer, die bei der Stadt Schlieren angestellt sind und Vater werden, erhalten Urlaub. Seit der letzten Revision der städtischen Personalverordnung, die Mitte 2018 in Kraft trat, sind dies vier Wochen oder 20 Tage. Seit vergangener Woche liegt nun eine revidierte Version der Verordnung öffentlich auf.

Alex Rudolf
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Angestellte der Stadt Schlieren erhalten Urlaub, wenn sie Väter werden. Die Frist, innert welcher die Freitage bezogen werden können, wurde nun angepasst. (Symbolbild)

Angestellte der Stadt Schlieren erhalten Urlaub, wenn sie Väter werden. Die Frist, innert welcher die Freitage bezogen werden können, wurde nun angepasst. (Symbolbild)

Remo Nägeli

Müssen Väter um die Zeit mit ihrem Neugeborenen bangen? «Keineswegs», stellt der Schlieremer Stadtpräsident Markus Bärtschiger (SP) klar. «Bei der Anpassung geht es nicht um die Anzahl Tage für den Vaterschaftsurlaub, sondern um die Frist, innert der sie bezogen werden können», sagt er.

Denn neu müssen die ersten zehn Tage des Urlaubs innerhalb der ersten sechs Lebensmonate des Kindes bezogen werden. «Andernfalls erhalten wir keine Bundesgelder», so Bärtschiger. Im vergangenen September sprachen sich gut 60 Prozent der Stimmberechtigten dafür aus, dass Männer zwei Wochen Vaterschaftsurlaub beziehen dürfen. Wie beim Mutterschaftsurlaub entrichtet der Bund hier die Lohnzahlungen. Diese Regelung trat per Anfang 2021 in Kraft; daher passte nun auch Schlieren seine Verordnung an. «Die restlichen zwei Wochen Vaterschaftsurlaub, welche die Stadt Schlieren Vätern ermöglicht, müssen wie bisher innerhalb des ersten Lebensjahres des Kindes bezogen werden.»

Bei den Angestellten kommt dies gut an, wie ein Blick auf die vergangenen drei Jahre zeigt. Die drei Stadtverwaltungsmitarbeiter, die 2020 Vater wurden, nahmen ihre 20 Tage alle in Anspruch. 2019 und 2018 wurde lediglich jeweils ein Verwaltungsmitarbeiter Vater. Einer der beiden bezog die vollen 20 Tage Urlaub, der andere verzichtete auf die Hälfte und nahm nur zehn.

Auch im Bezirkshauptort wird eine Revision der Personalverordnung notwendig, wie der stellvertretende Dietiker Stadtschreiber Arno Graf auf Anfrage sagt. Faktisch ändere sich jedoch nichts, da die Angestellten wie bisher zwei Wochen Vaterschaftsurlaub haben.