Schlieren
«Letztes Jahr haben die Leute körbeweise Pilze gebracht»: Die diesjährige Pilzsaison startete hingegen zögerlich

Bis zu 250 Pilzkontrollen finden pro Saison durchschnittlich in Schlieren statt. Kontrolleurin Eveline Autenrieth verrät, worauf Sammler achten müssen und wo man im Limmattal am besten auf die Suche geht.

Virginia Kamm
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Seit fast zehn Jahren ist Eveline Autenrieth für die Schlieremer Pilzkontrolle tätig.

Seit fast zehn Jahren ist Eveline Autenrieth für die Schlieremer Pilzkontrolle tätig.

Valentin Hehli

«Pro Saison finden wir durchschnittlich etwa sechs tödlich giftige Pilze in der Schlieremer Pilzkontrolle», sagt Eveline Autenrieth. Sie ist seit neun Jahren eine der Pilzkontrolleurinnen der Stadt, seit 2002 ist sie im Pilzverein Schlieren aktiv.

Neben den paar wenigen tödlichen Pilzen gibt es noch viel mehr giftige Pilze, deren Verzehr aber etwas weniger drastische Folgen hat. Diese sind aber auch alles andere als angenehm. Darum sei es so wichtig, die gefundenen Pilze kontrollieren zu lassen. «Manchmal sind die Leute überzeugt, einen Pilz zu kennen, dabei verwechseln sie ihn mit einem ähnlich aussehenden», sagt sie. Die kostenlose Schlieremer Pilzkontrolle ist auch für die Gemeinden Ober- und Unterengstringen sowie Weiningen zuständig.

Durchschnittlich finden 150 bis 250 Kontrollen in einer Saison statt. Dabei wägt Autenrieth die Pilze Sorte für Sorte und ihr Mann protokolliert die Funde. Anschliessend erklärt die Kontrolleurin den Sammlern, welche Pilze ungeniessbar sind. Dabei verlässt sie sich nicht nur auf ihre Augen, sondern auch auf ihren Geruchs- und Geschmackssinn. «Wichtig ist, dass man von unbekannten Pilzen nur wenige pflückt», rät sie Anfängern. Der Kanton verbietet das Sammeln zum Schutz der Pilze während der ersten zehn Tage jedes Monats. Da der nahegelegene Kanton Aargau keine solche Regel kennt, ist die Schlieremer Pilzkontrolle aber auch zu Beginn des Monats geöffnet.

Dieses Jahr gibt es viele gute Eierschwämme

Autenrieths Faszination für Pilze begann, als ihre Kinder erwachsen waren und sie wieder mehr Freizeit hatte. «Weil es rund um unsere Ferienwohnung viele Pilze gibt, habe ich mich begonnen, dafür zu interessieren», erzählt sie. Um Pilzkontrolleurin zu werden, hat sie einen einwöchigen Kurs mit einer anschliessenden Prüfung absolviert.

Trotz des verregneten Sommers habe die Pilzsaison dieses Jahr zögerlich begonnen, sagt Autenrieth: «Letztes Jahr sind die Leute im Oktober bis nach draussen für die Kontrolle angestanden und haben körbeweise Pilze gebracht. Dieses Jahr beklagen sie sich oft, dass sie nichts finden.» Dies führe auch dazu, dass Pilzsammler keine Motivation mehr hätten, sich auf die Suche zu machen. Dafür überzeugt dieses Jahr die Qualität der Speisepilze: «Es gab zum Beispiel am Anfang der Saison vor allem in höheren Lagen viele gute Eierschwämme», sagt sie.

Die diesjährige Pilzsaison hat zögerlich begonnen. Dafür überzeuge die Qualität der Speisepilze, sagt Autenrieth.

Die diesjährige Pilzsaison hat zögerlich begonnen. Dafür überzeuge die Qualität der Speisepilze, sagt Autenrieth.

zvg

Wo man im Limmattal am meisten Pilze finde, sei von Jahr zu Jahr unterschiedlich, sagt Autenrieth. «Letztes Jahr hatten einige Leute am Schlieremer Berg und in Altstetten Erfolg und haben Steinpilze gefunden.» Einen guten Speisepilz, die Krause Glucke, die gerne in der Nähe von Föhren wachse, finde man im Wiesentäli. «Dort gibt es zudem auch Maronen», sagt sie.

Pilzkontrollstellen in der Region

Die Schlieremer Pilzkontrolle findet von August bis etwa November an der Freiestrasse 23 statt und ist jeweils mittwochs zwischen 18 und 19 Uhr und samstags und sonntags zwischen 17.30 und 18.30 Uhr geöffnet. Ausserhalb der Hauptsaison gibt es Kontrollen nach Ab­sprache. Die Schlieremer Pilz­kontrolle ist für Schlieren sowie Oberengstringen, Unterengstringen und Weiningen zu­ständig.

Für Urdorf, Uitikon, Birmensdorf und Aesch gibt es die Urdorfer Pilzkontrolle. Sie hat offen bis 30. Oktober und zwar am Montag von 18 bis 19.30 Uhr, am Mittwoch zur gleichen Zeit und am Samstag von 18 bis 20 Uhr. Der Ort: das Bachschulhaus an der Friedhofstrasse 4.

Auch in Dietikon steht eine ­Pilzkontrolle zur Verfügung. Diese befindet sich im Raum des Jobbus Limmattal an der Bremgartnerstrasse 42 gegenüber dem Alters- und Gesundheitszentrum Ruggacker. Sie hat noch bis 3. November ge­öffnet – jeweils mittwochs und sonntags von 18 bis 19 Uhr. Die Pilzkontrolle Dietikon ist für die Einwohner von Dietikon, Bergdietikon, Rudolfstetten, Geroldswil und Oetwil gedacht.

Im Aargau stehen die nächsten Pilzkontrollen in Baden – diese ist unter anderem für Würenlos und Spreitenbach zuständig – und Bremgarten (unter anderem zuständig für die Mutschellengemeinden Berikon und Widen).

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