Schlieren
Philipp Sax gewinnt das Rennen um den freien Platz in der Schulpflege

Der parteilose Kandidat Philipp Sax holt bei der Ersatzwahl für den frei gewordenen SVP-Sitz in der Schlieremer Schulpflege die meisten Stimmen. Es ist ein knapper und für ihn unerwarteter Sieg.

Lydia Lippuner
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Von der Wahl überrascht: Philipp Sax tritt die Nachfolge der Schlieremer SVP-Schulpflegerin Tamina Grädel an.

Von der Wahl überrascht: Philipp Sax tritt die Nachfolge der Schlieremer SVP-Schulpflegerin Tamina Grädel an.

zvg

Es ist ein hauchdünner Sieg. Philipp Sax erhält mit 1322 Stimmen genau 60 Stimmen mehr als die SP-Kandidatin Marta Delgado. Sax tritt somit für den Rest der laufenden Legislatur 2018–2022 die Nachfolge der Schlieremer SVP-Schulpflegerin Tamina Grädel an.

Sax gewann das Rennen um die Ersatzwahl in der Schlieremer Schulpflege im zweiten Wahlgang. Im November trat er bereits gegen Marta Delgado (SP), SVP-Gemeinderat Hans-Ulrich Etter und Rosaria Guglielmo (parteilos) an. Damals belegte er den dritten Platz. In der zweiten Runde waren nun nur noch Sax und Delgado vertreten. Sax hat den Sieg am Sonntag nicht erwartet: «Ohne Parteiunterstützung anzutreten, war nicht einfach», sagt der 39-Jährige, der als stellvertretender Direktor und Leiter Bildung des Schweizer Fleisch-Fachverbands arbeitet. Von den 8916 Stimmberechtigten gingen am Wahltag 2830 Wahlzettel ein. Dies entspricht einer Beteiligung von 31,7 Prozent.

Sieht sich als Brückenbauer: Philipp Sax kandidierte als Parteiloser für die Schlieremer Schulpflege und machte das Rennen vor der SP-Kandidatin Marta Delgado.

Sieht sich als Brückenbauer: Philipp Sax kandidierte als Parteiloser für die Schlieremer Schulpflege und machte das Rennen vor der SP-Kandidatin Marta Delgado.

Zvg / Limmattaler Zeitung

Da es aufgrund der Coronapandemie unmöglich gewesen war, grössere Kampagnen zu führen, wurde Sax von Freunden und Bekannten unterstützt, die ihm halfen, in ganz Schlieren Flyer zu verteilen. Er interessiert sich gemäss eigenen Angaben sehr für Bildungsthemen sowie die Bildungspolitik und hat bereits diverse Erfahrungen in Bildungsgremien gemacht. Zudem unterrichtete Sax jahrelang an Berufsschulen.

Er sieht sich als Brückenbauer zwischen den Parteien

Sax ist sich bewusst, dass er in den kommenden anderthalb Jahren nicht das Rad von neuem erfinden kann. «Ich bin gekommen, um das fertigzustellen, was bereits angefangen wurde», sagt er. Trotzdem hat er einige Ziele: Für die verbleibende Zeit bis zur Neuwahl der Schulpflege 2022 ist es ihm wichtig, dass einerseits die Digitalisierung voranschreitet und andererseits die neuen Quartiere gut in die Schule integriert werden.

«Als Parteiloser kann ich auch als Brückenbauer zwischen den verschiedenen Lagern fungieren.» Zudem sei es sehr interessant, in der Pandemiezeit in die Schulpflege einzutreten. «Ungewöhnliche Zeiten sind sehr interessant», sagt er. Die ganze Krise habe der Digitalisierung einen Schub verliehen. Trotzdem solle und dürfe der Fernunterricht nicht das Ziel sein.

Sax zog vor vier Jahren mit seiner Familie aus Oberengstringen nach Schlieren, er hat zwei Kinder im schulpflichtigen Alter. «Als ich hierherzog, wollte ich mich bereits für die Stadt engagieren, das ist nun eine gute Gelegenheit», sagt er. «Eine erneute Kandidatur 2022 wäre durchaus denkbar», sagt er.

Ist enttäuscht, aber gibt sich kämpferisch: Marta Delgado kandidiert für die SP für einen Sitz in der Schlieremer Schulpflege. Sie verpasste ihn nur knapp.

Ist enttäuscht, aber gibt sich kämpferisch: Marta Delgado kandidiert für die SP für einen Sitz in der Schlieremer Schulpflege. Sie verpasste ihn nur knapp.

Zvg / Limmattaler Zeitung

Die Zweitplatzierte, die SP-Kandidatin Marta Delgado, zeigt sich vom Wahlergebnis ebenfalls überrascht. Da sie im ersten Wahlgang beinahe doppelt so viele Stimmen erhalten hatte wie Sax, rechnete sie nicht mit diesem Resultat, wie sie sagt. «Ich bin ein wenig enttäuscht, doch die Schlieremer haben so entschieden.». Nun gehe es weiter, eine erneute Kandidatur 2022 schliesst Delgado nicht aus.

Aktuell belegt die FDP mit drei Sitzen plus dem Schulpräsidium von Bea Krebs die meisten Sitze in der elfköpfigen Schulpflege. Die SP und die SVP kommen nach Grädels Rücktritt auf jeweils zwei Sitze. Je einen Sitz belegen die CVP und der Quartierverein – sowie neu die Parteilosen.