Schlieren
Parlamentarier beschliessen Förderung des Schweizerdeutschen: Stadtrat muss sich nun erneut mit Mundartkurs herumschlagen

Das Schlieremer Parlament setzt ein Zeichen für mehr Brauchtum.

Lukas Elser
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Schlieremer Politiker sprechen sich für Schweizerdeutsch aus.

Schlieremer Politiker sprechen sich für Schweizerdeutsch aus.

Symbolbild: Shutterstock

Die Entscheidung war knapp. Mit 14 zu 12 Stimmen bei drei Enthaltungen hat das Parlament am Montagabend das Postulat von Lukas Speck (GLP) zur Förderung des Schweizerdeutschen für gut befunden und es an den Stadtrat überwiesen. Damit hat dieser nun den Auftrag gefasst, zu prüfen, in welcher Form sich die Forderung von Speck umsetzen lässt.

Faktisch muss der Stadtrat damit in der Angelegenheit nochmals über die Bücher. Bereits im Herbst hat er über das Anliegen beraten. Und dann allerdings eine Nichtentgegennahme des Postulats beschlossen. In erster Linie aus Kostengründen, wie der Stadtrat im Rahmen der Parlamentsdebatte erklärte.

Gemäss Bea Krebs (FDP), Vorsteherin des Ressorts Bildung und Jugend, wären rund 10000 Franken nötig, um einen solchen Kurs im Rahmen einer Doppellektion anzubieten.

Stadtpräsident Markus Bärtschiger (SP) bezeichnete den gewünschten Kurs denn auch als «Nice-to- have», er appellierte an die Versammelten, keine weiteren Ressourcen für eine erneute Prüfung zu verbrauchen.

Im Jodelclub lernt man Schweizerdeutsch

Das Parlament war gespalten. Gaby Niederer (Quartierverein) und Dominic Schläpfer (FDP) fanden, dass ein Schweizerdeutschkurs für Migranten aus Deutschland vorteilhaft sein könnte.

Yvonne Brändle-Amolo (SP) hingegen fand, dass die bestehenden Angebote in Schlieren ausreichen würden, um die Sprache zu lernen. Sie selbst habe im lokalen Jodelclub viel über Brauchtum und Folklore lernen können.

Ähnlicher Meinung war Diarta Aziri (SP). Sie verwies auf die mangelhaft vorhandenen Lehrmittel in diesem Bereich. Und sie führte ins Feld, dass ein Schweizerdeutschkurs ganz im Gegensatz zu einem DaZ-Kurs (Deutsch als Zweitsprache) für eine erfolgreiche Schulkarriere nicht zwingend sei.

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