Schlieren
Nachwuchstalent kann sich Sportpatenschaft sichern: Ramón Limacher erhält bei seiner Karriere im Karatesport Unterstützung

Der junge Schlieremer war noch im Januar auf der Suche nach einem Sportpaten. Inzwischen konnte dieser gefunden werden. Bei seiner Karriere steht nun nur noch das Coronavirus im Weg.

Carmen Frei
Merken
Drucken
Teilen
Jungtalent Ramón Limacher und Sensei/Stützpunkttrainer Hakki Güldür sind bereit. Im letzten Jahr mussten sie aber oft auf Videotraining über Zoom ausweichen.

Jungtalent Ramón Limacher und Sensei/Stützpunkttrainer Hakki Güldür sind bereit. Im letzten Jahr mussten sie aber oft auf Videotraining über Zoom ausweichen.

Bild: zvg

Es ist geschafft: Nachdem Karatetalent Ramón Limacher Anfang Jahr noch auf der Suche nach Unterstützung war, kann er sich nun über eine Sporthilfe-Patenschaft freuen. Der zehnjährige Schlieremer wird von einem Paten des Vereins Jugendsposoring.ch unterstützt werden. Beim Verein handelt es sich um eine Gönnervereinigung, die sich seit 1992 zum Ziel setzt, talentierte Jugendliche aus Kultur und Sport finanziell zu unterstützen. Zu ihren Mitgliedern zählen Firmen und Privatpersonen.

Nachwuchstalent Limacher hat grosse Ziele: Schweizer Meister in der Übungsform Kata und eine Teilnahme an der Jugendolympiade strebt er an. Den Grundstein für weitere Erfolge hat er bereits gelegt, als er es in die U16-Nationalmannschaft geschafft hat. Im Oktober 2020 konnte er sich am Talentsichtungstag der Swiss Karate Federation (SKF) eine der sechzig «Swiss Olympic Talent Cards» sichern. Diese ist nun für das Jahr 2021 gültig und berechtigt ihn zur Teilnahme an verschiedenen Trainings speziell für die Nationalmannschaft. Ramón Limacher ist seinen Zielen also bereits näher gekommen.

Mit Kata-Nationaltrainerin Michelle Saner trainiert Ramón Limacher ebenfalls – wie immer mit dem nötigen Abstand.

Mit Kata-Nationaltrainerin Michelle Saner trainiert Ramón Limacher ebenfalls – wie immer mit dem nötigen Abstand.

Bild: zvg

Es gab keine Turniere, dafür Zoom-Trainings

Sein Können konnte er im vergangenen Jahr sonst aber nur selten zeigen: Die Saison 2020 musste grösstenteils abgesagt werden. «Zum Glück hat mein Trainer Hakki Güldür Zoom-Trainings gemacht, als gar nichts vor Ort erlaubt war. Das war für mich einfacher, als alleine für mich selber zu trainieren», sagt Limacher. Hakki Güldür ist seit vergangenem Jahr sein Sensei, also sein Karate-Lehrmeister. Seitdem trainiert Ramón Limacher in der Karateschule Kenshikai in Schwamendingen. Zuvor hatte er im Nippon Training in Urdorf trainiert.

Dass er nun finanziell unterstützt wird, bedeutet eine Entlastung seiner Eltern. Bisher übernahmen sie die kompletten Reisekosten und Turniergebühren selbst. Da er in Zukunft Grosses vorhat und die Reisen auch zunehmend ins Ausland gehen dürften, freut sich Familie Limacher, dass sie jemanden gefunden hat, der die Patenschaft der Stiftung Schweizer Sporthilfe für den Sohn übernimmt.

Wie es nun aber mit Teilnahmen und Reisen ins Ausland aussieht, ist noch nicht klar. Das letzte Turnier, an dem Ramón Limacher teilnehmen konnte, war im Februar 2020. Er sagt:

«Das ist schon so lange her und ich vermisse die Turniere wirklich sehr.»

Zwar habe er an sogenannten E-Turnieren teilgenommen. «Das war eine tolle Erfahrung. Aber es ist natürlich überhaupt nicht das Gleiche, wie wenn ich mit dem Team an ein normales Turnier gehe», sagt Limacher. Die Katas wurden per Video aufgenommen, dann hochgeladen und von mehreren Kampfrichtern bewertet. Bei Katas handelt es sich um eine genaue Abfolge von Kampftechniken im Karatesport. Kumite, eine weitere Art des Karate, bezeichnet die Übung des Kampfes selbst.

Das Talent will auch gepflegt werden und so gilt es, viel zu trainieren, auch in Zeiten von Corona. «Motiviert haben mich auch die Stützpunkttrainings im Kenshikai in Schwamendingen bei meinem Sensei und Stützpunkttrainer und die Nati-Trainings in Biel bei meiner Nati-Trainerin Michelle Saner und meinem Nati-Kata Coach Simone Posavec», sagt Limacher. Trainiert werde natürlich immer unter Einhaltung der Schutzmassnahmen.

Nun kommen die Schweizer Meisterschaft und ein Schulwechsel auf ihn zu

Da im vergangenen Jahr einiges ausgefallen ist, gibt es bei den Wettkämpfen Nachholbedarf. «Im Moment bin ich in der Vorbereitung für die Schweizer Meisterschaft 2020. Diese wird am 5. und 6. Juni in Sursee ‹nachgeholt›», erklärt Limacher. Das Karatetraining nimmt viel Zeit in Anspruch, die Anforderungen an den jungen Karateka sind hoch. Nach den Sommerferien wird Limacher darum eine andere Schule besuchen, um Sport und Schule besser kombinieren zu können.