Schlieren
Junge Männer liefern sich Schlägerei im Zentrum – mitten im Geschehen war ein Paketbote, sein Wagen wurde eingekesselt

Am Mittwochabend kam es im Zentrum von Schlieren zu einer üblen Schlägerei. Der mutmassliche Hauptakteur wurde gefasst.

Lukas Elser
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Mitten im Zentrum von Schlieren lieferten sich mehrere Männer einen Kampf.
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Dabei gerieten sie vom Trottoir...
...auf die Uitikonerstrasse.
Hier auf dem Stadtplatz lag ein halb bewusstloser Mann am Boden. Später wurde er von der Ambulanz abgeholt.
Am Schluss stellte sich der Mann nicht ganz freiwillig der Polizei.
Seinen DHL-Wagen (links neben dem Rettungswagen) hatte er direkt vor dem Polizeiposten parkiert.
Er wurde von Rettungswagen und der Polizei richtiggehend eingekesselt.

Mitten im Zentrum von Schlieren lieferten sich mehrere Männer einen Kampf.

Lukas Elser

Als skurril bezeichnete einer der Zeugen die Geschichte. Was sich am Mittwoch gegen 19.30 Uhr mitten im Zentrum von Schlieren ereignete, liess manchen Besucher der umliegenden Gaststätten vom Hocker springen.

Vor ihrer Nase ereignete sich eine üble Schlägerei. Beteiligt waren mehrere junge Männer sowie ein Paketbote des Paketlieferdienstes DHL. Sein Auto stand sozusagen quer in der Landschaft – notabene in der Nähe des Polizeipostens.

Der Mann hatte seinen Wagen verlassen, um sich auf dem Trottoir und auf der Uitikonerstrasse mit mindestens zwei anderen Männern einen Kampf zu liefern.

Eine Glasschale, eine Flasche und ein Messer

Die Szene war sehr chaotisch. Zu einem bestimmten Zeitpunkt lag einer der Beteiligten am Boden, ein anderer prügelte auf ihn ein. Anschliessend kam es zu einer Verfolgungsjagd. Zwei Männer, offenbar waren es Brüder, ergriffen die Flucht vor dem Paketboten, dieser schmiss ihnen eine Flasche nach, und griff nach einer grossen Glasschale, die vor einer Gaststätte an der Uitikonerstrasse stand. Er wollte sie ihnen ebenfalls nachwerfen, kam allerdings nicht mehr dazu.

Der Fahrer zog anschliessend von dannen. Die anderen Männer begaben sich zum Stadtplatz.

Im Verlauf des Geschehens schrien sich die Männer an. Wie einer der Beteiligten bestätigte, kannten sie sich gut. Als wenig später der DHL-Wagen erneut am Kreisel auftauchte, um den Verletzten etwas nachzuschreien, sagte einer der Verletzten: «Dieser Streit zwischen uns ist eine lange Geschichte.»

Gegenüber der Polizei behauptete er später, dass der Paketbote mit einem Messer auf ihn losgegangen sei. Am Kopf hatte er eine blutende Wunde. Einer seiner beiden Kollegen lag neben ihm am Boden. Er war schwer ansprechbar. Als ihn die Ambulanz hochhob, hatte er sichtliche Schmerzen. Eine unbeteiligte Person, die den Verletzten zu Hilfe eilte und der Ambulanz den Weg zeigte, sagte: «Der DHL-Fahrer fuhr quer über den Fussgängerbereich und so schnell an mir vorbei, dass ich auf die Seite springen musste.»

Die Polizei traf 20 Minuten nach dem Anruf ein, die Ambulanz etwas später. Der Mann mit der Wunde am Kopf und andere Personen mussten die Polizei mehrfach anrufen. Und obwohl mehrere Anwesende lauthals auf sich aufmerksam machten, fuhren die Einsatzkräfte von Polizei und Ambulanz mehr als einmal am Geschehen vorbei. Eine Einsatzkraft der Polizei bestätigte gegenüber der «Limmattaler Zeitung», dass an diesem Mittwochabend viel los gewesen sei.

Ein wahrhafter Pechvogel

Während sich die Polizei um die Verletzten kümmerte und sich deren Sicht auf den Vorfall anhörte, kam es zu einem Telefongespräch zwischen einem der Polizisten und einer anderen Person.

Der Polizist hatte ihm gerade mitgeteilt, dass er sich nicht um seinen Fall kümmern könne und er sich stattdessen am darauffolgenden Tag beim Polizeiposten melden solle. Kaum hatte er aufgelegt, rief der Mann mit der Wunde am Kopf: «Das ist der Täter!»

Der Polizist und der Verletzte verglichen also die Nummern des Anrufers und des Paketboten, den der Verletzte erkannte. Der Polizist merkte, dass es sich offenbar um ein und dieselbe Person handeln musste. Prompt rief der Polizist den Mann an. Er solle sich doch ins Zentrum von Schlieren, zum Polizeiposten, begeben.

Diese Taktik ging auf: Das Auto stand rund eine Stunde später vor dem Polizeiposten, und rundherum waren Wagen von Polizei und Ambulanz. Wer Täter und wer Opfer war, war lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Von offizieller Seite war am Mittwochabend noch keine Einschätzung zu erhalten.

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