Schlieren
Mehr aktives Mitdenken und weniger Kleingeist: Das forderten die Regierungsvertreter an der Generalversammlung der Limmatstadt AG

Am Dienstag versammelten sich Aktionäre, Gemeindevertreter und Unternehmer zur Generalversammlung der Limmatstadt AG. Am gleichen Strick ziehen war die Losung des Abends.

Lukas Elser
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Die Generalversammlung 2021 der Limmatstadt AG fand im JED in Schlieren statt.
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Durch den Abend führte Jasmina Ritz, Geschäftsführerin der Limmatstadt AG.
Der Aargauer Finanzdirektor Markus Dieth (Die Mitte) hielt eine kurze Ansprache, er wohnt in Wettingen und damit auch in der Limmatstadt.
Auch der Schlieremer Stadtpräsident Markus Bärtschiger (SP) sprach zu den Anwesenden.
Sara Lisa Schäubli ist Projektleiterin und neu im Team der Limmatstadt AG.
Roman Küng und Patrick Glauser stellten ihren regionalen Online-Marktplatz wirkaufenhier.ch vor.
Mark Imhof präsentierte die Online-Plattform Luucy, die künftige bauliche Veränderungen in Siedlungen schon jetzt in 3D sichtbar macht.
Urs J. Müller sprach über die Wissenschaftsausstellung «Phänomena», die 2023 in Dietikon stattfinden soll.
Der Abend klang mit einem Apéro riche aus.
En Guete.

Die Generalversammlung 2021 der Limmatstadt AG fand im JED in Schlieren statt.

Sandra Ardizzone/ Limmatstadt AG

Ein Team, das sich aus ganz verschiedenen Köpfen zusammensetzt, kann sehr stark sein. Vorausgesetzt, alle ziehen in dieselbe Richtung. So könnte man die Vision zusammenfassen, die die Standortförderin Limmatstadt AG ihren Aktionären, den Gemeindevertretern und den Netzwerkpartnern an der diesjährigen Generalversammlung am Dienstagabend im Schlieremer Business-Hub «JED» schmackhaft machen wollte. Durch den Abend führte Geschäftsführerin Jasmina Ritz.

Immer wieder hoben sie und andere die Vielfältigkeit des Limmattals hervor. Das Tal soll allen Platz bieten: dem Kleinbauern mit den fünf Säuen wie dem Cider produzierenden Start-up. Und dem Weinbauern ebenso wie dem Immobilienunternehmer. Allerdings brauche es auch ein gemeinsames Ziel. So sagte die neu zum Limmatstadt-Team dazu gestossene Sara Lisa Schäubli in ihrer Ansprache: «Es braucht eine gemeinsame Identität, ein kollektives Mindset, ein Wirgefühl.»

Und um herauszufinden, was diese «gemeinsame Geschichte» ist, forderte Schäubli die Leute auf, den Social-Media-Hashtag #Raumfürmehr – den neuen Slogan der Limmatstadt – gemeinsam mit Ideen zu füllen. Schäubli bat die Versammelten, aktiv mitzuwirken. Sie verdeutlichte das mit den Worten: «Es ist ihr Raum. Es ist ihre Bühne.»

Regierung grüsst real oder virtuell

Der Aargauer Regierungsrat Markus Dieth (Die Mitte), der Schlieremer Stadtpräsident Markus Bärtschiger (SP) und die Zürcher Regierungsrätin Carmen Walker-Späh (FDP) richteten eine Grussbotschaft an die Zuhörer. Dieth munterte die Beteiligten auf, sich nicht auf die Gemeindegrenzen einzuengen und die gemeinsamen, kantonsübergreifenden Interessen aufeinander abzustimmen. Schliesslich «dient der Puls im Limmattal dem ganzen Kanton Aargau und dem ganzen Kanton Zürich». Aus dem Gesagten wiederum hörte Limmatstadt-Geschäftsführerin Ritz die Aufforderung heraus, dass sich die Zürcher von ihren Aargauer Kollegen in Sachen Pragmatismus eine Scheibe abschneiden könnten.

Bärtschiger schwebte eine künftige Limmatstadt vor, bei der nicht alles von oben gesteuert wird, sondern die einzelnen Teile den Organismus aktiv mitbestimmen.

Walker-Späh schaffte es nicht zum Anlass. Dafür liess sie ein Video von sich einspielen. Sie betonte darin, wie wichtig der Standort Schlieren für Innovation- und Wissenstransfer sei. Und sie lobte den Schlieremer Biotechnopark und das Projekt Limmattalbahn, bei dem Zeitplan und Kosten besonders gut im Griff seien.

Einkaufen, modellieren, staunen

Schliesslich wurden drei neue, von der Limmatstadt AG unterstützte Projekte vorgestellt. Patrick Glauser und Roman Küng haben das Limmattal für ihren Piloten ausgewählt. In Zeiten des boomenden Onlinehandels haben sie den Onlinemarktplatz limmatstadt.wirkaufenhier.ch entwickelt. Dort kann ein Kunde Produkte von verschiedenen regionalen Anbietern bestellen. Der Marktplatz geht dann für ihn in den Läden vorbei und stellt ihm die Waren in einer gemeinsamen Lieferung zu.

Ebenfalls im virtuellen Raum befindet sich das Projekt von Mark Imhof: Mit seinem Luzerner Start-up hat er eine Plattform geschaffen, die eine Art GIS-Browser in 3D ist. Luucy richtet sich insbesondere an Stadtplaner und Bauherren. Sie können darin die Fläche, auf der sie bauen wollen, in ihrer dreidimensionalen Umgebung betrachten und ihr eigenes Bauprojekt gleich vor Ort modellieren.

Das dritte Vorhaben ist ganz real: Es handelt sich um die Neuauflage der 1984 erstmals gezeigten «Phänomena». Die Ausstellung soll 2023 in Dietikon durchgeführt werden. Sie will Naturphänomene und Umweltproblematiken einem breiten Publikum erklären, wie Gesamtprojektleiter Urs J. Müller erklärte.

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