Schlieren
Für mehr Ambiente beim «Stürmeierhuus»: Ein Mini-Chalet soll die Rutschbahn ersetzen

Der Betriebsleiter des Restaurants Stürmeierhuus möchte den Aussenbereich attraktiver gestalten. Auf dem heutigen Spielplatz sollen in Zukunft Events im Freien stattfinden.

Celia Büchi
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Dort, wo heute noch eine Rutschbahn steht, soll im Frühling 2022 eine Holzhütte mit Sitzgelegenheiten und Stehtischen aufgestellt werden.

Dort, wo heute noch eine Rutschbahn steht, soll im Frühling 2022 eine Holzhütte mit Sitzgelegenheiten und Stehtischen aufgestellt werden.

Celia Büchi

Statt der Rutschbahn sollen künftig Stehtische, Stühle und ein romantisches Chalet hinter dem «Stürmeierhuus» stehen. Soweit die Pläne des neuen Betriebsleiters, Dominik Reinmann. Er will den Aussenbereich des «Stürmeierhuus» aufpeppen. Wenn alles klappt, werden seine Ideen bereits im Frühjahr 2022 umgesetzt. «Im Sommer können dort Gäste, die noch auf einen freien Tisch warten, bereits etwas trinken», sagt Reinmann. Im Winter sollen ein Feuertopf und Marroni ein gemütliches Ambiente für den Apéro schaffen. So gebe es in Zukunft eine schöne Möglichkeit, Events an der frischen Luft zu organisieren.

«Der Spielplatz wurde nicht mehr so rege genutzt», begründet Reinmann das Aus der Rutschbahn. Sie sei auch etwas in die Jahre gekommen. Für die kleinen Gäste soll der Spass aber nicht vorbei sein. Im Gegenteil: Anstatt die klapprig gewordene Rutschbahn runterzurutschen, sollen sie sich in Zukunft auf der Wiese zwischen dem «Stürmeierhuus» und dem Stadthaus vergnügen können. Dafür möchte Reinmann künftig eine Kiste mit verschiedenen Spielsachen wie Frisbee, Springseil oder Fussball bereitstellen.

Das «Stürmeierhuus» blickt auf eine lange Geschichte zurück

Das Restaurant Stürmeierhuus ist Teil der Stiftung Arbeitskette und bietet Jugendlichen mit Handicap Arbeit und verschafft auch Erwachsenen, die keinen Anschluss an den ersten Arbeitsmarkt finden, eine Stelle. Das Restaurantgebäude hat eine rund 500-jährige Geschichte. Ursprünglich wurde es als Vielzweckbauernhaus mit Wohnteil, Scheune und Stall unter einem gemeinsamem Dach gebaut. Den Namen «Stürmeierhuus» erhielt es 1845, als der erste Steuersekretär von Schlieren, «der Stürmeier», es kaufte. Später diente es als Arbeiterquartier einer Firma. Danach gelangte es in den Besitz der Gemeinde Schlieren und schliesslich wurde es von der reformierten Kirchgemeinde Schlieren erworben, der es bis heute gehört.

Grosssanierung ermöglichte den heutigen Betrieb

Während im Parterre des «Stürmeierhuus» Restaurantgäste empfangen werden, können im ersten und zweiten Geschoss mehrere Räume für Events gemietet werden, zum Beispiel von Vereinen. Das Schaffen eines solchen Gemeindezentrums war der Beweggrund der reformierten Kirchgemeinde, als sie vor rund 40 Jahren beschloss, das «Stürmeierhuus» neu zu bauen.

Zwischen 1984 und 1986 wurde das gesamte Gebäude abgebrochen und von Grund auf neu aufgebaut, nur die Ost- und Westwände blieben stehen. Die geschichtsträchtige Fassade blieb erhalten. Die Zimmermänner demontierten beim Abbruch vorsichtig fast sämtliches Holzwerk und verwendeten es nach einer gründlichen Reinigung für den Wiederaufbau. Krumme, teilweise vermoderte Balken und der Gebrauch uralter Zimmermannskunst machten das Projekt zu einem Abenteuer.

Ein so grosses Projekt wie der Grossumbau in den 1980er-Jahren ist der nun geplante Bau eines Chalets und die Entfernung der Rutschbahn nicht. Ein Baugesuch war aber nötig. Dieses lag bis vor Kurzem auf.

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