Fussball
Schlieren im Aufwind

Der Zweitligist Schlieren gewinnt mit 4:3 gegen Lachen/Altendorf und stösst auf Rang 2 vor.

Michel Sutter (Text und Foto)
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Doppeltorschütze Souhel Muhi-Eddine (rechts) im Kampf um den Ball mit Alex Zecca von Lachen/Altendorf.

Doppeltorschütze Souhel Muhi-Eddine (rechts) im Kampf um den Ball mit Alex Zecca von Lachen/Altendorf.

Am Ende wurde es nochmals brenzlig für die Schlieremer. Patrick Schuler wurde auf der rechten Seite freigespielt und schoss aufs Tor. So, wie er das zehn Minuten zuvor schon einmal getan und prompt zum 3:4 für Lachen/Altendorf getroffen hatte. Doch diesmal landete der Ball nicht im Netz. Es blieb bis zum Schlusspfiff bei der knappen Führung für die Gäste.

Der Sieg für Schlieren war trotz der Druckphase des Heimteams verdient. Denn die Gäste hatten sich über die gesamte Spieldauer als die nervenstärkere Mannschaft präsentiert. Vor allem im Abschluss. Nach nur drei Minuten preschte Schlieren erstmals in die gegnerische Abwehrzone vor. Jan Erik Schnidrig schloss den Angriff eiskalt zum 0:1 ab. Und nach nicht mal zehn Minuten stand es bereits 0:2. Anthony Gullo hatte den Ball nach einer Ecke an Torhüter Wichert vorbeigespitzelt.

Nach diesem fulminanten Start flachte die Partie ein wenig ab, blieb aber intensiv und vor allem hart umkämpft. Sinnbildlich dafür war eine Szene nach einer halben Stunde, die Folgen haben sollte. Daniel de Arriba versuchte, Matti zu stoppen, der in den Schlieremer Strafraum vorgedrungen war. Bei de Arribas Intervention fiel Matti hin, der Schiedsrichter entschied auf Penalty. De Arriba protestierte lautstark, und auch Schlierens Trainer Davide Molinaro fand: «Dieser Entscheid war zumindest strittig.» Jedenfalls führte Zecca den Strafstoss aus – nur noch 1:2 für die Gäste. Und kurz vor Ende der ersten Halbzeit hatte die Heimmannschaft gar noch den Ausgleich auf dem Fuss, doch Matti verpasste eine Hereingabe nur um Haaresbreite.

In der zweiten Hälfte drehte Lachen/Altendorf auf. Nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff kamen die Schwyzer zum Ausgleich durch Papaleo. Ein Tor, das sich abgezeichnet hatte. Lachen/Altendorf wurde mit zunehmender Spieldauer immer stärker.

Doch dann kam Souhel Muhi-Eddines grosser Auftritt. Erst lenkte er eine Hereingabe von Roman Hess zum dritten Schlieremer Treffer ab. Und wenig später stellte er mit seinem zweiten Treffer an diesem Nachmittag den alten Zwei-Tore-Vorsprung wieder her. Trotz des scheinbar aussichtslosen Rückstands warf Lachen/Altendorf nochmals alles nach vorn. Doch zu mehr als zu Schulers Anschlusstor und einem Pfostenschuss durch Winet reichte es nicht.

«Wir werden in jedem Spiel ein bisschen älter», scherzte Davide Molinaro nach dem Schlusspfiff. Er hatte gut lachen, denn mit diesem Sieg hat sich Schlieren vorläufig auf Rang 2 katapultiert. Angesichts der Verletztenliste bei Schlieren erstaunlich. «Mir stehen gerade mal 15 Spieler zur Verfügung», klagte Molinaro. Und mit Anthony Gullo, der schon nach einer halben Stunde ausgewechselt werden musste, und Carlo Früh hatte der Schlieremer Trainer zudem zwei angeschlagene Spieler auf dem Rasen. «Aber wir haben einen sehr guten Kader mit einer hohen Qualität», sagte er nicht ohne Stolz. «Das hat unter anderem Roman Hess bewiesen.» Hess wurde für Gullo eingewechselt und steuerte zwei Assists zum Sieg bei. «Momentan klappt bei uns sehr viel», sagte Molinaro erfreut.

Das wünscht sich der Schlieremer Trainer auch für den kommenden Samstag. Dann bestreitet Schlieren seine letzte Partie in dieser Vorrunde gegen Schwamendingen. Sollten die Limmattaler sich im Abschluss ähnlich effizient und kaltblütig zeigen wie in Lachen, dürfte die Aufgabe für Schwamendingen nicht leicht werden.