Schlieren
Hühnerhaut-Momente im «Salmen»-Saal

Das Stadtorchester Schlieren feierte das zehnjährige Jubiläum des Dirigenten Hugo Bollschweiler mit einem aussergewöhnlichen Auftritt.

Céline Geneviève Sallustio
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Hugo Bollschweiler (in der Mitte) und das Stadtorchester Schlieren.

Hugo Bollschweiler (in der Mitte) und das Stadtorchester Schlieren.

Céline Geneviève Sallustio

Ein Dirigent ohne Dirigierstab? Unvorstellbar. Doch als ein Dirigent vor zehn Jahren sein Probe-Dirigat vor dem Stadtorchester Schlieren antrat, besass er tatsächlich keinen Taktstock. Also musste der Dirigent sich für diesen Anlass einen besorgen. Seither gibt Hugo Bollschweiler den Takt des Stadtorchester Schlierens an. Diese Anekdote erzählte Jetti Hutter, Präsidentin des Stadtorchester Schlierens, in ihrer Laudatio zur Eröffnung des Jubiläumskonzerts.

Die zehnjährige Zusammenarbeit feierten der Dirigent und das Stadtorchester Schlieren am Wochenende mit einem aussergewöhnlichen Konzert im «Salmen»-Saal in Schlieren. Das Programm hiess «Mitten ins Herz» – und es versprach nicht zu viel: Als der Dirigent seinen Taktstock hob und das Orchester anblickte, folgte ein furioser Start: Mit der dramatischen Einleitung von Franz Krommers Sinfonie Nr. 2 zog das Orchester die rund 80 Zuhörerinnen und Zuhörer in seinen Bann.

Dann folgte die Uraufführung des Stücks «Ex Tempore – Exkursionen für Instrumente», das der Komponist Daniel Hess eigens für das Stadtorchester geschrieben hat. Beim letzten Stück, «Concerto in C for piano and orchestra» von Leroy Anderson, trat die Pianistin Marian Rosenfeld auf die Bühne. Sie begeisterte mit ihrer Souveränität und ihrer Ausstrahlung.

Orchester war aussergewöhnlich besetzt

Nach einer langen Pause spielte das Laienorchester am Wochenende endlich wieder vor Publikum. «Aufgrund der langen Pause lag uns das Konzert heute Abend besonders am Herzen», sagte Bollschweiler nach dem Auftritt. Auch die Besetzung sei ungewohnt gewesen: «Normalerweise sind wir 35 Leute, heute Abend waren wir 50. Das war organisatorisch recht aufwendig.» Die Mehrbesetzung sei grösstenteils auf die Blasinstrumente zurückzuführen.

Die vergangenen zehn Jahre mit dem Stadtorchester beschreibt ­Bollschweiler so, als würde er zu seinen «Wurzeln zurückkehren». Mit dem Orchester habe er stets eine Plattform gehabt, um Neues auszu­probieren. Das Konzert stiess auf Begeisterung. «Ich hatte sogar einige unerwartete Hühnerhaut-Momente», sagte Michèle Keist aus Unterengstringen. Ihre Kollegin Silja Abdel-Baseir aus Fahrweid fügt hinzu: «Die Musik hat Erinnerungen hervorgerufen.»

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