Schlieren
Gemeinsam gegen Einbrecher: Polizei berät Passanten auf dem Stadtplatz

Anlässlich des «Nationalen Einbruchschutztages» standen die mobile Einsatzzentrale der Kantonspolizei und zwei Polizeiautos auf dem Schlieremer Stadtplatz. Mit der Aktion will die Kapo die Bevölkerung für den Einbruchschutz sensibilisieren.

Lydia Lippuner
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Nationaler Tag des Einbruchschutzes: Auf dem Stadtplatz Schlieren fand ein Aktionstag statt.

Nationaler Tag des Einbruchschutzes: Auf dem Stadtplatz Schlieren fand ein Aktionstag statt.

Sandra Ardizzone

Unter dem roten Dach auf dem Schlieremer Stadtplatz stehen am Dienstag die mobile Einsatzzentrale der Kantonspolizei (Kapo) und zwei Polizeifahrzeuge. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein Grosseinsatz, ist ein Präventionsanlass, den die Kantonspolizei gemeinsam mit der Stadtpolizei Schlieren/Urdorf anlässlich des «Nationalen Einbruchschutztags» durchführt. Im Windschatten der grossen Gefährte stehen Tische mit Flyern. Es geht darum, gemeinsam gegen Einbrecher vorzugehen. Martin Litscher, Regionalchef Limmattal/Albis der Kantonspolizei Zürich sagt:

«Das Ziel ist, dass die Leute weniger Hemmungen haben, sich zu melden, wenn sie etwas Verdächtiges sehen.»

Wenn man eine fragwürdige Situation beobachte, solle man sich unbedingt melden. Es sei kostenlos anzurufen und man werde keineswegs diffamiert. Auch wenn es sich einmal um einen Fehlalarm handle. «Wir sind angewiesen auf die Mithilfe der Anwohner», sagt Litscher.

Wie kann man sich schützen?

Tipps und Empfehlungen zum Einbruchschutz gibt es auch unter www.skppsc.ch und www.sicheres-wohnen-schweiz.ch. Die Kantonspolizei Zürich bietet überdies kostenlose Sicherheitsberatung an. 

Besonders da die Sonne nun wieder früher untergehe, sei es wichtig, vermehrt auf den Einbruchsschutz zu achten. Nachdem es laut Litscher zu Beginn der Pandemie deutlich weniger Einbrüche gegeben hat, hätten diese in der letzter Zeit wieder zugenommen. Litscher zeigt auf die Fensterfront vor ihm. Hinter all diesen Fenstern befinden sich Wohnungen, in die eingebrochen werden könne. «Der simpelste Schutz ist, Anwesenheit vorzutäuschen.» Das gelte aber auch für Gewerberäumlichkeiten. Diese stehen in Homeoffice-Zeiten noch öfters leer als Wohnungen. «Am einfachsten täuscht man die Einbrecher, indem man das Licht brennen lässt», sagt Litscher. Weiter sollte man auf eine gute mechanische Verriegelung achten.

Zudem könne man auch die kostenlose Sicherheitsberatung der Kapo anrufen. Diese analysiere jede Wohnung individuell und zeige die entsprechenden Sicherheitslücken auf. Pro Jahr würden rund 400 Sicherheitsberatungen durchgeführt. Während der Präventionsaktion führen die Polizisten auch einige Beratungen vor Ort durch. Dabei reichen die Fragen der Anwohnerinnen und Anwohner von Cyberkriminalität über Telefonbetrug bis hin zum Einbruchschutz. «Wir können mit dieser Aktion verschiedene Bevölkerungsgruppen erreichen», sagt Kapo-Mediensprecherin Carmen Surber.

Hohe Konzentration und viel Menschenkenntnis: Innert Sekunden entscheiden die Polizistinnen, ob sie ein Auto anhalten oder durchwinken.

Hohe Konzentration und viel Menschenkenntnis: Innert Sekunden entscheiden die Polizistinnen, ob sie ein Auto anhalten oder durchwinken.

Sandra Ardizzone

Bei der Verkehrskontrolle geht es nicht um Bagatelldelikte

Parallel zum Anlass auf dem Stadtplatz findet beim Bahnhof Glanzenberg in Dietikon eine Verkehrskontrolle statt. Der Fokus der Kontrolle liege dabei nicht auf Bagatelldelikten, wie etwa dem Fahren ohne Sicherheitsgurt, sondern dem Aufspüren von Kriminaltouristen. «Bei solchen Kontrollen finden wir öfters Personen, die sich illegal in der Schweiz aufhalten», sagt Litscher. Des Weiteren gingen der Polizei bei den Kontrollen immer wieder Drogenhändler sowie Einbrecher ins netz.

Das Kontrollieren erfordert viel Menschenkenntnis und Erfahrung, denn die Polizistinnen und Polizisten müssen innert Sekunden entscheiden, ob sie die Person im Auto kontrollieren oder vorbeiwinken. «Dabei achtet man meist auf kleine Nervositätszeichen, wie Kratzen oder Wegsehen», sagt Litscher. Kontrolliert würden das Auto sowie die Personen im Fahrzeug und deren Papiere. «Es ist beispielsweise immer wieder verwunderlich, wie viele Leute trotz entzogenem Fahrausweis fahren», sagt Litscher. Um alle Gebiete möglichst gut abdecken zu können, arbeitet ein Team aus Verkehrs-, Fahndungs- und Regionalpolizisten zusammen. «So ergänzen sich Polizisten optimal und können auch voneinander lernen», sagt Litscher.

Passant erzählt von einem Einbruch

Auf dem Stadtplatz zerrt mittlerweile ein eisiger Wind an den von Steinen beschwerten Broschüren. Trotzdem bleiben immer wieder Leute stehen, um sich beraten zu lassen. Ein Mann erzählt, dass bei ihm vor kurzem eingebrochen worden sei. Glücklicherweise sei nichts gestohlen worden. Doch dass ein Unbekannter in den eigenen vier Wänden war, hinterlässt bei den Betroffenen meist ein ungutes Gefühl.

Laut Litscher taucht der Bezirk Dietikon regelmässig in den vorderen Rängen auf der kantonalen Einbruchsliste auf. Dabei könne man nicht sagen, welche Gemeinde am meisten davon betroffen sei. Dies wechsle ständig. «Da alle Gemeinden gut erschlossen sind und in der Nähe der Autobahn liegen, haben sie bereits statistisch gesehen ein höheres Risiko», sagt er. Deshalb seien solche Präventionsaktionen vor Ort wichtig, um den Einbrechern das Handwerk so schnell wie möglich legen zu können.

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