Schlieren
Familiengärten im Betschenrohr dürfen nochmals länger bleiben – Renaturierung der Limmat folgt frühestens 2027

Der Schlieremer Stadtrat hat den Pachtvertrag mit dem Familiengartenverein Betschenrohr erneut um zwei Jahre verlängert.

David Egger
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Die Gnadenfrist für die Schrebergärten im Schlieremer Betschenrohr wurde verlängert.

Die Gnadenfrist für die Schrebergärten im Schlieremer Betschenrohr wurde verlängert.

Alex Spichale (Schlieren Betschenrohr, 21. August 2019)

Neu gilt der Pachtvertrag bis 31. Dezember 2025. Die Konditionen des verlängerten Pachtvertrags zwischen Stadt und Familiengartenverein bleiben die gleichen. Der Verein gibt das verpachtete Land jeweils mittels Unterpachtverträgen an seine Mitglieder weiter.

Seit der letzten Verlängerung um zwei Jahre im Dezember 2019 war als Vertragsende Ende 2023 ­vorgesehen. Nun wird es also 2025. Die neuerliche Verlängerung hat den Hintergrund, dass gemäss heutigem Planungsstand die Bauarbeiten für die Revitalisierung der Limmat und den Hochwasserschutz erst 2027 beginnen. «Bei einer weiteren substanziellen Verzögerung des Baubeginns kann wiederum eine befristete Verlängerung in Aussicht gestellt werden», schreibt der Stadtrat in einer Mitteilung. Das Projekt wird das Familiengartenareal Betschenrohr stark beeinträchtigen.

Zur Erinnerung: Die Limmat soll auf einer Strecke von 3,2 Kilometern zwischen der Zürcher Stadtgrenze und dem Kloster Fahr mehr Raum erhalten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie stark begradigt und verbaut, um Überschwemmungen zu verhindern. Für die Tier- und Pflanzenvielfalt war das ein schwerer Schlag. Mit den geplanten Revitalisierungsmassnahmen will der Kanton nun einerseits einen Erholungsraum schaffen, andererseits sollen sich am kiesigen Ufer, auf Inseln und im Fluss wieder Fische, Vögel, Amphibien und Pionierpflanzen heimisch fühlen. Dank der Vergrösserung des Flussraums soll zudem das Wasser mehr Platz haben, was das Siedlungsgebiet vor Überschwemmungen schützt.

Der Familiengartenverein Betschenrohr muss für die Limmat-Revitalisierung rund die Hälfte seiner Fläche ­aufheben. Eine stattliche Anzahl der Gärten wird also wegkommen – das sorgt schon seit Jahren für Zoff in Schlieren. Wann die Bauarbeiten für das Projekt stattfinden, hat der Kanton noch immer nicht festgelegt. Die Arbeiten werden aber drei Jahre lang dauern. «Die übrig bleibende Fläche wird spätestens nach Projektabschluss weiterhin für das Gärtnern zur Verfügung stehen», versichert der Stadtrat in seiner Mitteilung. Die Stadt werde dazu zu gegebenem Zeitpunkt entsprechend neue Vereinbarungen abschliessen.

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