Schlieren
Schlieren erhöht nach Anschlagsversuch Sicherheit auf der Verwaltung

Die Stadt Schlieren zieht Konsequenzen aus dem vereitelten Brandanschlag vor dem Stadthaus. Der Hintergrund der Aktion ist nach wie vor unklar.

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Stadthaus Schlieren

Stadthaus Schlieren

Limmattaler Zeitung

«So etwas habe ich noch nie erlebt», sagt Toni Brühlmann. Schlierens Stadtpräsident kann sich nicht erklären, weshalb das Abstimmungslokal auf der Stadtverwaltung am Sonntag Ziel eines Brandanschlages hätte werden sollen. Auch bei der Kantonspolizei herrscht nach wie vor Unklarheit über Motiv und Hintergründe der Aktion.

«Bei uns ist kein Bekennerschreiben eingegangen», heisst es auf Anfrage beim Mediendienst der Kantonspolizei. Man wisse nicht, ob es ein Zufall sei, dass ausgerechnet Schlieren für den geplanten Anschlag gewählt, oder ob gezielt die Stadtverwaltung ausgesucht wurde.

Stadtrat nimmt sich Thema an

In Schlieren hat man trotz der Unklarheiten erste Massnahmen getroffen. «Wir haben uns gefragt, was das für uns bedeutet», erklärt Brühlmann. In Absprache mit der Polizei habe man deshalb in der Nacht auf gestern das Sicherheitsdispositiv auf der Stadtverwaltung verstärkt. Was im Detail geändert wurde, wollte Brühlmann aus Sicherheitsgründen nicht sagen.

Es stehe aber fest, dass der geplante Anschlag ein Thema an der Stadtratssitzung sei. «Wir haben deshalb am Sonntag alle Mitglieder informiert, sodass die Stadträte schon früh über den Vorfall im Bild waren», so Brühlmann.

Entdeckt wurde der Brandsatz am Sonntagmorgen kurz vor der Öffnung des Abstimmungslokals. Um 9.15 Uhr meldete ein Mitarbeiter der Schlieremer Stadtverwaltung der Einsatzzentrale der Kantonspolizei, dass vor dem Eingang zur Stadtverwaltung eine Einkaufstasche mit verdächtigem Inhalt gefunden worden sei.

Vorsorglich wurde der Bereich durch ein grösseres Polizeiaufgebot abgesperrt und der Tascheninhalt überprüft.

Niemand wurde verletzt

Dabei stellte sich heraus, dass sich in einem Paket in der Tasche ein Brandsatz mit Brandbeschleuniger befand. Der Brandsatz wurde durch Spezialisten sichergestellt und anschliessend abtransportiert. Verletzt wurde niemand.

Die Stadt stellte daraufhin kurzfristig ein anderes Abstimmungslokal in der Nähe zur Verfügung. Nach rund einer halben Stunde konnte in das offizielle Abstimmungslokal gewechselt werden. Erste Abklärungen ergaben, dass die Tasche im Verlauf der Nacht vor dem Eingang zur Stadtverwaltung abgestellt wurde.

Für die umfangreiche Spurensicherung wurden Spezialisten des Forensischen Instituts Zürich und des Brandermittlungsdienstes der Kantonspolizei beigezogen. (zim)