Schlieren
«Nicht nur die magischen Bilder faszinieren» – deshalb ist der Film «Undine» so empfehlenswert

Der neuste Bibliothekentipp kommt aus Schlieren. Bibliothekarin Barbara Hefti hat es der Film «Undine» angetan, weil er ein historisches Thema in der heutigen Zeit ansiedelt.

Monique Roth *
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«Wie ein Märchen in der heutigen Zeit.» Der Film «Undine» hat die Erwartungen von Barbara Hefti übertroffen.

«Wie ein Märchen in der heutigen Zeit.» Der Film «Undine» hat die Erwartungen von Barbara Hefti übertroffen.

zvg

Barbara Hefti ist gelernte Buchhändlerin, hat langjährige Erfahrung im Verlagswesen und arbeitet seit zwei Jahren in der Bibliothek Schlieren. Sie hat eine Vorliebe für tiefgründige Krimis, ist Sammlerin von alten Spielen und betreut in der Bibliothek die Hörbuch-Abteilung. Heute möchte sie einen Film empfehlen.

Warum hast du dich für diesen Film entschieden?

Barbara Hefti: Es war nicht nur das ansprechende Cover, sondern auch der Filmtitel «Undine», der mich neugierig gemacht hat.

Wenn man das Cover betrachtet, so assoziiert man es mit Wasser. Geht es tatsächlich um Wasser in diesem Film?

Das Thema Wasser zieht sich wie ein roter Faden durch den Film. Aber zuerst zu Undine; sie ist Historikerin, lebt in Berlin und arbeitet als Expertin für Stadtentwicklung. Man erfährt einiges über Berlin, zum Beispiel auch, dass der Name Berlin die Stadt am oder im Sumpf bedeutet, auch hier wieder ein Bezug zum Wasser. Der Film beginnt damit, dass Undine von ihrem Freund verlassen wird. Man erfährt, wenn ein Freund die Beziehung mit Undine beendet, dann muss sie den treulosen Freund töten. Und trotzdem ist es eine Liebesgeschichte.

Warum gefällt dir der Film?

Es sind nicht nur die magischen Bilder, die faszinieren, sondern auch die Figur der Undine, die eine lange Geschichte hat. Undine ist bereits um das Jahr 1320 in einem Gedicht zu finden, ist als Sagenstoff bekannt und inspirierte zahlreiche Künstler wie Schriftsteller, Komponisten und Filmemacher. Es beeindruckt mich immer wieder, wenn Künstler historische Themen aufgreifen und in der heutigen Zeit ansiedeln.

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Bibliothekentipp

Jeden Monat präsentiert eine Bibliothekarin oder ein Biblio­thekar aus dem Limmattal an dieser Stelle ein Buch, eine DVD oder ein Spiel, die sie selbst kürzlich entdeckt ­haben. Die Rubrik ist in Zu­sammenarbeit mit den Biblio­theken des Bezirks Dietikon ­entstanden.

Sind deine Erwartungen erfüllt worden? Sie wurden sogar übertroffen!

Von Regisseur Christian Petzold möchte ich mir unbedingt weitere Filme ansehen. Das Filmpaar, Paula Beer und Franz Rogowski, war schon im Film «Transit» zusammen zu sehen. Mit «Undine» wollte der Regisseur die beiden nochmals zusammen auftreten lassen. Ich hoffe, es kommt noch zu weiteren gemeinsamen Auftritten. Eine zusätzliche Qualität des Filmes ist auch das Spiel der beiden, das beim Betrachter aber nicht gespielt, sondern sehr realistisch ankommt.

Wem empfiehlst du diesen Film?

Allen, die sich einen Film mit starken Schauspielerinnen und Schauspielern, beeindruckenden Filmbildern und guter Filmmusik ansehen möchten. Der Film scheint wie ein Märchen, das in der heutigen Zeit angesiedelt ist. Der Film dauert 90 Minuten, man würde sich aber wünschen, dass er noch viel länger dauern würde.

Tötet Undine ihren treulosen Freund tatsächlich?

Das verrate ich selbstverständlich nicht!

* Monique Roth ist Leiterin der Bibliothek Schlieren.

Der Film

Christian Petzold: Undine

Mit Paula Beer und Franz Rogowski. trigon-film