Schlieren
Mehr Kandidierende, weniger Parteien: So sieht die Ausgangslage für die Schlieremer Parlamentswahl aus

Im Februar stehen die Gesamterneuerungswahlen für das Schlieremer Parlament an. Ein Blick auf die Kandidierendenlisten zeigt, dass immer noch deutlich mehr Männer als Frauen nominiert wurden. Nur vier der 36 bisherigen Parlamentarierinnen und Parlamentarier treten nicht mehr zu Wahl an.

Lukas Elser
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Wer besetzt ab Sommer 2022 das neu gewählte Schlieremer Parlament? Das Bild zeigt die Aula des Schulhauses Reitmen kurz vor der Parlamentssitzung.

Wer besetzt ab Sommer 2022 das neu gewählte Schlieremer Parlament? Das Bild zeigt die Aula des Schulhauses Reitmen kurz vor der Parlamentssitzung.

Sandra Ardizzone / Archiv

Schlieren hat bei Urnengängen zwar regelmässig die tiefste Stimmbeteiligung des Bezirks – die Schlieremer Politiker scheint das aber nicht zu verdriessen. Bei jeder Erneuerungswahl des 1974 ins Leben gerufenen Parlaments stellen sich mehr Kandidatinnen und Kandidaten zur Verfügung. Dieser Trend setzt sich auch bei der anstehenden Wahl am 13. Februar fort. Waren es bei den Wahlen 2014 noch 91 Kandidierende, sprang die Zahl 2018 auf 107 an. Und 2022 sind es 112 Personen, die sich für einen Sitz im 36-köpfigen Gemeindeparlament bewerben.

Obwohl die Zahl der Kandidierenden stets gestiegen ist, sieht es bei der Parteienvielfalt etwas schlechter aus. Da der Quartierverein, der aktuell über zwei Sitze verfügt, nicht mehr antritt, kann die Wählerschaft noch zwischen den anderen sieben im Parlament vertretenen Parteien aussuchen. Aktuell sind die SVP und die SP mit neun Vertretern die stärksten Kräfte im Parlament. Die FDP verfügt über sechs Parlamentarier, die GLP über vier, die Mitte über drei, die Grünen haben zwei Mandate und die EVP eines.

Viel Kontinuität bei den Nominierungen

Allzu starke Umwälzungen sind aber nicht zu erwarten. Nur vier Personen werden das Parlament zur neuen Legislatur definitiv verlassen. Neben den beiden Vertretern des Quartiervereins, Thomas Widmer und Gaby Niederer, tritt Jolanda Lionello (SP), mit gut 25 Jahren Erfahrung die dienstälteste Parlamentarierin, nicht mehr zur Wahl an. Genauso wie Erwin Scherrer, der einzige Vertreter der EVP. Während die Bisherigen die Listen der meisten Parteien geschlossen anführen, haben die Grünen mit Ortsparteipräsidentin Laura Zangger eine neue Kandidatin auf Platz eins gesetzt.

Bei den Berufen sind die Parteiunterschiede gross. So stellt die FDP etwa von allen die meisten Ökonomen. Bei der SVP dominieren die Nichtakademiker. Bei der EVP stammen über die Hälfte der fünf Kandidatinnen und Kandidaten aus dem Bereich Pädagogik.

SP setzt auf junge Kandidierende

Das älteste Parlamentsmitglied hat die SVP mit Heidemarie Busch nominiert. Die seit 2010 im Parlament sitzende Politikerin, die im vergangenen Sommer von der Mitte zur SVP wechselte, feierte 2021 ihren 78. Geburtstag. Die jüngsten Kandidierenden, die beide Jahrgang 2003 haben, finden sich dagegen in der GLP mit Carina Kriesi und in der Mitte mit Angelo Kunz.

Die SP hat mit Abstand den jüngsten Kandidierendenpool. Das Durchschnittsalter liegt hier bei 37 Jahren. Vergleichsweise jung ist auch die GLP mit einem Durchschnittsalter von 43 Jahren. An dritter Stelle folgt die Mitte mit 45 Jahren, gefolgt von der FDP mit 46 Jahren und der SVP mit 47 Jahren. Am ältesten sind die Kandidierenden der Grünen und der EVP mit durchschnittlich je 48 Jahren.

Auch die Anzahl der Nominierten unterscheidet sich teils deutlich. Am meisten Kandidierenden haben die GLP und die Grünen aufgestellt mit je je 19. Die kürzeste Liste stellt die EVP mit fünf Kandidatinnen und Kandidaten. Dazwischen liegen die SP und FDP mit jeweils 18 Personen, gefolgt von der Mitte mit 17 und der SVP mit 16.

EVP und GLP haben den höchsten Frauenanteil

Von den 112 Kandidierenden für das Schlieremer Parlament sind 38 Prozent weiblich. Der Anteil hat sich gegenüber dem letzten Wahlgang nicht verändert. Verhältnismässig am meisten Frauen nominiert haben die EVP mit 60 Prozent und die GLP mit 53 Prozent. Es folgen die Grünen mit 42 Prozent und die Mitte mit 41 Prozent. Den drittletzten Platz belegt die SP mit 33 Prozent. Dicht gefolgt von der SVP mit 31 Prozent. Schlusslicht ist die FDP mit 22 Prozent.

Die FDP-Liste ist nicht nur insgesamt am männerlastigsten, die nominierten Frauen sind auch weiter hinten zu finden als bei der Konkurrenz. Die erste Frau belegt den 12. Listenplatz. Hier offenbaren sich auch bei den wählerstärksten Parteien Unterschiede: Bei der SP sind unter den ersten zehn Listenplätzen fünf Frauen zu finden, bei der SVP nur zwei. Mit der SP, der Mitte und den Grünen haben drei von sieben Parteien eine Frau an die Spitze ihrer Liste gesetzt.

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