Schlieren
Die Schlieremer Videospielschmiede Giants Software bricht mit ihrem Landwirtschaftssimulator Verkaufsrekorde

Der kürzlich erschienene «Landwirtschafts-Simulator 22» macht Gamern weltweit Spass verkauft sich so gut wie noch nie. Dank der neuen Version rechnet das Unternehmen dieses Jahr mit einem Umsatz von 100 Millionen Franken.

Lydia Lippuner
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Sein Landwirtschafts-Simulator wurde ein Verkaufsschlager: Christian Ammann leitet das erfolgreichste Game-Studio der Schweiz.

Sein Landwirtschafts-Simulator wurde ein Verkaufsschlager: Christian Ammann leitet das erfolgreichste Game-Studio der Schweiz.

Severin Bigler

Kein anderes Videospiel aus der Schweiz ist aktuell so erfolgreich wie der «Landwirtschafts-Simulator 22» des Schlieremer Unternehmens Giants Software. Die achte Version des beliebten Games kam am 22. November auf den Markt und katapultierte sich gleich an die Spitze der Videospielverkaufcharts. Dabei hat es sogar weltweit bekannte Marken wie «Battlefield» oder «Age of Empires» hinter sich gelassen.

Das Spiel wurde in knapp zwei Wochen bislang rund 1,8 Millionen Mal verkauft. So schnell wurden noch nie so viele Games der Serie verkauft. «Wir haben 50 Prozent mehr Spiele verkauft als bei der letzten Version. Wobei wir damals bei den Verkaufszahlen schon hoch eingestiegen waren», sagt Christian Ammann, Gründer von Giants Software. Entsprechend rechnet Ammann mit 100 Millionen Franken Umsatz dieses Jahr.

Das ist besonders bemerkenswert, weil Giants Software dieses Mal nicht nur als Entwickler fungiert, sondern den Simulator erstmals selbst verlegt hat. «Unser Plan, alle Kommunikations- und Publishing-Aspekte selbst zu leiten und zu verwalten, um die strategischen Ziele des Unternehmens zu erreichen, ist damit aufgegangen», wird Boris Stefan, seit April 2020 Head of Publishing bei Giants, in einer Mitteilung des Unternehmens zitiert. Zusammen wurden alle Versionen des 2008 erstmals veröffentlichten Landwirtschafts-Simulators bereits über 125 Millionen Mal verkauft.

Anbauen statt rumballern: Der Landwirtschafts-Simulator fasziniert viele Gamer.

In den USA, Polen und Deutschland besonders beliebt

Nicht nur in der Schweiz pflügen viele Spielerinnen und Spieler nun mit Traktoren grosse Felder, auch international hat sich das Game fest etabliert. Auf der grossen Vertriebsplattform Steam war es zeitweise das meistverkaufte Spiel weltweit. Besonders nachgefragt ist der «Landwirtschafts-Simulator 22» laut den Entwicklern zurzeit in den USA, Deutschland und Polen. Die vielen positiven Rückmeldungen der Kundschaft seien eine schöne Bestätigung für alle Entwickler, die in den vergangenen drei Jahren intensiv an der neuen Version arbeiteten, sagt Ammann.

Der Erfolg des Spiels beruhe insbesondere auf dem engen Kontakt des Unternehmens mit den Gamern, so Ammann. «Wir machten Umfragen und fanden so heraus, was in den Augen der Spielerinnen und Spieler besonders wichtig ist», sagt Ammann. So habe man die Simulation nach der letzten Version kontinuierlich verbessern können. Die Traktoren würden nun beispielsweise ein viel authentischer aufheulendes Traktorgeräusch, wenn man über das Feld fahre. Auch fällt nun Schnee auf die Felder und die virtuellen Bauern können neue Produkte wie Hirse oder Trauben anbauen. Auch von Videospielmedien erhielt der «Landwirtschafts-Simulator 22» gute Kritiken.

Für alle, die gerne nicht nur alleine antreten, sondern sich mit anderen messen wollen, hat Giants Software diese Woche die nächste gute Neuigkeit verkündet: So will das Unternehmen den im Herbst 2019 ins Leben gerufenen Teamwettbewerb «Farming Simulator League» auch nächstes Jahr weiterführen. Die dritte Saison des Wettbewerbs ging erst am vergangenen Wochenende mit der Weltmeisterschaft zu Ende. Dabei wurde um ein Preisgeld in der Höhe von 100'000 Euro gespielt und am Ende sicherte sich wie im Vorjahr das Team Trelleborg den Titel.

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