Somit nehmen die Schlieremer die Chance wahr, ihrer Stadt zu einem unverkennbaren und attraktiven Zentrum zu verhelfen. Dieses hat Schlieren auch längst verdient: Bei Wohnungssuchenden ist die Stadt ebenso beliebt wie bei Unternehmen, die sich in der Region Zürich niederlassen wollen. Mit dem neuen Stadtplatz erhält sie eine einzigartige Visitenkarte, die zum neuen Schlieremer Selbstbewusstsein passt.

So bietet das Zentrum mit Flügel und Nebelbrunnen auch die Möglichkeit, Altlasten abzustreifen und das Image der Stadt aufzuwerten. Denn die Zeiten haben sich geändert: Schlieren ist nicht mehr bekannt für seine riesigen Flächen, auf denen mit Gebrauchtwagen gehandelt wird, und auch nicht dafür, der «Ruhrpott der Schweiz» zu sein. Die Stadt ist nun bekannt für Start-ups und eine fortschrittliche Stadtentwicklung. Dies darf sich auch im Stadtbild zeigen.

8 Millionen Franken für eine Visitenkarte zu bezahlen, ist zugegebenermassen viel Geld. Diese hohe Summe relativiert sich jedoch angesichts der Alternative. Hätte das Stimmvolk den Stadtplatz an der Urne verworfen, wäre im Schlieremer Zentrum ein Kiesplatz entstanden. Dieser wäre die Steuerzahler zudem unter dem Strich gleich teuer zu stehen gekommen wie das Flügel-Projekt, an dem sich der Bund beteiligt. Der Entscheid für eine Imageaufwertung ist daher gleichzeitig auch ausgesprochen vernünftig.

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