Schlieren
Auch wenn sich Strom sparen liesse: Der Stadtrat hält an der nächtlichen Strassenbeleuchtung fest

Rund 18'000 Franken könnte die Stadt Schlieren einsparen, wenn sie die Strassenlampen an den Wochenenden in der Nacht ausschalten würde. Der Stadtrat hält den Vorschlag von Walter Jucker (SP) allerdings trotz pandemiebedingt leerer Strassen für ungeeignet; die Bewohner sollen nicht im Dunkeln zur Arbeit oder nach Hause gehen müssen.

Alex Rudolf
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Der Schlieremer Stadtrat sieht nicht vor, die Strassenlaternen in den Nächten auf Samstag und Sonntag auszuschalten.

Der Schlieremer Stadtrat sieht nicht vor, die Strassenlaternen in den Nächten auf Samstag und Sonntag auszuschalten.

Themenbild: Urs Jaudas

Wegen der Coronapandemie läuft das Angebot des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) auf Sparflamme. So wurden etwa die Nachtzüge an den Wochenenden eingestellt. Auf den Schlieremer Strassen sind deshalb zu dieser Zeit kaum mehr Passanten unterwegs.

Braucht es da die lange nächtliche Strassenbeleuchtung noch, die einst im Zuge der Einführung der Nachtzüge eingeführt wurde, fragte sich SP-Gemeinderat Walter Jucker. Bei einem Verzicht liesse sich doch Strom sparen. Er wandte sich schliesslich mit einer entsprechenden kleinen Anfrage an den Stadtrat.

Blieben die Strassenlampen dunkel, liesse sich in der Tat Strom sparen, wie der nun vorliegenden Antwort des Stadtrates zu entnehmen ist. Es würden Kosten in Höhe von rund 18'000 Franken wegfallen, würde die Beleuchtung in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag von 1 bis 5 Uhr ausgeschaltet, schreibt der Stadtrat.

Er hält von der Idee aber wenig, auch wenn pandemiebedingt nun die Nachtzüge eingestellt sind: Bus und Bahn würden beim normalen Fahrplan von 4.30 bis 1.30 Uhr verkehren, hält er fest. «Die Einwohnerinnen und Einwohner sollen nicht im Dunkeln nach Hause oder zur Arbeit gehen müssen.»

Ob es für eine Energiestadt wie Schlieren nicht dazugehöre, unnötigen Stromverbrauch zu verhindern, fragte Jucker weiter. Es sei eine Selbstverständlichkeit, nicht unnötig Energie zu verbrauchen, schreibt der Stadtrat in seiner Antwort. Die nächtliche Beleuchtung von Wegen und Strassen erachte er aber aufgrund der aus der Bevölkerung wahrgenommenen Bedürfnisse als angemessen.

Irritiert zeigt sich der Stadtrat darüber, dass Jucker ihn fragt, weshalb er sich so schwertue, zu prüfen, wie hoch der Aufwand für eine Vereinfachung der Ausschaltmöglichkeiten sei. «Der Stadtrat tut sich nicht schwer», heisst es in der Antwort. Die Stadt habe kein direktes Mitspracherecht bei den EKZ und könne lediglich ihre Bedürfnisse als Kundin bekanntgeben.