Abfall, der falsch entsorgt wird und deswegen von der Müllabfuhr links liegen gelassen wird, erhitzt immer wieder die Gemüter. Vor allem bei all jenen, die ihren Kehricht korrekt entsorgen und dafür Gebühren zahlen. So berichtet eine verärgerte Leserin aus Schlieren von überquellenden Containern oder Möbeln ohne Sperrgutmarken, die zum wiederholten Male über mehrere Tage von der Müllabfuhr verschmäht wurden.

«Illegal entsorgter Abfall ist bei uns schon lange ein Thema», sagt Lorenz Fränzl, Leiter des Werkhofs Dietikon. «Seit der Einführung der Gebührenpflicht gibt es immer wieder Leute, die sie zu umgehen versuchen.» Die Zahl der illegalen Entsorger sei zwar leicht schwankend, da sie von den jeweils geltenden gesetzlichen Vorschriften abhängt. Im Mittel bleibe sie jedoch konstant.

Ignoranz wird nicht bestraft

«Wird Abfall illegal entsorgt, geschieht dies oft auch unwissentlich», sagt André Thoma, Leiter Sekretariat Werke, Versorgung und Anlagen der Stadt Schlieren. So komme es leider immer noch vor, dass Fernseher und Kühlschränke im Wald deponiert statt beim Händler retourniert würden. «Offensichtlich handelt es sich dabei nicht um Absicht. Für den Entsorger bleibt der Aufwand schliesslich derselbe, egal ob jemand seinen alten Fernseher in den Wald oder zum Werkhof fährt», sagt Thoma. «Durch gezielte Information der Neuzuzüger wird versucht, diesen Missstand zu beheben.»

Abfallsündern droht Strafanzeige

Schwieriger sei es, gegen jene vorzugehen, die ihren Müll absichtlich illegal entsorgen. «Die meisten Abfallsünder sind schlau genug, um keine Spuren zu hinterlassen», sagt Thoma. Hausmüll, der nicht über den Gebührensack im Container entsorgt würde, wird vom Abfuhrwesen zur Seite gestellt und auf einer separaten Tour mitgenommen und durchsucht. Finde man darin Hinweise auf die Verantwortlichen, leite man die Angaben der Polizei weiter - eine Strafanzeige ist die Folge. Allerdings: «Nur bei rund einem Zehntel der durchsuchten Abfallsäcke finden wir tatsächlich etwas, das Aufschluss über die Identität des Verursachers gibt», sagt Thoma - keine überwältigende Quote also.

Aufwendig sei es auch, bei herrenlosem Sperrgut ohne Gebührenmarken die Besitzer zu eruieren. «Möbel ohne Sperrgutmarken lassen wir sie in der Regel ein, zwei Tage stehen und warten, ob die Verantwortlichen das Möbelstück wieder entfernen», sagt Fränzl. Passiere dies nicht, nehme man das Objekt mit.Die Kosten tragen die Gebührenzahler - bis der Verursacher gefunden wird.

Stehen die Möbel allerdings auf privatem Grund, so liege die Verantwortung beim Hausbesitzer, respektive der zuständigen Verwaltung. «In diesem Fall machen wir die Grundeigentümer auf den Zustand aufmerksam. Es ist ihre Aufgabe, die Betroffenen ausfindig zu machen. Ansonsten müssen sie die Entsorgungskosten übernehmen», sagt Fränzl.

Fazit: Wirksam gegen Abfallsünder vorzugehen, ist aufwendig. «Wir tun, was in unseren Möglichkeiten liegt», sagt Fränzl. «Doch die Verantwortung liegt auch bei jedem Einzelnen.» Zeugen von illegaler Abfallentsorgung hält er dazu an, die Betroffenen anzusprechen. «Hier ist Zivilcourage gefragt.»